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Geschichte · Klasse 9–10 · aktualisiert

Deutsche Wiedervereinigung: Ursachen und Weg zur Einheit verstehen

Du lernst, warum die DDR-Herrschaft 1989 zusammenbrach, welche Schritte zur Einheit führten und weshalb vier Siegermächte mitverhandelten.

0 von 8 Aufgaben gelöst

Deutsche Wiedervereinigung: Ursachen und Weg zur Einheit verstehen

Kurz gesagt

Proteste in der DDR und veränderte internationale Bedingungen ermöglichten den Umbruch. Nach dem Mauerfall folgten Verhandlungen über die Einheit, die am 3. Oktober 1990 vollzogen wurde. Die gesellschaftliche Umstellung dauerte länger.

Eine offene Grenze macht aus zwei Staaten noch keinen gemeinsamen Staat. Auch neue Gesetze verändern den Alltag nicht auf einen Schlag. Am Weg zur deutschen Einheit erkennst du, wie Protest, Wahlen und internationale Verhandlungen zusammenwirkten.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.

3 Abschnitte

Die Deutsche Demokratische Republik, kurz DDR, war der ostdeutsche Staat. Dort herrschte die Partei SED als Diktatur. Viele Menschen verlangten Reise-, Meinungs-, Presse- und Versammlungsfreiheit. Oppositionelle, also Gegner der politischen Führung, organisierten sich. Demonstrationen und die Ausreise vieler Menschen erhöhten den Druck auf die Herrschaft. Die Massenproteste zeigten, dass immer mehr Menschen die politische Ordnung ablehnten.

Menschen handelten dabei unterschiedlich: Manche wollten die DDR verlassen. Andere wollten bleiben und demokratische Reformen, also politische Veränderungen, durchsetzen. Kirchliche Einrichtungen boten beiden Gruppen Schutz und Raum für eigene Aktivitäten. Kirchen waren auch Ausgangspunkte der Leipziger Montagsdemonstrationen.

Hinzu kamen äußere Veränderungen. Die Sowjetunion war ein Staat und eine der vier Siegermächte von 1945. Der sowjetische Politiker Gorbatschow setzte auf Reformen. Das weckte Hoffnungen, während die SED-Führung einen entsprechenden Kurs ablehnte. Die Sowjetunion erkannte das Recht anderer Staaten auf einen eigenen politischen Weg an. Dadurch änderten sich die Bedingungen für die DDR-Führung. Innerer Protest und der veränderte internationale Rahmen wirkten zusammen; keiner dieser beiden Bereiche erklärt den Umbruch allein.

In Ungarn öffnete sich in der Nacht auf den 11. September 1989 die Grenze für DDR-Bürger. Dadurch konnten sie über einen anderen Staat ausreisen. Dieses Beispiel zeigt, wie Veränderungen außerhalb der DDR mit dem Handeln ihrer Bürger zusammenhingen.

Definition

Innere und äußere Ursachen

Innere Ursachen entstehen innerhalb eines Staates, etwa durch Protest gegen die Regierung. Äußere Ursachen liegen außerhalb, etwa in einer veränderten Politik anderer Staaten.

Beispiel: Ungarns Grenzöffnung einordnen

  1. 1Ungarn öffnete in der Nacht auf den 11. September 1989 seine Grenze für DDR-Bürger.
  2. 2Die Entscheidung fiel außerhalb der DDR und veränderte die Möglichkeiten zur Ausreise.
  3. 3Die Ausreisebewegung selbst erhöhte den Druck auf die SED-Herrschaft.

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MittelWelche Erklärung verbindet innere und äußere Ursachen des Umbruchs?

Alles auf einen Blick

Deutsche Wiedervereinigung

  • Innere Ursachen

    Forderungen nach Freiheit, Opposition, Demonstrationen und Ausreisen erhöhten den Druck auf die SED-Herrschaft.

  • Äußerer Rahmen

    Die veränderte sowjetische Politik wirkte mit dem inneren Protest zusammen.

  • Unterschiedliche Schritte

    Der Mauerfall öffnete Grenzen; die staatliche Einheit folgte am 3. Oktober 1990.

  • Gesellschaftlicher Wandel

    In Ostdeutschland gingen in den 1990er-Jahren viele Industriearbeitsplätze verloren; die Umstellung dauerte länger.

  • Verhandlungen

    Die deutschen Staaten regelten innere Bedingungen; zusammen mit den vier Siegermächten klärten sie äußere Fragen.

Musteraufgabe · Schritt für Schritt

Zwei Forderungen auf Demonstrationen unterscheiden

  1. 1Aufgabe: Vergleiche die Ziele hinter den Rufen „Wir sind das Volk!“ und „Wir sind ein Volk!“.
  2. 2Ersten Ruf einordnen: „Wir sind das Volk!“ verlangte politische Beteiligung und Reformen innerhalb der DDR.
  3. 3Zweiten Ruf einordnen: „Wir sind ein Volk!“ drückte die Forderung nach deutscher Einheit aus.
  4. 4Vergleich formulieren: Der erste Ruf zielte auf Veränderungen innerhalb der DDR, der zweite auf die Vereinigung der deutschen Staaten.
  5. 5Grenze beachten: Eine Forderung nach Einheit bedeutete noch nicht, dass die staatliche Vereinigung bereits vollzogen war.

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Lückentext

Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.

Die erste freie Volkskammerwahl fand am statt. Die inneren Bedingungen des Beitritts regelte der . Der Zwei-plus-Vier-Vertrag trat am in Kraft.

Karteikasten

Erst selbst überlegen, dann umdrehen.

Übung mit Feedback

Abschluss-Check: Deutsche Wiedervereinigung

LeichtWelche Rolle spielten kirchliche Einrichtungen beim Protest in der DDR?
MittelWie ordnest du die gemeinsame D-Mark ab dem 1. Juli 1990 ein?
SchwerWarum gehörte die Stärke der deutschen Streitkräfte in die Zwei-plus-Vier-Verhandlungen?

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