Zum Inhalt springen

Geschichte · Klasse 9–10 · aktualisiert

Mauerfall 1989: Ursachen, Ablauf und Folgen

Du lernst, wie Flucht, Proteste und Reformen zur DDR-Krise beitrugen, wie die Maueröffnung ablief und warum sie noch keine staatliche Einheit war.

0 von 8 Aufgaben gelöst

Mauerfall 1989: Ursachen, Ablauf und Folgen

Kurz gesagt

Am 9. November 1989 öffneten sich die Berliner Grenzübergänge unter dem Druck vieler Menschen. Vorausgegangen waren Fluchtbewegung, Proteste und Reformen im Ostblock. Die staatliche Wiedervereinigung folgte am 3. Oktober 1990.

Eine Grenze öffnet sich, Menschen feiern und begegnen sich. Doch damit verschwinden weder sofort die Grenzanlagen noch entsteht schon ein gemeinsamer Staat. Beim Mauerfall kannst du untersuchen, wie langfristige Veränderungen und einzelne Entscheidungen zusammenwirkten.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.

3 Abschnitte

Die Deutsche Demokratische Republik, kurz DDR, war der ostdeutsche Staat. Die herrschende Partei hieß SED. Ihre Einparteiherrschaft machte die DDR zu einer Diktatur. Die Berliner Mauer riegelte West-Berlin gegenüber Ost-Berlin und dem umliegenden DDR-Gebiet ab. Sie war von der innerdeutschen Grenze zwischen der DDR und der Bundesrepublik Deutschland, dem damaligen westdeutschen Staat, zu unterscheiden.

1989 verließen große Teile der DDR-Bevölkerung das Land über das Ausland. Wege führten etwa über die deutsche Botschaft in Prag oder über Ungarn. Seit dem 11. September 1989 war die ungarische Grenze zu Österreich umfassend offen. Aufenthalte in der Prager Botschaft und Ausreisen mit Flüchtlingszügen boten nur eine zeitweilige Lösung. Die anhaltende Flucht war ein wichtiges Motiv für die spätere Grenzöffnung.

Zugleich forderten immer mehr Menschen in der DDR Freiheit und Reisefreiheit, also die Möglichkeit, ins Ausland zu reisen. In Leipzig fanden seit dem 4. September 1989 wöchentliche Montagsdemonstrationen statt. Massenkundgebungen erhöhten den Druck auf die Führung. Flucht und Protest waren verschiedene Formen des Handelns: Menschen verließen die DDR oder erhoben dort öffentlich Forderungen.

Auch im Ostblock veränderte sich vieles. Damit sind hier sozialistische Staaten wie die DDR, Polen, Ungarn und die Tschechoslowakei gemeint. Gorbatschow war ein Politiker, der Reformen zur Modernisierung der Sowjetunion vorantrieb. Dieser sozialistische Staat sollte durch eine Verfassungsreform demokratischer werden. In der Wirtschaft sollte der Staat weniger Einfluss haben; sozialistische Grundzüge sollten erhalten bleiben. Die Historiker Suter und Hettling erklären den Umbruch durch das Zusammenwirken solcher Veränderungen mit einzelnen Ereignissen, etwa Protesten in Leipzig. Nach ihrer Deutung lässt sich der besondere Verlauf einzelner Ereignisse aus langfristigen Veränderungen nicht vollständig erklären oder im Voraus berechnen.

Definition

Ursache und Auslöser

Eine Ursache trägt dazu bei, dass sich eine Lage entwickelt. Ein Auslöser setzt ein konkretes Ereignis unmittelbar in Gang. Für die Maueröffnung musst du deshalb die länger wachsende Krise vom unmittelbaren Geschehen am Abend unterscheiden.

Beispiel: Leipzig: Protest als Teil des Wandels

  1. 1Seit dem 4. September 1989 fanden in Leipzig wöchentliche Montagsdemonstrationen statt.
  2. 2Suter und Hettling nennen die Leipziger Montagsdemonstration vom 9. Oktober 1989 als ein Ereignis, das mit längerfristigen Veränderungen zusammenwirkte.
  3. 3Nach ihrer Deutung helfen längerfristige Veränderungen beim Erklären. Der besondere Verlauf einzelner Ereignisse lässt sich daraus aber nicht vollständig erklären oder vorausberechnen.

Teste dich

MittelWelche Verbindung gehörte zu Gorbatschows Reformideen?

Alles auf einen Blick

Mauerfall

  • Krise

    Flucht und Proteste erhöhten den Druck auf die DDR-Führung.

  • Reformen

    Suter und Hettling erklären den Umbruch durch das Zusammenwirken längerfristiger Veränderungen und einzelner Ereignisse.

  • Auslöser

    Schabowskis Bekanntgabe setzte das unmittelbare Geschehen der Maueröffnung in Gang.

  • Grenzöffnung

    Am 9. November 1989 verlangten Menschen an den Übergängen die Ausreise; die Grenztruppen gaben nach.

  • Staatliche Einheit

    Erst am 3. Oktober 1990 hörte die DDR auf, als eigener Staat zu existieren.

  • Alltag

    Nach der Wende gingen viele Arbeitsplätze verloren; bei zahlreichen Menschen wich die anfängliche Begeisterung der Enttäuschung.

Musteraufgabe · Schritt für Schritt

Die Entscheidung vom 7. November zeitlich einordnen

  1. 1Aufgabe klären: Ordne die Entscheidung der SED-Führung vom 7. November 1989 in ihre Vorgeschichte ein.
  2. 2Die Vorgeschichte nennen: Der am 6. November veröffentlichte Entwurf eines Reisegesetzes stieß auf nachdrückliche Kritik.
  3. 3Eine weitere Entwicklung ergänzen: Die Führung der Tschechoslowakei protestierte zunehmend gegen die Ausreise von DDR-Bürgern über ihr Land.
  4. 4Die Entscheidung einordnen: Am 7. November beschloss die SED-Führung, eine Regelung für die dauerhafte Ausreise vorzuziehen. Die Kritik und die Proteste waren dieser Entscheidung vorausgegangen.
  5. 5Die Aussage begrenzen: Die zeitliche Abfolge allein beweist noch nicht, welche Gründe für die Entscheidung ausschlaggebend waren. Auch war dieser Beschluss noch nicht die tatsächliche Grenzöffnung.

Fehler finden

Prüfe die Aussagen zur Grenzöffnung und ihren Folgen In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.

Lückentext

Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.

Seit dem 11. September 1989 war die ungarische Grenze zu umfassend offen. An der Bornholmer Straße durften erste Ostdeutsche um noch unter Kontrollen ausreisen. Bewachung der Mauer und sämtliche Grenzkontrollen endeten am .

Karteikasten

Erst selbst überlegen, dann umdrehen.

Übung mit Feedback

Abschluss-Check: Mauerfall

LeichtWie unterscheidest du Fluchtbewegung und Proteste in der DDR?
MittelWas erklärt Jägers Entscheidung an der Bornholmer Straße?
SchwerWelche Schlussfolgerung passt zu den Erfahrungen nach der Einheit?

Weiterlesen in Geschichte