Geschichte · Klasse 5–8 · aktualisiert
Volksversammlung in Athen: Aufgaben und Grenzen
Du lernst, wer in Athens Volksversammlung mitreden durfte, wie Entscheidungen entstanden und welche Grenzen die Beteiligung hatte.
0 von 8 Aufgaben gelöst
Kurz gesagt
In Athens Volksversammlung entschieden erwachsene männliche Bürger mit politischen Rechten unmittelbar über wichtige Fragen. Der Rat bereitete die Beratungen vor. Frauen, versklavte Menschen, Kinder und ansässige Fremde ohne Bürgerrecht waren ausgeschlossen.
Über gemeinsame Fragen mitentscheiden zu können, klingt einfach. Doch wer darf mitreden, wer bereitet Vorschläge vor und wer stimmt ab? An Athens Volksversammlung kannst du erkennen, warum diese Unterschiede wichtig sind.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
3 Abschnitte
Im 5. und 4. Jahrhundert v. Chr., also vor Christus, war die Volksversammlung eine zentrale politische Versammlung Athens. Sie traf sich häufig auf dem Hügel Pnyx. Ihre Regeln und Aufgaben veränderten sich im Laufe der Zeit.
Teilnehmen durften erwachsene männliche Athener mit politischen Bürgerrechten. Diese Rechte erlaubten ihnen, an politischen Entscheidungen mitzuwirken. In Athen zu wohnen, reichte dafür nicht aus.
Frauen, versklavte Menschen und Kinder gehörten nicht zu den stimmberechtigten Teilnehmern. Auch ansässige Fremde ohne athenisches Bürgerrecht waren ausgeschlossen. Sie werden Metöken genannt. Der Ausschluss aus der Volksversammlung bedeutete aber nicht, dass diese Gruppen aus dem gesamten gesellschaftlichen oder religiösen Leben ausgeschlossen waren.
Definition
Politische Bürgerrechte
Diese Rechte erlaubten einem Bürger, an politischen Entscheidungen mitzuwirken. In Athens Volksversammlung durften erwachsene männliche Bürger mit diesen Rechten teilnehmen.
Teste dich
Der Rat der Fünfhundert und die Volksversammlung waren verschiedene Einrichtungen. Der Rat bereitete Themen und Vorschläge für Beschlüsse vor. Ein Beschluss ist eine gemeinsam getroffene Entscheidung. Die Volksversammlung konnte einen Vorschlag des Rates annehmen oder ablehnen.
Vereinfacht verlief die Arbeit so: Zuerst bereitete der Rat die Themen vor. Dann wurde die Versammlung einberufen, also zum Treffen aufgerufen. Eine Tagesordnung legte fest, welche Themen behandelt werden sollten. Für die spätere Zeit innerhalb des beschriebenen Zeitraums gilt: Die jeweils amtierende Ratsgruppe übernahm die Einberufung und die Festlegung dieses Programms.
In der Volksversammlung berieten die Teilnehmer über die Vorschläge. Stimmberechtigte Bürger konnten grundsätzlich das Wort ergreifen. Redner warben für oder gegen einen Vorschlag. Bei gewöhnlichen Abstimmungen gaben die Bürger ihre Stimme durch Handzeichen ab. Die Sitzungsleitung stellte das Ergebnis fest. Dieses Verfahren galt nicht für jede besondere Art von Abstimmung.
Die anwesenden Bürger entschieden etwa über Krieg, Frieden und Bündnisse, also Zusammenschlüsse mit anderen Staaten. Sie wählten auch bestimmte Amtsträger: Das waren Menschen mit einer öffentlichen Aufgabe. Dazu gehörten die Strategen, die als Feldherren das Heer führten. Die Mitglieder des Rates wurden dagegen unter freiwilligen Kandidaten durch das Los bestimmt. Diese mussten mindestens 30 Jahre alt sein.
Merke: Der Rat bereitete vor. Die Volksversammlung beriet und entschied. Vorbereitung und Entscheidung waren verschiedene Aufgaben.
Beispiel: Wahl und Los unterscheiden
- 1Die Volksversammlung wählte die Strategen, also die Feldherren.
- 2Die Mitglieder des Rates wurden unter freiwilligen Kandidaten ausgelost. Diese mussten mindestens 30 Jahre alt sein.
- 3Nicht jedes öffentliche Amt wurde auf dieselbe Weise besetzt.
Teste dich
Die berechtigten Bürger konnten in der Volksversammlung selbst mitreden und abstimmen. Die anwesenden Bürger entschieden unmittelbar. Sie mussten dafür keine gewählten Vertreter sein, die für andere Bürger abstimmten. Der Rat bereitete die Arbeit vor, ersetzte aber nicht die Entscheidung der Volksversammlung.
Das grundsätzliche Rederecht bedeutete jedoch nicht, dass jeder Bürger gleich häufig sprach oder gleich viel Einfluss hatte. Erfahrene Redner spielten in der Praxis eine wichtige Rolle. Wohlstand, Bildung und verfügbare Zeit erleichterten solche Führungsrollen. Trotzdem mussten Redner die abstimmenden Bürger überzeugen. Viel Einfluss bedeutete nicht, allein entscheiden zu können.
Für dein Urteil musst du sagen, worauf du achtest. Fragst du nach der Mitentscheidung der berechtigten Bürger, bot die Volksversammlung weitreichende Möglichkeiten: Sie konnten selbst beraten und abstimmen. Fragst du nach der Beteiligung aller Einwohner, waren die Grenzen deutlich: Frauen, versklavte Menschen, Kinder und ansässige Fremde ohne Bürgerrecht blieben ausgeschlossen. Auch unter den berechtigten Bürgern waren Einfluss und die Häufigkeit des Redens ungleich verteilt.
Merke: Ein begründetes Urteil nennt seinen Maßstab: Geht es um die Rechte der berechtigten Bürger oder um die Beteiligung aller Einwohner?
Teste dich
Alles auf einen Blick
Volksversammlung Athen
Teilnahme
Erwachsene männliche Athener mit politischen Bürgerrechten durften mitentscheiden.
Ausschluss
Frauen, versklavte Menschen, Kinder und ansässige Fremde ohne Bürgerrecht waren nicht stimmberechtigt.
Ablauf
Auf Vorbereitung und Einberufung folgten Beratung und Abstimmung.
Entscheidung
Bei gewöhnlichen Abstimmungen gaben die Bürger ihre Stimme durch Handzeichen ab.
Grenzen
Große Bevölkerungsgruppen blieben ausgeschlossen. Auch unter den berechtigten Bürgern war der Einfluss ungleich verteilt.
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Beispieltext, ausgedacht: einen abgelehnten Vorschlag erklären
- 1Der Rat hat einen Vorschlag vorbereitet. Nach der Beratung lehnt die Volksversammlung ihn ab. Hat sie damit die Aufgabe des Rates übernommen?
- 2Aufgaben bestimmen: Der Rat hat den Vorschlag vorbereitet. Damit hat er seine vorbereitende Aufgabe erfüllt.
- 3Entscheidung zuordnen: Die Volksversammlung durfte den Vorschlag annehmen oder ablehnen.
- 4Ergebnis formulieren: Die Ablehnung zeigt die eigene Entscheidung der Volksversammlung. Vorbereitung durch den Rat bedeutete keine Pflicht zur Zustimmung.
Fehler finden
Prüfe die Aussagen zum Abstimmen In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 2Die zweite Aussage überträgt das gewöhnliche Verfahren auf jede besondere Abstimmung. Richtig: Dieses Verfahren galt nicht für jede besondere Art von Abstimmung.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Die Beschlussvorlagen für die Volksversammlung bereitete der vor. Bei gewöhnlichen Abstimmungen entschieden die Teilnehmer durch . Die Feldherren, die die Volksversammlung wählte, hießen .
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback