Geschichte · Klasse 5–8 · aktualisiert
Antikes Griechenland: Poleis, Athen und Sparta
Du lernst die griechischen Poleis kennen, vergleichst Athen mit Sparta und ordnest wichtige Zeiten und die Ausbreitung griechischer Kultur ein.
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Kurz gesagt
Das antike Griechenland bestand aus vielen politischen Gemeinschaften, den Poleis. Sprache und Kultur verbanden sie, aber sie hatten keine gemeinsame Regierung. In Athen und Sparta waren Macht und Mitbestimmung unterschiedlich verteilt.
Wer darf mitentscheiden, wenn eine Gemeinschaft etwas plant? In Athen und Sparta hing das davon ab, zu welcher Gruppe ein Mensch gehörte. Du untersuchst ihre Regeln und erfährst, was die griechischen Gemeinschaften miteinander verband.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
5 Abschnitte
Eine Polis war eine politische Gemeinschaft mit einem Siedlungszentrum und dem dazugehörigen Umland. Die Mehrzahl heißt Poleis. Viele Poleis regierten sich selbst. Berge, Täler, Inseln und das Meer gliederten ihren Lebensraum. Die griechische Welt war kein einheitlicher Staat.
Die Griechen nannten sich Hellenen. Sie sprachen verschiedene regionale Formen des Griechischen, hatten aber eine gemeinsame Sprache. Auch Vorstellungen von Göttern, heilige Orte und Feste verbanden sie. Dazu gehörten die Orte Olympia und Delphi. Die langen Erzählungen Ilias und Odyssee gehörten ebenfalls zu ihrer gemeinsamen Kultur. Traditionell gilt Homer als ihr Verfasser.
Gemeinsame Sprache und Feste bedeuteten also nicht, dass alle Hellenen dieselbe Regierung hatten. Innerhalb einer Polis war die Agora ein wichtiger öffentlicher Platz: Dort konnte man sich versammeln und Waren handeln.
Definition
Polis
Eine politische Gemeinschaft mit einem Siedlungszentrum und zugehörigem Umland. Die Mehrzahl lautet Poleis.
Beispiel: Zwei Aufgaben der Agora
- 1Als Marktplatz diente die Agora dem Handel.
- 2Als öffentlicher Versammlungsplatz diente sie dem Zusammenkommen.
- 3Ein Platz konnte damit verschiedene Aufgaben für die Gemeinschaft erfüllen.
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Athen war eine griechische Polis. Seine Regeln änderten sich im Laufe der Zeit. Hier lernst du vor allem die entwickelte Demokratie im 4. Jahrhundert v. Chr. kennen. Demokratie bedeutet hier, dass die politisch berechtigten Bürger selbst mitentschieden. Bürger waren Mitglieder der Polis mit besonderen Rechten. Nicht alle Einwohner besaßen diese Rechte. „V. Chr.“ heißt „vor Christus“. Bei diesen Jahreszahlen liegt 800 v. Chr. früher als 500 v. Chr.
In Athens Volksversammlung diskutierten und entschieden berechtigte männliche Bürger selbst. Sie stimmten etwa über Krieg, Verträge und öffentliche Gelder ab. Das nennt man direkte Demokratie. Es entschieden also keine gewählten Abgeordneten an ihrer Stelle.
Der Rat der Fünfhundert wurde jährlich ausgelost. Er bereitete die Themen und Vorschläge für die Volksversammlung vor. Außerdem erledigte er laufende Geschäfte und hatte eigene Zuständigkeiten. Seine Aufgabe war deshalb umfangreicher als das Vorbereiten von Sitzungen.
Amtsträger waren Menschen mit bestimmten öffentlichen Aufgaben. Sie verwalteten zum Beispiel Geld, beaufsichtigten Bauarbeiten oder führten das Militär. Viele Verwaltungsämter wurden ausgelost. Militärische Amtsträger wurden dagegen gewählt. Rat und Gerichte konnten an der Prüfung der Amtsführung und der Abrechnungen mitwirken.
Merke: Als erste Orientierung für Athen gilt: Der Rat bereitet vor, die Volksversammlung berät und entscheidet, zuständige Amtsträger erledigen bestimmte Aufgaben. Das beschreibt nicht alle Befugnisse.
Definition
Auslosen
Bei einer Auslosung entscheidet das Los über die Auswahl. Bei einer Wahl entscheiden Stimmen.
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In der entwickelten athenischen Demokratie konnten auch arme männliche Bürger sprechen und abstimmen. Zahlungen für die Teilnahme erleichterten ihnen die Mitwirkung. Politische Beteiligung war also nicht auf reiche männliche Bürger beschränkt.
Doch Bürger mit politischen Rechten waren nicht alle Einwohner. Frauen, versklavte Menschen und ansässige Fremde ohne Bürgerrecht durften in der Volksversammlung nicht mitentscheiden. Ansässige Fremde waren Menschen, die dort lebten, aber nicht zum athenischen Bürgerkreis gehörten. Versklavte Menschen waren unfrei. Auch ein freier Mensch hatte nicht allein deshalb ein Stimmrecht. Frauen konnten rechtlich zum Bürgerkreis gehören, ohne politisch mitentscheiden zu dürfen.
Für ein begründetes Urteil musst du beides beachten: Innerhalb des berechtigten männlichen Bürgerkreises gab es weitreichende Mitbestimmung. Zugleich blieben viele Einwohner ausgeschlossen. Die Aussage „In Athen durften alle mitentscheiden“ wäre deshalb falsch.
Merke: Frage bei Mitbestimmung nach zwei Dingen: Welche Rechte gab es? Und wer durfte sie nutzen?
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Sparta war ebenfalls eine griechische Polis. Seine männlichen Bürger mit vollen Bürgerrechten hießen Spartiaten. Militärdienst und gemeinsame Mahlzeiten prägten ihre Gemeinschaft. Die unterworfenen Heloten mussten durch Arbeit auf dem Land und Abgaben zu ihrer Versorgung beitragen. Sie mussten also einen Teil ihrer Erzeugnisse abgeben. Die Periöken waren freie Bewohner umliegender Gemeinden. Sie waren keine Bürger Spartas und betrieben unter anderem Landwirtschaft, Handwerk und Handel.
Sparta hatte zwei Könige, deren Amt vererbt wurde. Sie hatten insbesondere Aufgaben beim Militär und bei der Religion. Sie regierten nicht allein und standen nicht über allen Regeln. Im Ältestenrat saßen 28 auf Lebenszeit bestimmte Älteste und die beiden Könige. Dieser Rat bereitete wichtige Entscheidungen vor und hatte auch Aufgaben als Gericht.
Fünf jährlich gewählte Aufseher, die Ephoren, überwachten Amtsträger und konnten auch die Könige kontrollieren. In der Volksversammlung stimmten männliche Spartiaten ab 30 Jahren über vorgelegte Fragen ab. Heloten, Periöken und Frauen gehörten nicht zu diesem stimmberechtigten Kreis. Die Versammlung entschied tatsächlich mit. Ältestenrat und Ephoren begrenzten aber stark, worüber und wie sie entscheiden konnte.
Vergleiche Athen und Sparta nach denselben Fragen: Wer durfte abstimmen? Wie wurde der Rat besetzt? Wer kontrollierte Amtsträger? „Athen war demokratisch, Sparta militärisch“ reicht nicht: Mitbestimmung und Militär sind verschiedene Vergleichspunkte. Beide Poleis hatten politische Einrichtungen und schlossen viele Einwohner von der Mitbestimmung aus.
| Vergleichspunkt | Entwickelte Demokratie Athens | Sparta |
|---|---|---|
| Wer stimmt ab? | Berechtigte männliche Bürger | Männliche Spartiaten ab 30 Jahren |
| Wie wird der Rat besetzt? | Fünfhundert, jährlich ausgelost | 28 Älteste auf Lebenszeit und zwei Könige |
| Wer wirkt an Kontrolle mit? | Unter anderem Rat und Gerichte | Fünf jährlich gewählte Ephoren |
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Eine Epoche ist ein größerer Zeitabschnitt. Historiker erforschen Geschichte. Sie legen solche Abschnitte nachträglich fest, um Geschichte zu ordnen. Hier verwenden wir diese Einteilung: Archaik etwa 800–500 v. Chr., Klassik 500–323 v. Chr. und Hellenismus 323–31 v. Chr. Was diese Namen bedeuten, erfährst du in den folgenden Absätzen. Andere Einteilungen können andere Grenzen setzen.
Archaik heißt hier die Zeit, in der sich die Poleis entwickelten und ausbreiteten. Griechische Siedlungen entstanden an zahlreichen Küsten des Mittelmeers und des Schwarzen Meers, etwa in Süditalien, auf Sizilien und in Nordafrika. Neu gegründete Poleis hatten eigene Gesetze. Sie gehörten nicht zu einem einheitlichen griechischen Reich. Kultur wurde in beide Richtungen weitergegeben: Griechische Kunst nahm zum Beispiel Anregungen aus Ägypten und dem Nahen Osten auf.
Klassik nennen wir den folgenden Zeitabschnitt. Dazu gehören unter anderem Athens Demokratie und die Konkurrenz zwischen Poleis. Der Eroberer Alexander von Makedonien eroberte zwischen 334 und 323 v. Chr. ein Reich. Es umfasste unter anderem Ägypten, das Perserreich und Gebiete bis nach Indien. Diese Eroberungen liegen in unserer Einteilung noch am Ende der Klassik.
Hellenismus heißt hier die Zeit nach Alexanders Tod 323 v. Chr. Nach seinem Tod entstanden mehrere Nachfolgereiche, also neue Reiche in Teilen seines früheren Reichs. Griechische Kultur verbreitete sich über einen sehr großen Raum. Als Endmarke verwenden wir 31 v. Chr., das Jahr der Schlacht bei Actium. Diese Grenze bedeutet nicht, dass griechische Kultur damals verschwand. Römische Auftraggeber sammelten griechische Kunst, und griechische Künstler arbeiteten für sie. Kunstformen aus der Zeit des Hellenismus wirkten in der römischen Kunst weiter.
| Zeitabschnitt | Zeitraum | Was gehört dazu? |
|---|---|---|
| Archaik | etwa 800–500 v. Chr. | Entwicklung und Ausbreitung der Poliswelt |
| Klassik | 500–323 v. Chr. | Athens Demokratie und Konkurrenz zwischen Poleis |
| Zeit nach Alexanders Tod | 323–31 v. Chr. | Neue Reiche in Teilen seines früheren Reichs |
Merke: Die Grenzen der Epochen helfen beim Ordnen. Politischer Machtverlust bedeutet nicht, dass eine Kultur verschwindet.
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Alles auf einen Blick
Antikes Griechenland
Poliswelt
Viele politische Gemeinschaften waren durch Sprache und Kultur verbunden, hatten aber keine gemeinsame Regierung.
Aufgaben in Athen
In der entwickelten Demokratie bereitete der Rat Entscheidungen vor; berechtigte männliche Bürger stimmten selbst ab.
Grenzen in Athen
Auch arme männliche Bürger konnten mitentscheiden. Viele Einwohner blieben ausgeschlossen.
Vergleich mit Sparta
Vergleiche Beteiligungsrechte mit Beteiligungsrechten und die Besetzung eines Rats mit der Besetzung des anderen Rats.
Zeiten und Räume
Die Ausbreitung der Poliswelt gehört zur Archaik. Alexanders Tod markiert hier das Ende der Klassik und den Beginn der folgenden Epoche.
Kultureller Austausch
Die griechische Welt nahm Anregungen anderer Kulturen auf und gab selbst Anregungen weiter.
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Was zeigt der Austausch in der Kunst?
- 1Aufgabe: Erkläre, warum griechische Kultur nicht nur andere beeinflusste.
- 2Beobachtung sammeln: Griechische Kunst nahm Anregungen aus Ägypten und dem Nahen Osten auf.
- 3Richtung bestimmen: In diesem Fall kamen Anregungen aus anderen Kulturen in die griechische Kunst.
- 4Ergebnis formulieren: Die griechische Welt gab nicht nur Anregungen weiter. Sie nahm selbst welche auf.
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Prüfe die Aussagen zu den Periöken In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 2Die zweite Aussage verwechselt Freiheit mit Bürgerrecht. Richtig: Die Periöken waren keine Bürger Spartas.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
In Athens entwickelter Demokratie wurde der Rat der Fünfhundert ausgelost. Sparta hatte erbliche Könige. In der hier verwendeten Einteilung reicht die Archaik von etwa 800 v. Chr. bis .
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