Geschichte · Klasse 5–8 · aktualisiert
Polis: Stadtstaaten im antiken Griechenland
Du lernst, was eine Polis zusammenhielt, wie ihre Bürger mitbestimmten und was die eigenständigen griechischen Gemeinschaften verband.
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Kurz gesagt
Eine Polis war eine Gemeinschaft von Bürgern im antiken Griechenland. Zu ihr gehörten in der Regel eine Stadt und ihr Umland. Sie hatte eigene politische Einrichtungen und religiöse Feste, doch nicht alle Bewohner durften mitbestimmen.
Stell dir eine Stadt mit einem belebten Platz und Feldern in ihrer Umgebung vor. Bei einer Polis gehörten diese Orte zusammen. Entscheidend waren aber auch die Menschen: Wer durfte über gemeinsame Angelegenheiten bestimmen, und wer blieb davon ausgeschlossen?
Deine Lernziele
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4 Abschnitte
Eine Polis war eine Gemeinschaft von Bürgern im antiken Griechenland. Die Mehrzahl heißt Poleis. Eine Polis wird häufig als Stadtstaat bezeichnet. Forscher sind sich allerdings nicht einig, ob dieser Begriff wirklich passt. Für die Polis waren ihre Mitglieder besonders wichtig, nicht allein das Gebiet.
Zu einer Polis gehörten in der Regel ein städtischer Mittelpunkt und das umliegende Land. Die Bewohner des Umlands hatten wegen ihres Wohnorts keine anderen Rechte als die Bewohner der Stadt. Entscheidend für ihre Rechte war, zu welcher Gruppe sie gehörten. Nicht alle Bewohner waren Bürger mit politischen Rechten.
Auf dem Land erzeugten bäuerliche Familien Nahrung und Rohstoffe wie Wolle. Sie deckten damit vor allem ihren eigenen Bedarf, versorgten aber auch die Stadt. Die Polis war deshalb mehr als eine Ansammlung von Häusern. Sie verband Stadt und Land mit Regeln für das Zusammenleben. Auch die Religion gehörte dazu: Jede Polis verehrte eine eigene bevorzugte Schutzgottheit und hielt für sie regelmäßig Feste ab.
Definition
Bürger
Bürger gehörten rechtlich zu einer Polis. Das bedeutete aber nicht für alle dasselbe: Nur erwachsene Männer mit vollen Bürgerrechten durften an der politischen Selbstverwaltung teilnehmen.
Merke: Eine Polis bestand in der Regel aus Stadt und Umland. Sie war zugleich eine Gemeinschaft mit eigenen Regeln und gemeinsamen religiösen Festen.
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Die Agora war ein zentraler Platz der griechischen Stadt. Dort trafen sich Menschen; auch Handel und gemeinsames kulturelles Leben hatten dort ihren Mittelpunkt. In Athen gab es außerdem die Akropolis, einen Burgberg mitten in der Stadt. Er war Athene geweiht, der Schutzgöttin Athens.
Für politische Entscheidungen gab es in fast allen Poleis eine Volksversammlung, mindestens einen Rat und Amtsträger. Amtsträger waren Menschen, die für eine begrenzte Zeit eine öffentliche Aufgabe übernahmen. Wie diese Einrichtungen arbeiteten und wie viel Macht sie hatten, unterschied sich jedoch stark.
Der Rat machte der Volksversammlung Vorschläge. Die Volksversammlung war für Beschlüsse vorgesehen, hatte aber nicht überall gleich viel zu entscheiden. In manchen Poleis spielte sie kaum eine Rolle. In anderen konnte ein großer Kreis von Bürgern mitbestimmen. Es gab auch Poleis ohne Volksversammlung.
Amtsträger kümmerten sich etwa um Geld, Gerichte oder öffentliche Bauten. Ihre Amtszeit war in der Regel auf ein Jahr begrenzt. Sie wurden durch Wahl oder Los bestimmt. Bei einem Los entscheidet der Zufall, wer das Amt erhält.
| Ort oder Einrichtung | Aufgabe oder Bedeutung |
|---|---|
| Agora | Zentraler Platz für Begegnungen, Handel und kulturelles Leben |
| Akropolis in Athen | Burgberg, der Athene geweiht war |
| Rat | Machte der Volksversammlung Vorschläge |
Beispiel: Ein Festzug durch Athen
- 1Bei einem Fest zu Ehren der Göttin Athene zog ein Festzug durch Athen.
- 2Sein Weg führte vom Stadttor über die Agora hinauf zur Akropolis.
- 3Dort überreichten die Teilnehmer der Göttin ein neues Gewand. Das Fest verband verschiedene Orte der Stadt.
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In einer Polis zu leben bedeutete nicht, politisch mitbestimmen zu dürfen. An der Selbstverwaltung konnten nur erwachsene Männer mit vollen Bürgerrechten teilnehmen. Sie mussten von Bürgern abstammen. Welche Rechte ein Bürger hatte, hing in manchen politischen Ordnungen auch von seinem Besitz und seinem Beitrag zur Verteidigung ab.
Die politischen Ordnungen waren verschieden. Manchmal herrschte ein einzelner Mann, manchmal eine Minderheit der Bürger. In einer Demokratie durften alle Männer mit vollen Bürgerrechten mitbestimmen. In Athen, einer griechischen Polis, hing ihre gleichberechtigte Beteiligung in der Demokratie nicht von ihrem Vermögen ab. Athen war aber kein Muster für jede Polis.
Frauen galten in den meisten Poleis durchaus als Bürger. Trotzdem durften sie weder wählen noch politische Ämter übernehmen. Auch Kinder waren von der politischen Selbstverwaltung ausgeschlossen. In Athen konnten Frauen bei der Führung des Haushalts und der Erziehung der Kinder hohes Ansehen genießen. Politische Rechte hatten sie dadurch nicht.
Metöken waren zugezogene freie Bewohner ohne das örtliche Bürgerrecht. Sie arbeiteten oft in Handel und Handwerk, durften aber politisch nicht mitwirken. Auch Sklaven waren ausgeschlossen. Sklaven waren unfreie Menschen, über deren Arbeit andere verfügten. Sie arbeiteten unter anderem in Haushalten, in der Landwirtschaft und in Bergwerken. In manchen Poleis war ihre Arbeit für die Wirtschaft besonders wichtig.
Definition
Politische Teilhabe
Politische Teilhabe bedeutet, bei gemeinsamen Entscheidungen mitwirken zu dürfen, etwa durch Abstimmen oder das Übernehmen eines öffentlichen Amtes.
Merke: Bewohner, Bürger und politisch vollberechtigter Bürger bedeuteten nicht dasselbe. Auch in einer griechischen Demokratie waren große Teile der Bevölkerung ausgeschlossen.
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Die einzelnen Poleis wollten ihre Angelegenheiten selbst regeln. Auch kleine Poleis legten großen Wert auf ihre Eigenständigkeit. Sie wollten diese nicht freiwillig aufgeben. Gemeinsame griechische Kultur bedeutete also nicht, dass alle Poleis einen einzigen Staat bildeten.
Trotzdem gab es vieles, was die Griechen verband. Sie teilten Bräuche und Geschichten über Götter und Helden. Auch ähnliche Formen ihrer Sprache konnten ein Gefühl der Zusammengehörigkeit schaffen. Die Griechen bezeichneten sich selbst als Hellenen.
Besonders wichtig waren gemeinsame große Sportfeste. Zu den Olympischen Spielen kamen Griechen aus verschiedenen Poleis, beispielsweise auch aus Unteritalien. Die Spiele fanden alle vier Jahre in Olympia statt, einem Ort in Griechenland. Dort gehörten sportlicher Wettstreit und die Verehrung der Götter zusammen. Auch politische Vertreter trafen sich dort.
So konnten sich Menschen als Griechen verbunden fühlen und zugleich zu unterschiedlichen politischen Gemeinschaften gehören. Ein gemeinsames Fest hob die Eigenständigkeit einer Polis nicht auf.
Merke: Eigene politische Entscheidungen und gemeinsame Kultur passten zusammen: Die Poleis wollten eigenständig bleiben, während Bräuche, Göttergeschichten und Feste die Griechen verbanden.
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Alles auf einen Blick
Polis
Gemeinschaft
Die Polis war mehr als ein bebauter Ort. Zu ihr gehörten in der Regel Stadt und Umland sowie gemeinsame politische und religiöse Regeln.
Einrichtungen
In fast allen Poleis gab es eine Volksversammlung, mindestens einen Rat und Amtsträger. Ihre Macht war unterschiedlich verteilt.
Mitbestimmung
Nur erwachsene Männer mit vollen Bürgerrechten konnten an der politischen Selbstverwaltung teilnehmen.
Ausschlüsse
Frauen, Kinder, Metöken und Sklaven durften politisch nicht mitwirken.
Zusammengehörigkeit
Gemeinsame Kultur verband die Griechen, während die Poleis ihre Eigenständigkeit bewahren wollten.
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Stadt und Land als Teile einer Polis erklären
- 1Aufgabe: Erkläre an der Versorgung mit Nahrung, warum eine Polis mehr als ihre Stadt war.
- 2Zuerst das Gebiet bestimmen: Zur Polis gehörten in der Regel der städtische Mittelpunkt und das umliegende Land.
- 3Dann die Arbeit betrachten: Bäuerliche Familien erzeugten Nahrung vor allem für sich selbst, aber auch für die Bewohner der Stadt.
- 4Daraus die Verbindung erklären: Stadt und Umland gehörten zusammen. Wer nur die Häuser der Stadt betrachtet, übersieht einen wichtigen Teil der Polis.
Fehler finden
Prüfe die Aussagen zu den Amtsträgern In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 2Die falsche Aussage verwechselt die Amtsdauer. Richtig: Die Amtszeit war in der Regel auf ein Jahr begrenzt.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Der Athene geweihte Burgberg mitten in Athen hieß . Die Olympischen Spiele der Antike fanden alle Jahre statt. In den meisten Poleis galten als Bürger, obwohl sie nicht wählen durften.
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
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