Geschichte · Klasse 5–8 · aktualisiert
Römische Republik: Macht, Konflikte und Ende
Du lernst, wer in der römischen Republik entschied, warum Bürger um Rechte kämpften und wie Machtkämpfe zur Herrschaft des Augustus führten.
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Kurz gesagt
In der römischen Republik teilten sich Amtsträger, Senat und Volksversammlungen politische Aufgaben. Die Bürger hatten aber nicht gleich viel Einfluss. Soziale Konflikte und Bürgerkriege schwächten die Ordnung; schließlich herrschte Augustus allein.
Wer darf Regeln beschließen, und wer führt sie aus? In der römischen Republik waren daran verschiedene Gruppen beteiligt. Du untersuchst, wie sie zusammenarbeiteten, um Macht stritten und andere Menschen von Entscheidungen ausschlossen.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
In der römischen Republik verteilten sich politische Aufgaben auf verschiedene Einrichtungen. In den Volksversammlungen wählten Bürger Amtsträger und beschlossen Gesetze. Die gewählten Amtsträger, auch Magistrate genannt, erledigten staatliche Aufgaben. Der Senat war ein Rat ehemaliger hoher Amtsträger. Er bestimmte besonders die Außenpolitik mit, also den Umgang Roms mit anderen Staaten und Völkern.
Die Mitglieder des Senats wurden nicht vom Volk gewählt. Besondere Amtsträger, die Censoren, ernannten sie. Senatoren behielten ihren Platz gewöhnlich auf Lebenszeit, konnten aber auch ausgeschlossen werden.
Amtsträger konnten einander Grenzen setzen. Mit einer Ausnahme waren alle Ämter gleichzeitig mit mindestens zwei Personen besetzt. Jeder konnte Entscheidungen seines Amtskollegen verhindern oder rückgängig machen. Die Ausnahme war das Amt des Diktators: Für Krisenzeiten konnte für ein halbes Jahr ein einzelner Mann besondere Befehlsgewalt erhalten. Volkstribunen hatten eine andere Aufgabe: Sie konnten durch Einspruch Maßnahmen gegen Plebejer stoppen. Plebejer waren Bürger außerhalb der Gruppe der Patrizier, deren besondere Stellung vererbt wurde.
Diese Ordnung war über längere Zeit gewachsen. Die Aufgaben waren nicht so getrennt wie in einem modernen Staat. Ein Amt konnte zum Beispiel politische Aufgaben und den Befehl über Soldaten verbinden.
Definition
Amt
Ein Amt ist eine öffentliche Aufgabe mit bestimmten Rechten und Pflichten. Ein Amtsträger übernimmt diese Aufgabe.
Beispiel: Beispieltext, ausgedacht: ein Einspruch
- 1Eine geplante Maßnahme richtet sich gegen Plebejer.
- 2Ein Volkstribun erhebt Einspruch und stoppt die Maßnahme.
- 3Daran erkennst du: Der Einspruch eines Volkstribunen konnte eine solche Maßnahme verhindern.
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Die Patrizier waren eine Gruppe von Familien, deren besondere Stellung vererbt wurde. Sie beanspruchten in der frühen Republik einen bevorzugten Zugang zu Ämtern. Die Plebejer wollten mehr Rechte und besseren Schutz. Zu ihnen gehörten auch wohlhabende Bürger. Plebejer waren also nicht einfach gleichbedeutend mit Armen.
Die Auseinandersetzungen zwischen diesen Gruppen heißen Ständekämpfe. Plebejer erkämpften, dass Recht schriftlich festgehalten wurde. Außerdem erreichten sie Schutz durch Volkstribunen und Zugang zu hohen Ämtern. Die Beschlüsse ihrer eigenen Versammlung wurden für alle Bürger verbindlich.
Besonders wohlhabende Plebejer profitierten von den neuen Möglichkeiten. Hohe Staatsämter wurden nicht bezahlt. Deshalb konnten sich nur bestimmte Menschen eine Bewerbung und die Arbeit in einem solchen Amt leisten. Aus Patriziern und aufgestiegenen plebejischen Familien entstand eine neue Oberschicht, also eine Gruppe mit besonders viel Ansehen und Einfluss. Die neuen Rechte bedeuteten keine Gleichstellung aller Einwohner.
Merke: Mehr Rechte für Plebejer bedeuteten nicht gleiche Möglichkeiten für alle Einwohner. Besonders wohlhabende Plebejer gewannen Einfluss.
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Rom dehnte durch Kriege seine Herrschaft aus. Diese Ausdehnung nennt man Expansion. Sie brachte mehr Reichtum, verschärfte aber auch soziale Spannungen, also Gegensätze zwischen Bevölkerungsgruppen: Lange Kriegsdienste belasteten Bauern, während große Landbesitzer ihren Besitz ausbauten. Die Gracchen, römische Politiker, versuchten die Verteilung von Land zu verändern. Solche geplanten Veränderungen nennt man Reformen. Ihre Reformversuche führten zu heftigen Konflikten und politischer Gewalt.
Auch das Verhältnis zwischen Soldaten und ihren Befehlshabern veränderte sich. Soldaten wurden stärker von erfolgreichen Feldherren abhängig. Gegner kämpften nun mit Heeren um die Macht. Ein Krieg zwischen Gruppen desselben Staates heißt Bürgerkrieg. Solche Kriege schwächten die Ordnung der Republik. Der persönliche Befehl über Soldaten schränkte die Kontrolle der Feldherren durch andere staatliche Einrichtungen ein.
Der Feldherr und Politiker Caesar wurde nach seinen Siegen zum Alleinherrscher und besetzte Staatsämter nach seinem Willen. Eine Gruppe von Verschwörern ermordete ihn. Sie wollte eine Republik wiederherstellen, in der die führenden Familien des Senats herrschten. Doch es folgten weitere Machtkämpfe.
Schließlich setzte sich Octavian, Caesars Großneffe und Haupterbe, gegen den römischen Politiker Antonius und die ägyptische Königin Kleopatra durch. 27 v. Chr. erhielt Octavian den Ehrennamen Augustus. Die Abkürzung „v. Chr.“ bedeutet „vor Christus“ und bezeichnet Jahre vor dem Beginn unserer Zeitrechnung. Augustus sicherte seine beherrschende Stellung. Nach außen blieb eine republikanische Regierungsform bestehen, tatsächlich lag die Macht bei einem Alleinherrscher.
Die Ausdehnung der Herrschaft allein erklärt dieses Ende nicht. Wichtig waren die sozialen Konflikte, die Abhängigkeit der Soldaten von Feldherren und die Entscheidungen von Politikern, ihre Macht mit Heeren durchzusetzen.
Merke: Verbinde die Schritte: Roms Ausdehnung verschärfte soziale Spannungen. Machtkämpfe wurden mit Heeren ausgetragen. Bürgerkriege schwächten die Republik.
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In einer modernen Demokratie kommt es darauf an, dass politische Mitbestimmung auf gleichen Rechten beruht. Für die römische Republik reicht es deshalb nicht, nur auf ihre Wahlen zu schauen. Du musst auch fragen: Wer durfte mitentscheiden, und wie viel zählte seine Stimme?
Frauen konnten weder wählen noch Ämter übernehmen. Versklavte Menschen waren von der politischen Mitbestimmung ausgeschlossen. Sie lebten in Unfreiheit. Auch unter den beteiligten Bürgern war der Einfluss ungleich verteilt: In der Zenturiatsversammlung, einer bestimmten Volksversammlung, hatten Vermögende, also reiche Bürger, mehr Stimmgewicht. Ihre Stimmen hatten also mehr Einfluss auf das Ergebnis.
Mehrere Einrichtungen begrenzten zwar die Macht einzelner Amtsträger. Doch ungleicher Wohlstand und der persönliche Befehl über Soldaten schränkten diese Kontrolle ein. Ein begründetes Urteil lautet daher: Die Republik kannte Wahlen und gegenseitige Kontrolle, bot aber keine gleiche politische Mitbestimmung wie eine moderne Demokratie.
Definition
Politische Mitbestimmung
Politische Mitbestimmung bedeutet, an Entscheidungen über gemeinsame Regeln und die Besetzung öffentlicher Ämter beteiligt zu sein.
Merke: Wahlen allein beweisen noch keine gleichen politischen Rechte. Prüfe auch, wer ausgeschlossen ist und wie stark die Stimmen zählen.
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Alles auf einen Blick
Römische Republik
Aufgaben
Volksversammlungen wählten und beschlossen Gesetze, Amtsträger erledigten Staatsaufgaben, der Senat prägte besonders die Außenpolitik.
Rechte
Plebejer erkämpften Schutz und Zugang zu Ämtern. Besonders wohlhabende Plebejer profitierten.
Spannungen
Roms Ausdehnung belastete Bauern durch lange Kriegsdienste, während große Landbesitzer ihren Besitz ausbauten.
Machtkämpfe
Bürgerkriege schwächten die Republik. Augustus sicherte schließlich seine Stellung als Alleinherrscher.
Mitbestimmung
Ausschlüsse und ungleiches Stimmgewicht verhinderten gleiche politische Beteiligung.
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Die Landreformversuche der Gracchen erklären
- 1Aufgabe: Erkläre, welches Problem die Gracchen verändern wollten und was auf ihre Versuche folgte.
- 2Ausgangslage erkennen: Lange Kriegsdienste belasteten Bauern. Große Landbesitzer bauten ihren Besitz aus.
- 3Vorhaben benennen: Die Gracchen versuchten, die Verteilung von Land zu verändern.
- 4Folge unterscheiden: Ihre Reformversuche führten zu heftigen Konflikten und politischer Gewalt.
- 5Ergebnis formulieren: Die Landfrage zeigt einen sozialen Konflikt der Republik. Aus diesem einzelnen Konflikt lässt sich ihr späteres Ende noch nicht vollständig erklären.
Fehler finden
Prüfe die Aussagen über Augustus In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 3Die letzte Aussage verwechselt die äußere Regierungsform mit der tatsächlichen Macht. Richtig: Tatsächlich lag die Macht unter Augustus bei einem Alleinherrscher.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Gesetze beschlossen in der römischen Republik die . Den Ehrennamen Augustus erhielt 27 v. Chr. . In der Zenturiatsversammlung hatten mehr Stimmgewicht.
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