Geschichte · Klasse 5–8 · aktualisiert
Römischer Konsul: Amt, Macht und Aufgaben
Du lernst, welche Aufgaben römische Konsuln hatten, was ihre Macht begrenzte und warum über den Beginn ihres Amtes gestritten wird.
0 von 10 Aufgaben gelöst
Kurz gesagt
Das Konsulat war das höchste Amt für Politik und Heer in der Römischen Republik. In der Regel übten zwei gleichberechtigte Konsuln es für ein Jahr aus. In der Kaiserzeit verlor das Amt seine politische Macht, blieb aber sehr angesehen.
Wie lässt sich verhindern, dass ein mächtiger Amtsträger allein entscheidet? In Rom sollten sich zwei Konsuln gegenseitig kontrollieren. An ihrem Amt erkennst du auch, dass großes Ansehen nicht unbedingt große Macht bedeutet.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
5 Abschnitte
In der Römischen Republik war das Konsulat das höchste Amt für Politik und Heer. Politik meint hier die Regelung gemeinsamer Angelegenheiten des Staates. Das Heer war die Armee. Republik bezeichnet hier die römische Ordnung mit gewählten Amtsträgern. Eine römische Volksversammlung wählte die Konsuln. Gegen Ende der Republik mussten Bewerber mindestens 42 Jahre alt sein.
Die Konsuln leiteten die Beratungen des Senats, einer Versammlung einflussreicher Männer. Dort brachten sie Vorschläge für Gesetze ein. Außerdem konnten sie die Volksversammlung einberufen und hatten den Oberbefehl über das Heer. Auch religiöse Aufgaben gehörten dazu, etwa die Einweihung von Tempeln, also Heiligtümern für Götter.
Verwaltungsaufgaben gingen mit der Zeit zunehmend an andere Amtsträger über. Das Konsulat war deshalb vor allem ein politisches Amt. Es wurde nicht bezahlt. Stattdessen erwartete man, dass die Amtsträger eigenes Vermögen für den Staat einsetzten.
Definition
Konsulat
So heißt das Amt eines Konsuls. Das Wort kann auch seine Amtszeit bezeichnen.
Merke: Konsuln hatten in der Republik Aufgaben in der Politik, beim Heer und bei religiösen Handlungen.
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In der Republik sollte kein Konsul allein und auf Dauer herrschen. Dafür gab es zwei Regeln: Annuität bedeutete, dass die Amtszeit auf ein Jahr begrenzt war. Kollegialität bedeutete, dass zwei gleichberechtigte Konsuln das Amt gemeinsam ausübten. Keiner war der Vorgesetzte des anderen.
Ein Konsul konnte eine Entscheidung seines Kollegen durch ein Veto stoppen. Veto bedeutet „ich verbiete“. Die begrenzte Amtszeit und die gegenseitige Kontrolle sollten verhindern, dass Konsuln ihre Macht missbrauchten. Diese Regeln beschreiben die Ordnung des Amtes; es gab aber auch Ausnahmen.
Beim Vorsitz im Senat wechselten sich die Konsuln monatlich ab. Im Krieg wechselten sie sich beim Oberbefehl täglich ab, sofern beide gemeinsam bei einem Heer waren. Ob und wie sich diese Regel seit dem römischen Machthaber Sulla änderte, ist unter Geschichtsforschern umstritten. Starb ein Konsul während seiner Amtszeit oder gab er das Amt auf, wurde ein Ersatzkonsul nachgewählt.
Definition
Annuität und Kollegialität
Für das Konsulat der Republik galt: Annuität begrenzt die Amtszeit auf ein Jahr. Kollegialität verteilt das Amt auf zwei gleichberechtigte Konsuln.
Beispiel: Zwei verschiedene Wechsel
- 1Beim Vorsitz im Senat wechselten sich die Konsuln monatlich ab.
- 2Im Krieg wechselten sie sich beim Oberbefehl täglich ab, sofern beide gemeinsam bei einem Heer waren. Veränderungen dieser Regel seit Sulla sind umstritten.
- 3Der Wechsel bei einer Aufgabe ist nicht dasselbe wie das Ende der Amtszeit.
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Die Römer konnten ein Jahr durch die Namen seiner beiden Konsuln angeben. Eine solche Jahresangabe nannte also keine Jahreszahl wie die heute übliche Angabe „32 v. Chr.“. Die Abkürzung „v. Chr.“ bedeutet „vor Christus“.
Gnaeus Domitius und Gaius Sosius waren die Konsuln des Jahres 32 v. Chr. Wenn ein Ereignis ihrem gemeinsamen Konsulatsjahr zugeordnet wird, lässt es sich damit in unsere Jahreszählung übertragen. Dafür musst du wissen, welches Konsulpaar zu welchem Jahr gehört.
Das Datum des Amtsantritts änderte sich im Laufe der Zeit. Erst 153 v. Chr. wurde es auf den 1. Januar vorverlegt. Dieser Tag galt seither als Jahresanfang. In der Kaiserzeit war es besonders ehrenvoll, zu den ordentlichen Konsuln zu gehören: Das waren die Konsuln, die dem Jahr seinen Namen gaben, auch wenn später andere Konsuln nachrückten.
Merke: Die Namen des Konsulpaars konnten ein Jahr bezeichnen. Eine Liste der Konsuln hilft dir, die passende Jahreszahl zu finden.
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In der Kaiserzeit standen Kaiser an der Spitze des Reiches. Das Konsulat bestand weiter, verlor aber sehr bald seinen tatsächlichen politischen Einfluss. Trotzdem blieb es sehr angesehen und begehrt.
Der römische Kaiser Tiberius übertrug die Wahl der Konsuln 14 n. Chr. an den Senat. „n. Chr.“ bedeutet „nach Christus“. Schließlich verlieh der Kaiser das Amt selbst. Die frühere Wahl durch eine Volksversammlung blieb also nicht bestehen.
Oftmals blieben Konsuln in der Kaiserzeit nur einige Monate im Amt. Danach konnten Nachrücker ebenfalls das Ansehen und die Berechtigung für höchste Ämter erlangen. Ansehen und politische Macht waren also nicht dasselbe.
Über den entscheidenden Machtverlust streiten Geschichtsforscher. Manche setzen ihn bereits um 80 v. Chr. unter Sulla an. Die meisten verbinden ihn mit dem frühen Kaisertum: Kaiser Augustus habe die Befugnisse der Konsuln beim Heer 18 v. Chr. stark eingeschränkt.
| Bereich | Republik | Kaiserzeit |
|---|---|---|
| Besetzung | Wahl durch eine Volksversammlung | Ab 14 n. Chr. Wahl durch den Senat, schließlich Verleihung durch den Kaiser |
| Politische Stellung | Höchstes Amt für Politik und Heer | Sehr bald ohne tatsächlichen politischen Einfluss |
| Amtszeit | In der Regel ein Jahr | Oftmals nur einige Monate |
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Eine später überlieferte Erzählung setzt den Beginn des Konsulats auf 509 v. Chr. Damals sei der letzte römische König gestürzt worden. Diese Angabe ist jedoch seit langer Zeit umstritten. Du solltest deshalb nicht schreiben, der Beginn in diesem Jahr sei sicher bewiesen.
Viele, besonders deutsche Forscher zur Geschichte des Altertums, nehmen einen späteren Beginn an: Das Konsulat sei erst zwischen 367 und 300 v. Chr. entstanden. Zuvor habe ein einzelner oberster Amtsträger an der Spitze des Staates gestanden. Nach ihrer Auffassung wurden die Konsullisten für die Frühzeit erst nachträglich erfunden.
Damit stehen eine spätere Überlieferung und eine andere Erklärung vieler Forscher nebeneinander. Auch die spätere Entstehung ist eine Annahme, keine sicher feststehende Jahreszahl. Wenn du die Anfänge beschreibst, musst du deutlich machen, welche Aussage überliefert ist und was Forscher vermuten.
Definition
Überlieferte Tradition
Eine Erzählung, die weitergegeben wurde. Dass sie überliefert ist, beweist noch nicht, dass sich alles genau so ereignet hat.
Merke: Beim Beginn des Konsulats ist die Unsicherheit Teil der Erklärung. Eine umstrittene Angabe darf nicht als sicherer Fakt erscheinen.
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Alles auf einen Blick
Römischer Konsul
Aufgaben
Konsuln übernahmen in der Republik Aufgaben in der Politik, beim Heer und bei religiösen Handlungen.
Machtgrenzen
In der Republik sollten ein Jahr Amtszeit und gegenseitige Kontrolle Machtmissbrauch verhindern.
Jahresangaben
Die Namen der beiden Jahreskonsuln konnten ein Jahr bezeichnen.
Wandel
In der Kaiserzeit blieb das hohe Ansehen trotz des Verlusts politischer Macht erhalten.
Unsicherheit
Der Beginn des Konsulats ist umstritten. Unterscheide die überlieferte Erzählung von den Auffassungen der Forscher.
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Beispieltext, ausgedacht: Was geschieht nach einem Rücktritt?
- 1In der Republik gibt ein Konsul während seiner Amtszeit das Amt auf. Erkläre, wie die freie Stelle besetzt wird.
- 2Die passende Regel suchen: Bei einem Rücktritt wird ein Ersatzkonsul nachgewählt.
- 3Die Regel anwenden: Für die freie Stelle findet deshalb eine Nachwahl statt.
- 4Das Ergebnis erklären: Der verbliebene Konsul übernimmt nicht einfach dauerhaft beide Stellen.
Fehler finden
Prüfe die Aussagen zur Besetzung des Konsulats In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 2Die zweite Aussage nennt die falsche Versammlung. Richtig: Tiberius übertrug die Wahl der Konsuln 14 n. Chr. an den Senat.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Die Annuität begrenzte die Amtszeit in der Republik auf . Das gemeinsame Konsulatsjahr von Gnaeus Domitius und Gaius Sosius entspricht . Oftmals dauerte die Amtszeit nur einige Monate in der .
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
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