Geschichte · Klasse 5–8 · aktualisiert
Prinzipat: Wie Augustus die Republik veränderte
Du lernst, wie Augustus trotz alter Ämter allein herrschte, worauf seine Macht beruhte und warum 284 n. Chr. eine wichtige Grenze ist.
0 von 8 Aufgaben gelöst
Kurz gesagt
Der Prinzipat war eine Alleinherrschaft im Römischen Reich unter fortbestehenden republikanischen Formen. Augustus bündelte viele Befugnisse. Der Senat und die alten Ämter bestanden weiter, doch die Macht lag vor allem beim Kaiser.
Ämter können weiterbestehen, obwohl sich die Macht stark verschiebt. Genau das geschah unter Augustus im Römischen Reich. Du untersuchst, welche Rechte er sammelte und warum er trotzdem Unterstützung brauchte.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
3 Abschnitte
Augustus war der erste Herrscher des Prinzipats. Zuvor hieß er Octavian. Im Jahr 27 v. Chr. erhielt er vom Senat den Ehrennamen Augustus. Der Senat war eine Versammlung führender Männer Roms; seine Mitglieder hießen Senatoren.
Die römische Republik hatte verschiedene Ämter. Macht sollte durch die Aufteilung auf mehrere Amtsträger und die zeitliche Begrenzung ihrer Aufgaben beschränkt werden. Unter Augustus bestanden der Senat und republikanische Ämter weiter. Zugleich vereinte Augustus so viele Befugnisse, also besondere Rechte zum Entscheiden und Handeln, dass er allein herrschen konnte.
Diese Verbindung heißt Prinzipat: Die alten Formen blieben, aber ein Einzelner besaß eine überragende Machtstellung. Augustus stellte seine Ordnung als Wiederherstellung der Republik dar. Das bedeutete jedoch keine Rückkehr zur früheren Machtverteilung. Seine Herrschaft entstand schrittweise.
Das Wort Prinzipat hängt mit dem lateinischen Wort „princeps“ zusammen. Es bedeutet „der Erste“. Der Titel stellte den Herrscher als ersten Bürger heraus.
Definition
Republikanische Formen
Damit sind hier die weiterbestehenden Einrichtungen und Ämter der römischen Republik gemeint. Ihr Fortbestehen sagt noch nicht, wie viel Macht sie tatsächlich hatten.
Merke: Beim Prinzipat musst du zwei Dinge unterscheiden: Welche Ämter bestanden weiter? Und wer konnte die wichtigsten Entscheidungen bestimmen?
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Der Senat übertrug Augustus Rechte, die aus republikanischen Ämtern stammten. Entscheidend war ihre Verbindung in einer Person über lange Zeit. Augustus verfügte über den Großteil der Legionen, also großer Truppenverbände des römischen Heeres. Seine übergeordnete militärische Befehlsgewalt erstreckte sich auf das ganze Reich. Sie erlaubte ihm wohl auch, den Statthaltern in den vom Senat verwalteten Gebieten übergeordnet zu sein. Statthalter leiteten solche Gebiete.
Hinzu kamen die Rechte der Volkstribunen. Diese Amtsträger sollten die Interessen des einfachen Volkes vertreten. Augustus erhielt ihre Rechte, ohne ihr Amt mit dessen Pflichten zu übernehmen. Er konnte der Volksversammlung Gesetze vorschlagen, Senatssitzungen einberufen und Handlungen anderer Amtsträger verhindern. So konnte er auch Entscheidungen innerhalb des Reiches bestimmen.
Neben diesen übertragenen Rechten besaß Augustus weitere Machtmittel: Die Treue der Soldaten und sein riesiges Privatvermögen stärkten ihn. Geldbesitz war dabei etwas anderes als eine vom Senat verliehene Befugnis.
In seinem Bericht über seine Taten behauptete Augustus, sein Ansehen habe das anderer Amtsträger übertroffen, nicht aber seine Amtsgewalt. Dieser Vergleich bezog sich auf Kollegen im jeweils gleichen Amt. Er erfasste nicht die Summe seiner besonderen Machtmittel. Augustus beschrieb seine Stellung also so, dass sie zu seinem Bild von der wiederhergestellten Republik passte.
Definition
Vetorecht
Ein Vetorecht ist das Recht, eine Handlung zu verhindern. Augustus konnte mit den Rechten der Volkstribunen gegen Handlungen anderer Amtsträger einschreiten.
Beispiel: Beispieltext, ausgedacht: Ein Amtsträger wird gestoppt
- 1Ein römischer Amtsträger will eine Entscheidung ausführen.
- 2Augustus nutzt sein Vetorecht und verhindert die Handlung.
- 3Das Amt besteht weiter. Doch Augustus kann seinen Inhaber bei einer Handlung stoppen.
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Alleinherrschaft bedeutete nicht, dass der Kaiser ohne Unterstützung auskam. Der Historiker Egon Flaig erklärt den Prinzipat durch die Unterstützung von Heer, Senat und Volk Roms. Das ist ein Erklärungsmodell eines Forschers, keine damalige Regel für die Herrschaft. Diese Gruppen wählten den Kaiser auch nicht gemeinsam mit gleichen Rechten.
Die Treue des Heeres war entscheidend. Der Senat verlieh Befugnisse, und Senatoren behielten wichtige Aufgaben. Ihr Einfluss war gegenüber dem Kaiser jedoch begrenzt. Augustus förderte die Unterstützung in der Bevölkerung durch Zuwendungen und öffentliche Leistungen. Du kannst deshalb urteilen: Das Heer war besonders wichtig, doch Senat und Bevölkerung waren nicht bedeutungslos.
Auch die Nachfolge war nicht einfach durch Erben geregelt. Die Kaiserherrschaft war rechtlich nicht erblich. Tiberius, der Nachfolger des Augustus, besaß schon vor dessen Tod wichtige Vollmachten, also übertragene Rechte zum Entscheiden und Handeln. Augustus’ privates Vermögen zu erben war nicht dasselbe wie die Kaiserherrschaft zu übernehmen.
Mit der Zeit gewann die Verwaltung des Kaisers gegenüber der Verwaltung des Senats an Gewicht. Der Wandel verlief langsam und nicht geradlinig. Für 235–284 n. Chr. sind häufige, vom Militär gestützte Kaiserwechsel und Bürgerkriege überliefert. Bürgerkriege sind Kriege innerhalb eines Reiches oder Staates.
Im Jahr 284 n. Chr. erhoben Soldaten Diokletian zum Kaiser. Seine anschließenden Reformen, also Maßnahmen zur Neuordnung, veränderten die Herrschaft umfassend. Später gehörte dazu eine Führung aus vier Kaisern. Sie bestand nicht schon vollständig am Tag seines Regierungsantritts. Deshalb gilt 284 n. Chr. meist als Grenze zwischen Prinzipat und Spätantike, einem späteren Abschnitt der römischen Geschichte. Diese Grenze hilft beim Ordnen der Geschichte; sie bezeichnet keinen plötzlichen vollständigen Wechsel an einem Tag.
| Gruppe | Bedeutung für die Herrschaft |
|---|---|
| Heer | Die Treue der Soldaten war entscheidend. |
| Senat | Er verlieh Befugnisse; Senatoren behielten wichtige Aufgaben. |
| Volk Roms | Zuwendungen und öffentliche Leistungen förderten Unterstützung. |
Merke: 284 n. Chr. gilt meist als Grenze des Prinzipats. Der Wandel begann aber früher und setzte sich mit Diokletians Reformen fort.
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Alles auf einen Blick
Prinzipat
Herrschaft
Der Prinzipat verband Alleinherrschaft mit fortbestehenden republikanischen Formen.
Befugnisse
Augustus vereinte militärische Befehlsgewalt und Rechte der Volkstribunen.
Unterstützung
Das Heer war entscheidend; auch Senat und Bevölkerung blieben wichtig.
Nachfolge
Privates Erbe und Kaiserherrschaft waren nicht dasselbe.
Wandel
284 n. Chr. gilt meist als Grenze, obwohl die Neuordnung ein längerer Vorgang war.
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Augustus’ Aussage über seine Amtsgewalt prüfen
- 1Aufgabe: Erkläre, warum Augustus’ Aussage über seine Amtsgewalt kein vollständiges Bild seiner Macht ergibt.
- 2Aussage erfassen: In seinem Tatenbericht behauptete Augustus, nur sein Ansehen habe das anderer Amtsträger übertroffen, nicht seine Amtsgewalt.
- 3Vergleich prüfen: Der Vergleich betraf Kollegen im jeweils gleichen Amt. Er erfasste nicht die Summe der besonderen Machtmittel des Augustus.
- 4Machtmittel ergänzen: Augustus vereinte viele Befugnisse. Außerdem stärkten ihn die Treue der Soldaten und sein riesiges Privatvermögen.
- 5Ergebnis formulieren: Seine Aussage passte zum Bild der wiederhergestellten Republik, zeigte aber seine überragende Machtstellung nicht vollständig.
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Fehler in Zeile 2Die zweite Aussage verwechselt privates Erbe und Herrschaft. Richtig: Die Kaiserherrschaft war rechtlich nicht erblich.
Lückentext
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Den Ehrennamen Augustus verlieh der Senat Octavian im Jahr . Mit den Rechten der Volkstribunen konnte Augustus . Soldaten erhoben Diokletian im Jahr zum Kaiser.
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