Geschichte · Klasse 5–8 · aktualisiert
Römische Kaiserzeit: Herrschaft, Blüte und Krise
Du lernst, wie Augustus herrschte, warum Roms Wachstum Grenzen hatte und wie du Geschichten über Kaiser vorsichtig prüfst.
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Kurz gesagt
Die Römische Kaiserzeit wird meist von 27 v. Chr. bis 284 n. Chr. eingeordnet. Augustus begründete eine Alleinherrschaft, während alte Ämter bestehen blieben. Auf Eroberungen folgten schwere Krisen und eine neue Ordnung der Kaiserherrschaft.
Ein Kaiser konnte mächtig sein und trotzdem behaupten, er habe nicht mehr Amtsgewalt als andere. Auch Geschichten über besonders grausame Kaiser erzählen nicht unbedingt gesicherte Tatsachen. Du untersuchst, wie die Herrschaft funktionierte und wie sich das Reich veränderte.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Die Römische Kaiserzeit wird meist von 27 v. Chr. bis 284 n. Chr. eingeordnet. Die Abkürzungen bedeuten „vor Christus“ und „nach Christus“. Am Anfang stand die neue Ordnung des römischen Staates durch Augustus, den ersten römischen Kaiser.
Meist unterscheidet man zwei Abschnitte: Die Frühe Kaiserzeit reicht von Augustus bis zum Kaiser Domitian. Die Hohe Kaiserzeit reicht von Kaiser Nerva bis zum Kaiser Carinus. Zu ihrem späteren Teil gehört die unruhige Zeit der Soldatenkaiser. Nach der Ermordung des Kaisers Severus Alexander durch aufständische Soldaten im Jahr 235 n. Chr. begann diese Zeit. Herrscher wechselten schnell, und das Heer bestimmte entscheidend über die Macht.
Das Ende der Kaiserzeit ist eine Grenze, über die Historiker, also Geschichtsforscher, diskutieren. Häufig setzen sie es bei 284 n. Chr. an. Kaiser Diokletian veränderte die Herrschaftsordnung. Unter anderem teilte er die Kaiserherrschaft auf vier Herrscher auf. Mit seinen Veränderungen verbindet man allgemein den Beginn der Spätantike, des folgenden Zeitabschnitts. Römische Kaiser gab es auch nach 284 n. Chr.
Definition
Soldatenkaiser
So nennt man die Kaiser einer unruhigen Zeit, in der das Heer an den Grenzen entscheidend über die politische Macht bestimmte.
Merke: Eine Zeitgrenze bedeutet nicht, dass alles auf einmal endete. Auch in der Spätantike regierten römische Kaiser.
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Bevor Augustus Kaiser wurde, war Rom eine Republik: An der Spitze stand kein König. Zur alten Ordnung gehörten mehrere Amtsträger und der Senat, eine Versammlung führender Männer. Augustus ließ diese Formen bestehen. Die tatsächliche Macht verteilte er aber nicht gleichmäßig auf die Amtsträger.
Im Januar 27 v. Chr. gab Augustus seine Alleinherrschaft nur zum Schein auf. Er ließ sich den Oberbefehl über die Legionen in den Grenzprovinzen übertragen und regelmäßig erneuern. Legionen waren große Einheiten des römischen Heeres. Provinzen waren verwaltete Gebiete des Reichs. Besondere Amtsrechte gaben seiner Macht eine rechtliche Grundlage.
Augustus trat als erster Bürger Roms auf. Diese Herrschaftsform heißt Prinzipat. Er behauptete in seinem Bericht über seine Taten, er habe mehr Ansehen, aber nicht mehr Amtsgewalt als seine Kollegen. Seine besonderen Rechte und Machtmittel widersprachen dieser Behauptung. Er herrschte dauerhaft allein, obwohl alte Ämter weiterbestanden.
Den Senat gewann Augustus durch Vorteile für sich. Die führenden adligen Familien verloren weitgehend ihre politische Macht, behielten aber ihren hohen gesellschaftlichen Rang. Augustus warb außerdem mit Bauten, Geschenken an das einfache Volk und dem Frieden nach den Bürgerkriegen für seine Herrschaft. Bürgerkriege sind Kriege zwischen Gruppen innerhalb eines Staates. In Rom ließ er unter anderem eine Feuerwehrtruppe einrichten.
Definition
Prinzipat
Herrschaftsform seit Augustus: Der Kaiser trat als erster Bürger auf. Alte Ämter blieben bestehen, während er tatsächlich allein herrschte.
Beispiel: Eine Veränderung im Alltag Roms
- 1Unter Augustus erhielt Rom eine Feuerwehrtruppe.
- 2Die neue Ordnung betraf damit auch Aufgaben in der Stadt.
- 3Für seine Herrschaft warb Augustus außerdem mit Bauten und Geschenken an das einfache Volk.
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Unter Augustus vergrößerte sich das Reich durch Eroberungen, etwa in der Alpenregion und in Nordspanien. Kaiser Trajan eroberte später weitere Gebiete in langen und teils erbitterten Kämpfen. Im Jahr 117 n. Chr. erreichte das Reich seine größte Ausdehnung. Wachstum bedeutete also auch Krieg.
Trajans Nachfolger Hadrian sah Roms Kräfte und Mittel deutlich überfordert. Deshalb gab er bedrohte Eroberungen im Osten wieder auf. Unter seiner Herrschaft erlebte die Kultur eine gewisse Blüte. Sein Nachfolger Antoninus Pius setzte die Politik der Verteidigung fort; seine Regierungszeit blieb als Friedenszeit in Erinnerung. Blüte und Eroberung waren also nicht dasselbe.
Unter Kaiser Mark Aurel endete diese Ruhe. Er musste mehrere Kriege führen. 165/166 n. Chr. brachten römische Truppen, die aus dem Osten zurückkehrten, eine Seuche ins Reich. Sie setzte dem Reich schwer zu. Auch eine Veränderung von Rechten gehört in die Kaiserzeit: Kaiser Caracalla verlieh 212 n. Chr. allen freien Bewohnern des Reichs das Bürgerrecht und die damit verbundene Steuerpflicht. Das Bürgerrecht bedeutete, rechtlich als römischer Bürger zu gelten.
In der Zeit der Soldatenkaiser geriet das Reich stark unter Druck. Herrscher wechselten schnell. Angriffe von außen, die Abspaltung von Gebieten und teils wirtschaftliche Probleme belasteten das Reich. Das Heer an den Grenzen wurde für die politische Macht entscheidend. Im Osten wurde das neupersische Sassanidenreich, ein Nachbarreich Roms, ein gefährlicher Gegner.
Vor allem Kaiser Aurelian konnte die Lage wieder festigen und verlorene Gebiete zurückgewinnen. Später veränderte Diokletian die Herrschaftsordnung und teilte die Kaiserherrschaft auf vier Herrscher auf. Die Krise führte also nicht sofort zum Ende des Reichs. Aus der Reihenfolge von Wachstum, Blüte und Krise folgt aber noch keine durchgehende Kette von Ursachen. Auch die Ursachen der wirtschaftlichen Probleme bleiben hier offen.
Merke: Trenne eine zeitliche Folge von einer Ursache: Hadrian gab bedrohte Eroberungen im Osten auf, weil er Roms Kräfte und Mittel deutlich überfordert sah.
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Eine Geschichte über einen Kaiser kann eine Tatsache, ein Gerücht oder eine Erklärung späterer Geschichtsforscher enthalten. Prüfe deshalb, wer etwas behauptet und wie sicher die Aussage ist. Ein einzelner Bericht reicht nicht aus, um einen Kaiser vollständig zu beurteilen.
Über Kaiser Caligula schrieben Geschichtsschreiber ein sehr negatives Bild. Angeblich wollte er sein Lieblingspferd zum Senator machen, also zum Mitglied des Senats. Schon das Wort „angeblich“ zeigt: Du darfst diesen Plan nicht als gesicherte Tatsache erzählen. Moderne Geschichtsforscher verstehen seine auffälligen Handlungen oft als Versuche, andere öffentlich herabzusetzen und seine Macht zu zeigen. Auch das ist eine Erklärung und keine sichere Aussage über seine Gedanken.
Bei Kaiser Nero musst du ebenfalls unterscheiden. Der Geschichtsschreiber Tacitus nennt Nero gerüchteweise als Urheber des großen Brandes in Rom. Dass Nero den großen Brand in Rom verursachte, bleibt damit unbewiesen. Nero nutzte den Brand zum Bau seiner Palastanlagen. Das ist eine andere Aussage als die Behauptung, er habe ihn gelegt.
Auch freundliche Kaiserbilder können zu einfach sein. Über die sogenannten Adoptivkaiser heißt es angeblich, sie hätten den Besten zum Nachfolger gewählt. Adoption bedeutet, jemanden als eigenes Kind anzunehmen. Bei dieser Nachfolge nahmen Kaiser ihren Nachfolger als Sohn an. Dass diese Kaiser keine Söhne hatten, spielte dabei eine wichtige Rolle. Die schöne Vorstellung von der Wahl des Besten erklärt daher nicht genug.
Definition
Gerücht
Eine verbreitete Behauptung, deren Wahrheit nicht gesichert ist.
Merke: Behalte Wörter wie „angeblich“ und „gerüchteweise“ bei. Sonst machst du aus einer unsicheren Behauptung eine scheinbar sichere Tatsache.
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Alles auf einen Blick
Römische Kaiserzeit
Zeit
Die Römische Kaiserzeit wird meist von 27 v. Chr. bis 284 n. Chr. eingeordnet.
Herrschaft
Augustus erhielt alte Ämter, besaß aber besondere Rechte und herrschte allein.
Wachstum
Hadrian sah Roms Kräfte überfordert und gab deshalb bedrohte Eroberungen im Osten auf.
Krise
Innerer und äußerer Druck belasteten das Reich; vor allem Aurelian konnte die Lage wieder festigen.
Kaiserbilder
Gerüchte und Erklärungen von Geschichtsforschern sind keine gesicherten Tatsachen.
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Hadrians Rückzug als Folge einer Überforderung erklären
- 1Aufgabe: Erkläre, warum Hadrian bedrohte Eroberungen im Osten aufgab.
- 2Ausgangslage bestimmen: Unter Trajan hatte das Reich seine größte Ausdehnung erreicht.
- 3Grund nennen: Hadrian sah Roms Kräfte und Mittel deutlich überfordert.
- 4Folge erklären: Deshalb gab er bedrohte Eroberungen im Osten wieder auf. Entscheidend ist seine Einschätzung der verfügbaren Kräfte und Mittel.
Fehler finden
Prüfe die Aussagen über Nero und den Brand In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 2Die zweite Aussage macht aus einem Gerücht einen Beweis für Neros Täterschaft. Richtig: Dass Nero den großen Brand in Rom verursachte, bleibt damit unbewiesen. Tacitus nennt ihn nur gerüchteweise als Urheber.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Unter Trajan erreichte das Römische Reich seine größte Ausdehnung. Caracalla verlieh allen freien Bewohnern des Reichs das Bürgerrecht samt Steuerpflicht. Aufständische Soldaten ermordeten Severus Alexander .
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback