Geschichte · Klasse 5–8 · aktualisiert
Plebejer im alten Rom: Rechte und Ständekämpfe
Du lernst, wer die Plebejer waren, warum sie um Mitsprache kämpften und welche Rechte sie im alten Rom erreichten.
0 von 8 Aufgaben gelöst
Kurz gesagt
Plebejer waren freie römische Bürger außerhalb der patrizischen Familien. Unter ihnen gab es arme und wohlhabende Menschen. In den Ständekämpfen erreichten sie eigene Vertreter und mehr politische Rechte.
Plebejer kämpften als Soldaten für Rom, waren aber zunächst von hohen politischen Ämtern ausgeschlossen. Dazu kamen für manche Familien Schulden und Sorgen um ihren Lebensunterhalt. Du erfährst, wie daraus ein langer Kampf um Hilfe und Mitsprache entstand.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
3 Abschnitte
Plebejer waren freie römische Bürger, die nicht zu den patrizischen Familien gehörten. Unter ihnen gab es Bauern, Handwerker und Händler. Manche waren arm, andere wohlhabend. Ein Plebejer war also weder ein Sklave noch unbedingt ein armer Mensch.
Die Patrizier gehörten durch ihre Herkunft zu einer einflussreichen oberen Gruppe der Gesellschaft. In der frühen Zeit der römischen Republik, einer damaligen Staatsordnung Roms, beherrschten sie die hohen politischen Ämter. Mit solchen Ämtern waren wichtige Aufgaben und Entscheidungen für Rom verbunden. Auch ein wohlhabender Plebejer hatte zunächst keinen gleichberechtigten Zugang dazu. Geld allein machte ihn nicht zum Patrizier.
Definition
Patrizier
Ein Patrizier gehörte durch seine Herkunft zu einer einflussreichen römischen Familie. Entscheidend war die Zugehörigkeit zu dieser Gruppe, nicht allein der Besitz.
Beispiel: Beispieltext, ausgedacht: ein wohlhabender Handwerker
- 1Ein freier römischer Bürger arbeitet als Handwerker und besitzt viel Geld.
- 2Seine Familie gehört nicht zu den patrizischen Familien.
- 3Er ist ein Plebejer. Sein Reichtum macht ihn nicht zum Patrizier.
Teste dich
Rom brauchte Plebejer als Soldaten. War ein Bauer im Krieg, konnte er seine Felder nicht selbst bearbeiten. Dadurch konnte die Ernte kleiner ausfallen. Für seine Familie konnte dann zu wenig zum Leben bleiben. Musste sie etwas leihen, entstanden Schulden. Konnte sie diese nicht zurückzahlen, drohten der Verlust von Besitz und persönliche Abhängigkeit vom Gläubiger. So heißt der Mensch, dem jemand etwas schuldet. Nicht jeder Soldat verarmte, und nicht alle Plebejer waren gleich stark betroffen.
Betroffene verlangten Erleichterungen bei ihren Schulden und Land. Doch der Ausschluss von hohen Ämtern erschwerte es Plebejern, ihre Forderungen selbst politisch durchzusetzen. Er erklärt hier also, warum Hilfe schwerer durchzusetzen war, nicht unmittelbar, wie die Schulden entstanden. Wirtschaftliche Not und fehlende Mitsprache verstärkten einander. Der lange Konflikt zwischen Plebejern und Patriziern heißt Ständekämpfe.
Gemeinsamer Widerstand konnte Druck ausüben: Wenn Plebejer den Kriegsdienst verweigerten oder sich gemeinsam zurückzogen, fehlten Rom benötigte Soldaten. Nicht gesichert ist jedoch die Vorstellung, sämtliche Plebejer hätten gleichzeitig jede Arbeit eingestellt.
Der römische Geschichtsschreiber Livius erzählt von einem früheren Soldaten, dessen Hof im Krieg verwüstet worden sei. Steuern und Schulden hätten seine Not verschärft, bis er Besitz und Freiheit verlor. Anschließend berichtet Livius von Plebejern, die sich trotz eines drohenden Angriffs nicht zum Heer meldeten. Servilius, ein hoher römischer Amtsträger mit dem Titel Konsul, versprach Schutz: Während des Dienstes sollte Soldatenbesitz nicht beschlagnahmt, also zwangsweise weggenommen, oder verkauft werden. Daraufhin meldeten sich Schuldner, also Menschen mit Schulden, zum Dienst. In der Erzählung wurden damit nicht alle Schulden dauerhaft gestrichen. Livius schrieb Jahrhunderte später und hatte die Ereignisse nicht selbst erlebt. Die Einzelheiten dieser frühen Zeit sind nicht sicher nachprüfbar.
Merke: Kriegsdienst konnte einen Bauernhof belasten und zu Schulden beitragen. Fehlende Mitsprache erschwerte es den Plebejern, Hilfe politisch durchzusetzen.
Teste dich
Die Plebejer erreichten ihre Erfolge über einen langen Zeitraum. Der erste gemeinsame Auszug aus Rom wird traditionell auf 494 v. Chr. datiert. „V. Chr.“ bedeutet „vor Christus“. Bei diesen Jahreszahlen liegt die größere Zahl weiter zurück. Die Überlieferung, also die weitergegebenen Berichte, verbindet den Auszug mit der Entstehung der Volkstribunen. Das genaue Geschehen ist umstritten.
Ein Volkstribun war ein gewählter Vertreter und Beschützer der Plebejer. Mit einem Veto, also einem Einspruch, konnte er bestimmte Amtshandlungen verhindern. Das sind Handlungen von Amtsträgern bei ihren Aufgaben für Rom. Seine Macht galt nicht für jede Entscheidung in jeder Situation.
Um 450 v. Chr. wurden mit dem Zwölftafelgesetz wichtige Rechtsregeln aufgeschrieben und öffentlich aufgestellt. Damit konnte man die Regeln öffentlich nachprüfen. Die Benachteiligungen verschwanden dadurch nicht sofort.
367/366 v. Chr. wurde das Konsulat, also das Amt eines Konsuls, für Plebejer geöffnet. Damit konnten sie eines der höchsten politischen Ämter erreichen. 366 v. Chr. trat der erste plebejische Konsul sein Amt an.
287 v. Chr. bestimmte ein Gesetz namens Lex Hortensia, dass Beschlüsse der plebejischen Versammlung für alle römischen Bürger galten, auch für Patrizier. Dies gilt als Abschluss der Ständekämpfe. Dennoch blieben Unterschiede bei Besitz und Einfluss bestehen. Wohlhabende, politisch erfolgreiche Plebejer und patrizische Familien bildeten eine neue Führungsschicht, also eine Gruppe mit besonders viel Einfluss.
| Zeitpunkt | Veränderung | Bedeutung |
|---|---|---|
| Traditionell 494 v. Chr. | Erster Auszug; damit verbindet die Überlieferung die Entstehung der Volkstribunen. | Eigene Vertreter sollten Plebejer schützen. Das genaue Geschehen ist umstritten. |
| Um 450 v. Chr. | Zwölftafelgesetz | Wichtige Rechtsregeln wurden öffentlich nachprüfbar. |
| 367/366 v. Chr. | Öffnung des Konsulats | 366 v. Chr. trat der erste plebejische Konsul sein Amt an. |
| 287 v. Chr. | Lex Hortensia | Beschlüsse der plebejischen Versammlung galten für alle römischen Bürger. |
Merke: Mehr politische Rechte bedeuteten nicht, dass alle Bürger gleich viel Besitz und Einfluss hatten.
Teste dich
Alles auf einen Blick
Plebejer
Gruppen
Plebejer waren freie Bürger außerhalb der patrizischen Familien. Armut war kein gemeinsames Merkmal aller Plebejer.
Not
Kriegsdienst konnte die Arbeit auf einem Bauernhof behindern und zu Schulden beitragen.
Mitsprache
Der Ausschluss von hohen Ämtern erschwerte es Plebejern, Forderungen nach Hilfe durchzusetzen.
Widerstand
Rom brauchte plebejische Soldaten. Gemeinsame Dienstverweigerung konnte deshalb Druck ausüben.
Erfolge
Eigene Vertreter, öffentlich nachprüfbare Rechtsregeln und der Zugang zu hohen Ämtern stärkten die Plebejer.
Grenzen
Mehr politische Rechte beseitigten Unterschiede bei Besitz und Einfluss nicht.
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Das Schutzversprechen des Servilius vorsichtig erklären
- 1Aufgabe: Erkläre, warum sich Schuldner nach dem Versprechen des römischen Amtsträgers Servilius zum Dienst meldeten.
- 2Die Lage nennen: Nach dem Bericht des Geschichtsschreibers Livius verweigerten Plebejer trotz eines drohenden Angriffs die Meldung zum Heer.
- 3Das Versprechen bestimmen: Während des Dienstes sollte Soldatenbesitz nicht zwangsweise weggenommen oder verkauft werden.
- 4Den Zusammenhang erklären: Dieser Schutz kam den Schuldnern entgegen. In der Erzählung meldeten sie sich daraufhin zum Dienst.
- 5Die Grenze festhalten: Das Versprechen strich nicht alle Schulden dauerhaft. Livius schrieb Jahrhunderte später; die Einzelheiten sind nicht sicher nachprüfbar.
Fehler finden
Prüfe die Aussagen zum Zwölftafelgesetz In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 2Die Jahreszahl gehört zum falschen Erfolg. Richtig: Das Zwölftafelgesetz entstand um 450 v. Chr. Die Lex Hortensia folgte 287 v. Chr.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Der erste Auszug der Plebejer aus Rom wird traditionell auf datiert; das genaue Geschehen ist umstritten. Wichtige Rechtsregeln wurden mit dem Zwölftafelgesetz um öffentlich aufgestellt. Die Lex Hortensia machte Beschlüsse der plebejischen Versammlung für alle römischen Bürger verbindlich.
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback