Geschichte · Klasse 5–8 · aktualisiert
Imperium Romanum: Aufstieg, Herrschaft und Wandel
Du lernst, wie Rom sein Reich beherrschte, warum Augustus die Macht gewann und weshalb 476 nicht das ganze Römische Reich endete.
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Kurz gesagt
Imperium Romanum bedeutet Römisches Reich. Rom beherrschte große Gebiete rund um das Mittelmeer. Seine Ordnung wandelte sich von einer unsicher belegten Königsherrschaft über die Republik zum Kaisertum; der östliche Reichsteil bestand nach 476 weiter.
Wie konnten die Römer ein Reich rund um das ganze Mittelmeer regieren? Eroberungen brachten Reichtum, aber auch Streit und Not. Du untersuchst, wer davon profitierte und warum sich Roms Herrschaft veränderte.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
5 Abschnitte
Die Geschichte Roms wird grob in vier Abschnitte eingeteilt: Königszeit, Republik, Prinzipat und Spätantike. Diese Grenzen sind nicht alle sicher belegt. Besonders über die Frühzeit wissen wir wenig. Schriftliche Berichte entstanden erst Jahrhunderte später. Manche Forscher bezweifeln sogar, dass damals tatsächlich Könige über Rom herrschten. Bei Jahresangaben bedeutet die Abkürzung v. Chr. vor Christus, n. Chr. bedeutet nach Christus.
In der Republik teilten sich mehrere Einrichtungen die Macht. Zwei Konsuln, die höchsten Amtsträger, übernahmen jeweils für ein Jahr die oberste Regierungsgewalt. Der Senat, eine Versammlung des Adels, war besonders mächtig. Außerdem gab es Volksversammlungen.
Der Prinzipat war eine Form der Kaiserherrschaft. Er begann 27 v. Chr. mit Augustus. Dieser römische Herrscher hieß zuvor Octavian. Im Jahr 117 n. Chr. erreichte das Reich unter Kaiser Trajan seine größte Ausdehnung. Es umfasste Gebiete auf drei Kontinenten rund um das Mittelmeer.
Die Spätantike war der letzte Abschnitt des Altertums. Ihr Beginn wird um 284/285 n. Chr. angesetzt. Sie ging im 6./7. Jahrhundert allmählich in das frühe Mittelalter über. Eine solche Grenze bedeutet also nicht, dass sich das Leben an einem einzigen Tag vollständig änderte.
Definition
Republik und Prinzipat
In der römischen Republik teilten sich Amtsträger, Senat und Volksversammlungen die Macht. Im Prinzipat lag die entscheidende Macht beim Kaiser, obwohl ältere Einrichtungen weiterbestanden.
| Abschnitt | Grobe zeitliche Einordnung |
|---|---|
| Königszeit | Traditionell 753–509 v. Chr.; unsicher belegt |
| Republik | Traditionell 509–27 v. Chr.; der frühe Beginn ist unsicher |
| Prinzipat | 27 v. Chr. bis zur Krise des 3. Jahrhunderts, 235–284/285 n. Chr. |
| Spätantike | Ab etwa 284/285 n. Chr. bis ins 6./7. Jahrhundert; fließender Übergang |
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Rom erweiterte seine Macht durch Kriege und Bündnisse. In Italien schloss es Verträge mit mehreren Völkern. Diese Verbündeten erhielten dabei nicht das römische Bürgerrecht, also die Rechte eines römischen Bürgers. An wichtigen Orten legten die Römer außerdem neue Siedlungen an.
Große Gebiete des Reiches wurden als Provinzen verwaltet. Innerhalb dieser Gebiete übernahmen Städte wichtige Aufgaben. Sie konnten einen Teil ihrer Angelegenheiten selbst regeln und waren besonders für das Einsammeln von Steuern zuständig. Steuern sind Abgaben an den Staat. Weil die Städte Aufgaben übernahmen, brauchte die oberste Verwaltung des Reiches vergleichsweise wenige Mitarbeiter.
Die Erhebung der Steuern war nicht zu jeder Zeit gleich organisiert. In neuen Provinzen zogen während der Ausweitung Roms auch private Gruppen wohlhabender Römer Steuern ein, vor allem in reichen Küstengebieten im östlichen Mittelmeerraum. Sie zahlten einen festen Betrag an den Staat und durften zusätzliche Einnahmen behalten. Das führte dort oftmals zu übermäßig hohen Steuern und immer wieder zu Aufständen.
Unter Augustus wurden Straßen und Verkehrswege ausgebaut. Außerdem wurde es für Menschen ohne römisches Bürgerrecht einfacher, dieses Recht zu erhalten. Im Jahr 212 n. Chr. erhielten fast alle freien Reichsbewohner das römische Bürgerrecht. Versklavte Menschen gehörten nicht zu dieser Gruppe.
Definition
Provinz
Eine Provinz war ein Gebiet des Römischen Reiches mit einer eigenen Verwaltung.
Beispiel: Warum konnten private Steuereinnehmer die Bewohner belasten?
- 1In neuen Provinzen arbeiteten während der Ausweitung Roms private Steuereinnehmer, vor allem in reichen Küstengebieten im östlichen Mittelmeerraum.
- 2An den Staat mussten sie einen festen Betrag zahlen. Was sie zusätzlich einnahmen, durften sie behalten.
- 3Dadurch verlangten sie oftmals übermäßig hohe Steuern. Das schwächte die Wirtschaft dieser Gebiete und führte immer wieder zu Aufständen.
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Die Eroberungen verschärften den Streit um Land und Einkommen. Viele Kleinbauern verarmten, während wohlhabende Besitzer ihre Landgüter vergrößerten. Versuche, ärmeren Bürgern mehr Land zu geben, scheiterten am Widerstand mächtiger Gruppen im Senat. Der Streit blieb bestehen.
Es kam zu Bürgerkriegen: Menschen aus demselben Staat kämpften gegeneinander. Auch Heerführer rangen um die Macht. Der römische Heerführer und Machthaber Caesar wurde 44 v. Chr. ermordet. Danach gelang es den Anhängern der Republik nicht, die alte Ordnung wiederherzustellen.
Octavian, der spätere Augustus, setzte sich in weiteren Kämpfen durch. Bei Actium besiegte er 31 v. Chr. seinen Gegner Marcus Antonius und dessen Unterstützerin Kleopatra, die Herrscherin Ägyptens. Octavian wollte allein herrschen.
Er ließ die alte Ordnung nach außen bestehen. Tatsächlich sammelte er aber Ämter und besondere Befugnisse bei sich. Vor allem sicherte er sich für mehrere Jahre die Befehlsgewalt über wichtige Provinzen mit vielen Legionen, also großen Einheiten des römischen Heeres. Der Senat erkannte seine Herrschaft an. Im Jahr 27 v. Chr. verlieh er Octavian den Titel Augustus, das bedeutet „der Erhabene“. Der Senat und andere ältere Einrichtungen bestanden weiter, verloren aber viel von ihrer politischen Entscheidungsmacht.
Merke: Die Republik endete nach schweren inneren Konflikten und Bürgerkriegen. Augustus behielt ältere Einrichtungen bei, bündelte aber die entscheidende Macht bei sich.
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Roms Eroberungen brachten nicht allen Menschen dieselben Vorteile. Silberminen in eroberten Gebieten und hohe Zahlungen des besiegten Karthago trugen zum neuen Reichtum Roms bei. Zugleich nahm durch die erfolgreichen Kriege die Zahl versklavter Menschen zu. Sie waren unfrei und mussten sehr unterschiedliche Arbeiten verrichten. Es bestand aber die Möglichkeit, dass sie ihre Freiheit erhielten oder zurückerlangten.
Viele Kleinbauern litten unter langen Kriegsdiensten außerhalb Italiens. Während ihrer Abwesenheit konnten sie sich schwer um ihre Höfe kümmern. Kleinbauern und Handwerker konnten außerdem mit der wachsenden Zahl eingesetzter Sklaven nicht mithalten. Breite Teile der Bevölkerung verarmten. Viele verließen das Land, und die Unzufriedenheit wuchs.
Große Landbesitzer konnten dagegen ihren Besitz erweitern. Sie kauften Höfe, die ihren Besitzern nicht mehr genug einbrachten. Manche Erweiterungen geschahen auch durch gewaltsame Vertreibungen. Nicht alle einfachen Bürger waren arm: Einige wurden durch Handel reich und verlangten mehr Rechte.
In der Kaiserzeit seit Augustus konnten Angehörige neuer gesellschaftlicher Gruppen, besonders aus Italien und den Provinzen, in hohe gesellschaftliche Stellungen aufsteigen. Die Ausweitung und der spätere Wandel des Reiches bedeuteten also für unterschiedliche Gruppen Reichtum, neue Möglichkeiten oder schwere Belastungen.
| Gruppe | Mögliche Folgen der Eroberungen |
|---|---|
| Große Landbesitzer | Sie vergrößerten ihren Besitz durch Käufe oder gewaltsame Vertreibungen. |
| Viele Kleinbauern | Lange Kriegsdienste erschwerten den Erhalt ihrer Höfe. |
| Versklavte Menschen | Ihre Zahl nahm zu; sie mussten unterschiedliche Arbeiten verrichten. |
Merke: Mehr Reichtum für Rom bedeutete nicht mehr Wohlstand für jeden Bewohner. Frage deshalb immer, welche Gruppe du betrachtest.
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In der Spätantike teilten sich mehrere Kaiser die Herrschaft. Ein einzelner Kaiser konnte das große Reich kaum noch regieren und seine gefährdeten Grenzen schützen. Nach dem Tod des Kaisers Theodosius 395 regierten seine Söhne im Westen und im Osten. Trotzdem blieb die Vorstellung eines gemeinsamen Reiches bestehen. Gesetze des einen Kaisers galten normalerweise auch im Herrschaftsgebiet des anderen.
Im Westen verlor die kaiserliche Regierung nach 400 zunehmend die Kontrolle über ihre Provinzen. Bürgerkriege und Plünderungen schwächten die Gebiete. Geld fehlte, und die Armee war zu schwach, um die Grenzen ausreichend zu sichern. Welche Ursachen am wichtigsten waren, beurteilen Historiker unterschiedlich: Manche sehen im Vordringen hunnischer Krieger den Anstoß zu einer Kette großer Veränderungen. Andere halten die inneren Machtkämpfe für entscheidend.
476 setzte Odoaker, der danach in Italien herrschte, den weströmischen Kaiser Romulus Augustulus ab. Allerdings war Julius Nepos der letzte anerkannte Westkaiser gewesen. Deshalb ist 476 eine vereinfachte Zeitmarke für das Ende des westlichen Kaisertums. Odoaker betrachtete seine Herrschaft in Italien weiterhin als Teil des Römischen Reiches unter dem Kaiser im Osten.
Der östliche Reichsteil mit der Hauptstadt Konstantinopel bestand weiter. Er war wirtschaftlich erfolgreicher und konnte Bürgerkriege weitgehend vermeiden. Nach etwa 640 veränderte sich seine innere Ordnung so stark, dass man für die folgende Zeit vom Byzantinischen Reich spricht. Dieses Reich bestand bis 1453. Die Spätantike war daher eine Zeit großer Veränderungen, nicht bloß eine Zeit des Zerfalls.
Merke: 476 betrifft das westliche Kaisertum. Im Osten herrschten weiterhin Kaiser. Selbst nach der Teilung blieb die Vorstellung eines gemeinsamen Reiches lebendig.
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Alles auf einen Blick
Imperium Romanum
Zeitordnung
Auf die unsicher belegte Königszeit folgten Republik, Prinzipat und Spätantike.
Herrschaft
Rom nutzte Bündnisse, Provinzen und die Mitarbeit der Städte.
Augustus
Nach inneren Konflikten und Bürgerkriegen bündelte er die entscheidende Macht bei sich.
Gesellschaft
Große Landbesitzer gewannen hinzu, während viele Kleinbauern unter langen Kriegsdiensten litten.
Fortbestand
476 markiert vereinfacht das Ende des westlichen Kaisertums; das Ostreich bestand weiter.
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Die Vergrößerung großer Landgüter Schritt für Schritt erklären
- 1Aufgabe: Erkläre, wie große Landbesitzer ihren Besitz erweiterten und weshalb das nicht für alle ein Vorteil war.
- 2Vorgang bestimmen: Große Landbesitzer kauften Höfe, die ihren bisherigen Besitzern nicht mehr genug einbrachten.
- 3Weitere Handlung nennen: Sie vergrößerten ihren Besitz auch durch gewaltsame Vertreibungen.
- 4Folgen unterscheiden: Die großen Besitzer gewannen Land hinzu. Vertriebene Besitzer verloren dagegen ihre Höfe.
- 5Ergebnis formulieren: Die Vergrößerung großer Landgüter war ein Vorteil für deren Besitzer, bedeutete aber für andere Menschen Verlust und Not.
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Prüfe die Aussagen zu Odoaker und dem Kaisertum In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 2Die zweite Aussage verwechselt den westlichen und den östlichen Reichsteil. Richtig: Romulus Augustulus war ein weströmischer Kaiser.
Lückentext
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Octavian erhielt den Titel Augustus im Jahr . Fast alle freien Reichsbewohner erhielten das römische Bürgerrecht . Odoaker setzte Romulus Augustulus ab.
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