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Geschichte · Klasse 7–10 · aktualisiert

Reichsverfassung 1871: Macht und Mitbestimmung

Du lernst, wie Kaiser, Kanzler, Bundesrat und Reichstag Macht teilten, wie Gesetze entstanden und wo die Mitbestimmung Grenzen hatte.

0 von 9 Aufgaben gelöst

Reichsverfassung 1871: Macht und Mitbestimmung

Kurz gesagt

Die Reichsverfassung von 1871 regelte die Macht im Deutschen Kaiserreich. Reichstag und Bundesrat beschlossen gemeinsam Gesetze. Der Kaiser ernannte den Reichskanzler; der gewählte Reichstag konnte ihn weder wählen noch abwählen.

Ein Parlament wird gewählt, darf aber den Regierungschef nicht bestimmen: So war es im Deutschen Kaiserreich. Trotzdem konnten die Abgeordneten Gesetze und Staatsausgaben beeinflussen. Du untersuchst, was diese Mischung für die politische Mitbestimmung bedeutete.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.

4 Abschnitte

Die Reichsverfassung von 1871 legte fest, wer im Deutschen Kaiserreich welche Macht hatte. Das Reich bestand aus einzelnen Bundesstaaten, also Staaten mit eigenen Regierungen. Dazu gehörte Preußen. Der preußische König war zugleich Deutscher Kaiser.

Der Kaiser war das Staatsoberhaupt und vertrat das Reich gegenüber anderen Staaten. Er ernannte und entließ den Reichskanzler ohne Zustimmung von Bundesrat und Reichstag. Außerdem führte er den Oberbefehl über das Heer und die Kriegsmarine.

Der Reichskanzler leitete die Regierungsgeschäfte und die zivile Verwaltung, also die Verwaltung außerhalb des Militärs. Er war zugleich Vorsitzender des Bundesrats. Regierungsakte des Kaisers musste er mit seiner Unterschrift bestätigen und dafür Verantwortung übernehmen. Militärische Befehle waren von dieser Pflicht ausgenommen.

Im Bundesrat vertraten Beauftragte die Bundesstaaten. Sie mussten nach den Anweisungen ihrer Staaten abstimmen. Der Bundesrat entschied über Gesetze mit und war auch an Regierungsaufgaben und Rechtsprechung beteiligt.

Der Reichstag war das gewählte Parlament, also die Versammlung der Abgeordneten. Er beschloss gemeinsam mit dem Bundesrat Gesetze und bewilligte den Reichshaushalt, den Plan für staatliche Einnahmen und Ausgaben. Seine Abgeordneten waren nicht an Anweisungen gebunden. Der Reichstag konnte den Kanzler weder wählen noch abwählen.

Definition

Verfassung

Eine Verfassung legt die grundlegende Ordnung eines Staates fest. Dazu gehört, wer entscheiden darf und wie die staatlichen Einrichtungen zusammenarbeiten.

Beispiel: Befehle und Geld für die Kriegsmarine

  1. 1Der Kaiser hatte den Oberbefehl über die Kriegsmarine.
  2. 2Ihre Größe und die Ausgaben dafür bestimmten Bundesrat und Reichstag gemeinsam.
  3. 3Der Oberbefehl gab dem Kaiser also nicht das Recht, auch diese Ausgaben allein festzulegen.

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LeichtWelche Aufgaben verband das Amt des Reichskanzlers?

Alles auf einen Blick

Reichsverfassung 1871

  • Ämter

    Der Kaiser bestimmte den Kanzler. Dieser leitete die Regierungsgeschäfte und führte den Vorsitz im Bundesrat.

  • Gesetzgebung

    Reichstag und Bundesrat mussten einem Reichsgesetz zustimmen; der Kaiser fertigte es aus und verkündete es.

  • Bundesstaaten

    Sie wirkten im Bundesrat mit und konnten in vielen Fällen ihre Verwaltung selbst gestalten.

  • Wahlrecht

    Es galt nur für Männer ab 25 Jahren, mit weiteren Einschränkungen bei öffentlicher Armenunterstützung. Frauen waren ausgeschlossen.

  • Mitbestimmung

    Der Reichstag hatte wichtige Gesetzes- und Haushaltsrechte, konnte aber den Kanzler weder wählen noch abwählen.

Musteraufgabe · Schritt für Schritt

Beispieltext, ausgedacht: Den Weg einer Handelsregel erklären

  1. 1Aufgabe: Der Bundesrat schlägt eine neue Regel für den Handel vor. Er und der Reichstag stimmen ihr zu. Erkläre die Aufgaben der Beteiligten.
  2. 2Zuständigkeit prüfen: Regeln für den Handel gehörten zu den Angelegenheiten, in denen das Reich Gesetze erlassen konnte.
  3. 3Vorschlag zuordnen: Der Bundesrat nutzte sein Recht, einen Gesetzesvorschlag einzubringen.
  4. 4Beschluss erklären: Die Zustimmung beider Versammlungen war nötig. Sie lag in diesem Beispiel vor.
  5. 5Nächsten Schritt benennen: Der Kaiser war für die Ausfertigung und die amtliche Verkündung zuständig. Seine Aufgabe unterschied sich von der Zustimmung der beiden Versammlungen.

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Lückentext

Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.

Das Reichstagswahlrecht galt nur für Männer ab Jahren; für Männer mit öffentlicher Armenunterstützung gab es weitere Einschränkungen. Preußen verfügte im Bundesrat über Stimmen. Das Verbot einer Bezahlung oder Entschädigung für Reichstagsabgeordnete wurde aufgehoben.

Karteikasten

Erst selbst überlegen, dann umdrehen.

Übung mit Feedback

Abschluss-Check: Reichsverfassung 1871

LeichtWie unterschieden sich Reichstagsabgeordnete und Beauftragte im Bundesrat?
MittelWarum konnte Preußen eine Verfassungsänderung im Bundesrat verhindern?
SchwerWelches Urteil über den Einfluss des Reichstags ist durch seine Rechte begründet?

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