Geschichte · Klasse 5–8 · aktualisiert
Monarchie: Formen, Macht und Demokratie erklärt
Du lernst, wie Monarchen ihr Amt erhalten, wer ihre Macht begrenzt und warum eine Monarchie demokratisch sein kann.
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Kurz gesagt
Eine Monarchie ist ein Staat mit einem Monarchen als Staatsoberhaupt, etwa einem König. Wie viel Macht er hat, hängt von der Ordnung des Staates ab. Bestimmen gewählte Volksvertreter die Regierung, kann eine Monarchie demokratisch sein.
Ein König trägt einen hohen Titel. Aber entscheidet er deshalb auch über die Regierung? Du untersuchst, wie Monarchen an ihr Amt kommen und wer in ihrem Staat tatsächlich entscheidet.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Eine Monarchie hat einen Monarchen als Staatsoberhaupt. Das ist das höchste Amt eines Staates. Ein Monarch ist zum Beispiel ein König oder Kaiser. Er behält sein Amt normalerweise bis zu seinem Tod oder bis er es aufgibt. Das Aufgeben des Amtes heißt Abdankung.
Bei einer Erbmonarchie wird das Amt innerhalb der Herrscherfamilie weitergegeben. Regeln bestimmen, wer die Nachfolge antritt. In Frankreich bestimmte die Verfassung von 1791 zum Beispiel, dass das Königsamt nach dem Recht der Erstgeburt über die männlichen Nachkommen der Herrscherfamilie weitergegeben wurde.
Bei einer Wahlmonarchie wird der Monarch dagegen gewählt, meist auf Lebenszeit. Eine Wahlmonarchie bedeutet nicht, dass unbedingt das ganze Volk den Monarchen wählt.
Ein Beispiel ist Malaysia: Dort wählen neun Sultane, also Herrscher einzelner Landesteile, den König aus ihrem Kreis. Die Wahl findet alle fünf Jahre statt. Malaysia ist damit eine Ausnahme von der meist lebenslangen Amtszeit gewählter Monarchen.
Definition
Erbmonarchie und Wahlmonarchie
Diese Begriffe erklären den Weg ins Amt: durch Erbfolge innerhalb einer Familie oder durch eine Wahl.
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Der Weg ins Amt sagt noch nicht, wie viel ein Monarch entscheiden darf. Dafür musst du auf die Machtverteilung schauen. Ein Parlament ist eine Versammlung von Volksvertretern. Die Regierung leitet die Politik des Staates. Eine Verfassung legt die grundlegenden Regeln des Staates fest.
In einer absoluten Monarchie beansprucht der Monarch die gesamte Staatsmacht. Er steht dabei nicht unter den Gesetzen, die er selbst erlässt. Das beschreibt seinen Anspruch auf Macht; es ist keine Aussage darüber, ob jeder seiner Wünsche gelingt.
Eine konstitutionelle Monarchie ist eine Monarchie mit einer Verfassung, die die Macht des Monarchen begrenzt. Monarch und Parlament teilen sich Macht. Die Regierung bleibt aber vom Monarchen abhängig. Wie viel beide Seiten entscheiden können, unterscheidet sich von Staat zu Staat.
In einer parlamentarischen Monarchie hängt die Regierung vom Vertrauen des Parlaments ab: Sie braucht dessen politische Unterstützung. Der Monarch kann die Regierung nicht absetzen. Er hat vor allem Aufgaben als Vertreter des Staates. Er kann etwa die Ernennung eines Regierungschefs offiziell vollziehen, ohne selbst die Regierungspolitik zu bestimmen.
Für die Einordnung zählt auch, wie das Amt tatsächlich ausgeübt wird. Aufgeschriebene Rechte und das Handeln im Alltag können voneinander abweichen.
Beispiel: Wie ist die Macht in Liechtenstein verteilt?
- 1In Liechtenstein bestimmt das Parlament die Regierung.
- 2Der Fürst ernennt sie. Die Regierung braucht auch sein Vertrauen.
- 3Das Parlament wirkt also stark mit. Trotzdem bleibt die Regierung vom Monarchen abhängig.
Merke: Prüfe zwei Dinge: Wer bestimmt die Regierung? Und von wessen Unterstützung hängt sie ab?
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Demokratie bedeutet, dass die Herrschaft die Zustimmung des Volkes braucht, direkt oder durch Wahlen. Die Macht bleibt dabei durch die Rechte der Menschen begrenzt. Entscheidend ist deshalb nicht allein, ob es einen König gibt.
In einer demokratischen Monarchie können gewählte Volksvertreter und eine von ihnen abhängige Regierung die Politik bestimmen. Der Monarch übernimmt vor allem Aufgaben als Vertreter des Staates. Parlament, Regierung und Gerichte teilen sich die staatlichen Aufgaben: Gesetze beschließen, Politik ausführen und Recht sprechen.
Das Vereinigte Königreich ist ein Beispiel für eine Monarchie, die demokratisch und mit bestimmendem Parlament regiert wird. Es bleibt trotz seiner Demokratie eine Monarchie.
Eine Verfassung allein beweist jedoch noch nicht, dass gewählte Volksvertreter die Regierung bestimmen. Du musst prüfen, wer tatsächlich entscheiden darf und wer die Regierung kontrolliert.
Merke: Ein König und Demokratie können zusammenpassen. Entscheidend sind die Mitbestimmung des Volkes, begrenzte Macht und die tatsächliche Rolle des Parlaments.
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In einer Monarchie ist ein Monarch das Staatsoberhaupt. In einer Republik gibt es keinen Monarchen an der Staatsspitze. Eine Republik muss deshalb aber noch keine Demokratie sein: Es gibt auch Republiken als Diktaturen, in denen das Volk die Herrschaft nicht demokratisch bestimmen kann.
In einer demokratischen Republik werden das Staatsoberhaupt und die Volksvertreter für eine begrenzte Zeit direkt oder indirekt gewählt. Indirekt bedeutet: Gewählte Vertreter übernehmen die Wahl. Aber Vorsicht: Eine Wahl allein macht einen Staat noch nicht zur Republik. Auch Monarchen können gewählt werden.
Deutschland war als Deutsches Kaiserreich von 1871 bis 1918 eine Monarchie. Am 9. November 1918 rief der Politiker Scheidemann die Republik aus. Die spätere Verfassung der Weimarer Republik legte die Republik als Staatsform fest.
Die heutige Bundesrepublik Deutschland ist eine demokratische Republik. Ihr Staatsoberhaupt ist der Bundespräsident. Ihn wählt die Bundesversammlung für fünf Jahre. Diese Versammlung besteht aus den Mitgliedern des Bundestages und Vertretern der Parlamente der Bundesländer. Diese Vertreter müssen nicht selbst Mitglieder eines solchen Parlaments sein.
Der Bundestag ist das vom Volk gewählte Parlament. Er wählt den Bundeskanzler, den Chef der Regierung, und kontrolliert die Regierung. Staatsoberhaupt und Regierungschef sind also verschiedene Ämter. Das Grundgesetz, die deutsche Verfassung, legt die staatlichen Aufgaben fest und schützt die Rechte der Menschen.
| Frage | Monarchie | Demokratische Republik |
|---|---|---|
| Wer steht an der Staatsspitze? | Ein Monarch. | Ein gewähltes Staatsoberhaupt. |
| Wie kommt diese Person ins Amt? | Durch Erbfolge oder Wahl. | Durch direkte oder indirekte Wahl auf Zeit. |
| Kann das Volk mitbestimmen? | Ja, bei einer demokratischen Ordnung. | Ja, die Ordnung ist demokratisch. |
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Alles auf einen Blick
Monarchie
Nachfolge
Ein Monarch erhält sein Amt durch Erbfolge oder durch Wahl.
Machtverteilung
Ein Monarch kann die gesamte Staatsmacht beanspruchen oder durch andere staatliche Einrichtungen begrenzt sein.
Parlament
In der Form, in der der Monarch die Regierung nicht absetzen kann, braucht sie das Vertrauen des Parlaments.
Demokratie
Ein Monarch schließt demokratische Mitbestimmung nicht aus.
Republik
Deutschland hat heute ein gewähltes Staatsoberhaupt und keinen Monarchen.
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Wie begrenzte Frankreichs Verfassung die Stellung des Königs?
- 1Aufgabe: Erkläre die Grenze der Königsmacht in Frankreich 1791. Die Verfassung bestimmte, dass der König unter dem Gesetz stand und Gehorsam nur im Namen des Gesetzes verlangen durfte.
- 2Regel erkennen: Der König musste sich selbst an das Gesetz halten.
- 3Vergleichen: Ein absoluter Monarch beansprucht dagegen, nicht unter seinen selbst erlassenen Gesetzen zu stehen.
- 4Ergebnis formulieren: Frankreichs König hatte ein hohes Amt. Das bedeutete 1791 aber keine Macht über dem Gesetz.
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Prüfe die Aussagen zur Königswahl in Malaysia In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 2Die zweite Zeile überträgt die meist lebenslange Amtszeit auf Malaysia. Richtig: Dort wird der König für fünf Jahre gewählt.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Frankreichs Verfassung von 1791 bestimmte die Nachfolge im Königsamt über die männlichen Nachkommen der Herrscherfamilie. Das war eine . Im heutigen Deutschland wählt der Bundestag den Regierungschef, den . Im Deutschen Kaiserreich endete die Monarchie im Jahr .
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