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Geschichte · Klasse 7–10 · aktualisiert

Frankfurter Nationalversammlung: Ziele und Scheitern 1848/49

Du lernst, warum die Frankfurter Nationalversammlung entstand, was sie beschloss, weshalb sie scheiterte und was von ihrer Arbeit blieb.

0 von 9 Aufgaben gelöst

Frankfurter Nationalversammlung: Ziele und Scheitern 1848/49

Kurz gesagt

Die Frankfurter Nationalversammlung sollte 1848/49 eine Verfassung für ganz Deutschland schaffen. Sie beschloss Grundrechte und eine Verfassung, konnte diese aber gegen mächtige Fürsten und bei eigenen Streitigkeiten nicht durchsetzen. Ihre Ideen wirkten weiter.

Was nützen gemeinsam beschlossene Regeln, wenn mächtige Gegner sie nicht anerkennen? Vor diesem Problem stand die Frankfurter Nationalversammlung. Du untersuchst, was die Abgeordneten erreichen wollten und warum ihre Arbeit trotz des Scheiterns Bedeutung behielt.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.

4 Abschnitte

Vor 1848 gab es keinen gemeinsamen deutschen Nationalstaat. Die deutschen Einzelstaaten waren im Deutschen Bund zusammengeschlossen. Forderungen nach nationaler Einigung und liberalen Reformen wurden unterdrückt. Liberale wollten persönliche Freiheiten schützen und die Macht der Herrscher begrenzen. Die Pressefreiheit war stark eingeschränkt: Staatliche Stellen kontrollierten oder verboten Texte.

Zur politischen Unzufriedenheit kam soziale Not. Nach der schweren Missernte von 1846 wurden Lebensmittel teurer. In fast allen deutschen Staaten und Regionen kam es zu Hungersnöten. Wegen ihrer Not unterstützten auch viele ärmere Menschen zunehmend demokratische und liberale Forderungen. Ein wichtiger Auslöser der Märzrevolution war der Erfolg der Februarrevolution 1848 in Frankreich. Dort wurde der König abgesetzt und eine Republik ausgerufen, also ein Staat ohne König an der Spitze.

Die Revolution in den deutschen Staaten erzwang Wahlen zu einer Nationalversammlung. Am 18. Mai 1848 trat sie in der Frankfurter Paulskirche zusammen. Abgeordnete sind gewählte Vertreter. Sie sollten eine Verfassung für ganz Deutschland entwerfen und mit den Regierungen vereinbaren. Zu den Forderungen der Revolution gehörten ein deutscher Nationalstaat, Freiheitsrechte und ein Nationalparlament. Die Nationalversammlung beschloss später auch Gesetze und setzte eine vorläufige gemeinsame Regierung ein.

Nicht jeder durfte wählen. Der gemeinsame Wahlrahmen erlaubte dies männlichen, volljährigen, selbstständigen Staatsangehörigen. Die Bedingungen unterschieden sich regional stark. Frauen konnten der Nationalversammlung jedoch als Zuschauerinnen in der Paulskirche folgen.

Definition

Verfassung

Eine Verfassung legt die grundlegenden Regeln eines Staates fest. Dazu gehört, wer politische Entscheidungen treffen darf und welche Rechte geschützt werden.

Beispiel: Frauen in der Paulskirche

  1. 1Frauen durften die Beratungen der Nationalversammlung als Zuschauerinnen verfolgen.
  2. 2Das Wahlrecht war dagegen auf männliche, volljährige, selbstständige Staatsangehörige begrenzt.
  3. 3Zuschauen und politisch mitentscheiden waren also unterschiedliche Möglichkeiten.

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LeichtWelche Aufgabe hatte die Nationalversammlung ursprünglich?

Alles auf einen Blick

Frankfurter Nationalversammlung

  • Entstehung

    Politische Unzufriedenheit und soziale Not trugen zur Revolution bei, die Wahlen zur Nationalversammlung erzwang.

  • Ziele

    Die Abgeordneten sollten eine gemeinsame Verfassung schaffen; Freiheitsrechte und nationale Einigung waren zentrale Forderungen.

  • Leistungen

    Die Nationalversammlung setzte eine vorläufige Regierung ein und beschloss Grundrechte sowie eine Verfassung.

  • Scheitern

    Innere Uneinigkeit und fehlende Durchsetzungsmacht trafen auf den Widerstand mächtiger Einzelstaaten.

  • Bedeutung

    Die neue Ordnung scheiterte kurzfristig, doch wichtige Verfassungsideen und politische Traditionen wirkten weiter.

Musteraufgabe · Schritt für Schritt

Das Einspruchsrecht des Kaisers beurteilen

  1. 1Aufgabe: Erkläre, wie die Entscheidung über das Einspruchsrecht die geplante Macht des Kaisers begrenzte.
  2. 2Möglichkeiten unterscheiden: Der Kaiser konnte entweder Gesetze dauerhaft verhindern oder ihr Inkrafttreten lediglich aufschieben.
  3. 3Beschluss feststellen: Die Abgeordneten entschieden sich für das aufschiebende Einspruchsrecht.
  4. 4Wirkung erklären: Der Kaiser sollte Gesetze verzögern können, aber keine dauerhafte Sperre gegen sie besitzen.
  5. 5Grenze des Urteils nennen: Das beschreibt die geplante Machtverteilung. Die neue Ordnung wurde nicht durchgesetzt.

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Lückentext

Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.

Zum ersten Mal trat die Nationalversammlung am 18. Mai zusammen. Das Wahlgesetz vom April 1849 sah für das Volkshaus allgemeines Wahlrecht für vor. Das verbliebene Parlament wurde am 18. Juni 1849 in mit Waffengewalt aufgelöst.

Karteikasten

Erst selbst überlegen, dann umdrehen.

Übung mit Feedback

Abschluss-Check: Frankfurter Nationalversammlung

LeichtWelche Rolle spielte der Erfolg der Februarrevolution in Frankreich?
MittelWelche Erklärung trifft das Problem der gemeinsamen Regierung?
SchwerWas belegt die spätere Aufnahme von Grundrechten in deutsche Verfassungen?

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