Geschichte · Klasse 7–8 · aktualisiert
Gewaltenteilung einfach erklärt: Macht kontrollieren
Du lernst die drei Staatsgewalten kennen und untersuchst, wie ihre Aufgaben und gegenseitigen Kontrollen Macht begrenzen.
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Kurz gesagt
Gewaltenteilung verteilt staatliche Aufgaben auf Gesetzgebung, Regierung und Verwaltung sowie Rechtsprechung. Diese Gewalten begrenzen und kontrollieren einander. Das soll Machtmissbrauch erschweren und Freiheit sichern.
Wer Gesetze beschließt, soll nicht zugleich jede Entscheidung über ihre Anwendung und jeden Streit darüber beherrschen. Sonst könnte eine Stelle ihre Macht kaum kontrolliert nutzen. Du untersuchst, wie Staaten Aufgaben verteilen und trotzdem gemeinsam handeln.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Mit staatlicher Gewalt ist hier die Macht gemeint, verbindliche Entscheidungen zu treffen. Gewaltenteilung verteilt diese Macht auf verschiedene staatliche Einrichtungen. Dazu gehören Parlamente, Regierungen und Gerichte.
Die Legislative ist für die Gesetzgebung zuständig. Die Exekutive umfasst Regierung und Verwaltung. Sie führt Gesetze aus. Die Judikative spricht Recht: Gerichte entscheiden über Rechtsfragen und Streitfälle. Die Aufteilung soll den Einfluss jeder Gewalt auf die anderen begrenzen.
Ein Beispiel sind die Vereinigten Staaten von Amerika, kurz USA. Dort gehören der Präsident und die Regierung zur Exekutive. Der Kongress ist das Parlament und gehört zur Legislative. Er besteht aus zwei Teilen: Senat und Repräsentantenhaus. Das Oberste Bundesgericht gehört zur Judikative.
Definition
Gewaltenteilung
Staatliche Aufgaben werden auf unterschiedliche Einrichtungen verteilt. Diese sollen einander kontrollieren und Macht begrenzen.
| Gewalt | Aufgabe | Beispiel aus den USA |
|---|---|---|
| Legislative | Gesetze beschließen | Kongress |
| Exekutive | Regieren und Gesetze ausführen | Präsident und Regierung |
| Judikative | Recht sprechen | Oberstes Bundesgericht |
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Machtmissbrauch bedeutet, dass eine staatliche Stelle ihre Macht unrechtmäßig nutzt. Gewaltenteilung soll das erschweren. Eine andere Gewalt kann Entscheidungen der handelnden Stelle überprüfen, wenn sie dafür Kontrollrechte besitzt.
In Deutschland können Gerichte Handlungen der Verwaltung prüfen. Verwaltung gehört zur Exekutive, Gerichte gehören zur Judikative. Damit kontrolliert eine andere Gewalt, ob die Verwaltung rechtmäßig handelt. Das Bundesverfassungsgericht ist ein Gericht, das auch Gesetze überprüfen kann.
Um einen Fall zu untersuchen, gehst du in drei Schritten vor: Welche Stelle handelt? Welche andere Stelle darf sie kontrollieren? Wie begrenzt diese Kontrolle die Macht? Die Verteilung von Macht soll Freiheit und Gleichheit sichern.
Beispiel: Beispieltext, ausgedacht: eine Entscheidung der Verwaltung prüfen
- 1Eine Verwaltung trifft eine Entscheidung. Ein Bürger hält sie für unrechtmäßig; ein Gericht prüft den Fall.
- 2Zuordnen: Die Verwaltung gehört zur Exekutive, das Gericht zur Judikative.
- 3Kontrolle erklären: Nicht die Verwaltung selbst entscheidet allein darüber, ob ihre Handlung rechtmäßig war.
Merke: Frage bei einem Fall nicht nur, wer handelt. Prüfe auch, wer diese Handlung kontrollieren darf.
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Verschiedene Aufgaben bedeuten nicht, dass staatliche Einrichtungen nichts miteinander zu tun haben dürfen. Für gegenseitige Kontrolle brauchen sie Rechte, mit denen sie aufeinander einwirken können. Solche Verbindungen heißen Gewaltenverschränkung. Die englische Bezeichnung „Checks and balances“ bedeutet Kontrollen und Gegengewichte. Sie bezeichnet das US-amerikanische System gegenseitiger Kontrolle: Die Gewalten sind unabhängig, aber nicht absolut getrennt.
In Deutschland wählt der Bundestag, das gewählte Parlament, den Bundeskanzler als Regierungschef. Eine Mehrheit des Bundestages kann den amtierenden Regierungschef auch auswechseln. Das nennt man konstruktives Misstrauensvotum. Viele Regierungsmitglieder sind zugleich Abgeordnete, also Mitglieder des Parlaments. Auch der Bundesrat verbindet Aufgaben: In ihm wirken die Regierungen der Bundesländer an der Gesetzgebung mit.
Schon die französische Verfassung von 1791 verband getrennte Aufgaben mit gegenseitiger Beteiligung. Eine Verfassung legt die grundlegenden Regeln eines Staates fest. Die Nationalversammlung, das Parlament, war für die Gesetzgebung zuständig; der König leitete die ausführende Gewalt. Vom Volk auf Zeit gewählte Richter übten die richterliche Gewalt aus. Der König konnte Gesetzesbeschlüssen seine Zustimmung verweigern. Dieses Veto, also sein Einspruch, hatte aber nur aufschiebende Wirkung: Es konnte einen Beschluss verzögern, nicht endgültig verhindern. Auch der König stand unter dem Gesetz.
Merke: Gewaltenteilung braucht getrennte Aufgaben und gegenseitige Kontrollen. Eine Verbindung zwischen zwei Gewalten hebt die Gewaltenteilung nicht schon auf.
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Bei absoluter Macht fehlen wirksame Grenzen für den Herrscher. In der russischen Autokratie, der unbeschränkten Herrschaft des Zaren, vereinigte der Zar als Herrscher Aufgaben aller drei Gewalten. Er war dabei an keine Rechtsnormen, also verbindlichen rechtlichen Regeln, gebunden. Geteilte Staatsgewalt verteilt dagegen Aufgaben und ermöglicht gegenseitige Kontrolle. Das soll Freiheit und Gleichheit schützen.
Entscheidend ist nicht allein, ob es ein Parlament gibt. In Russland hatte die Duma, das Parlament, nach 1905 keine Kontrollrechte gegenüber der Regierung. Der Zar konnte Gesetze gegenzeichnen, also durch seine Unterschrift bestätigen, oder selbst erlassen. Für Militär und Außenpolitik war er allein verantwortlich. Die Einrichtung eines Parlaments bedeutete daher noch keine wirksame Kontrolle der Regierung durch dieses Parlament.
Für einen begründeten Vergleich brauchst du einen Maßstab. Wenn du den Schutz vor Machtmissbrauch beurteilst, frage: Ist der Herrscher an Gesetze gebunden? Sind Aufgaben verteilt? Darf eine andere Stelle Entscheidungen kontrollieren? Nach diesem Maßstab bietet geteilte Staatsgewalt Schutzmöglichkeiten, die bei unbeschränkter Macht fehlen. Wie die Gewaltenteilung ausgestaltet ist, unterscheidet sich jedoch stark von Land zu Land.
| Prüffrage | Russische Autokratie | Prinzip der Gewaltenteilung |
|---|---|---|
| Wer hat die Aufgaben? | Der Zar vereinigte Aufgaben aller drei Gewalten. | Verschiedene Einrichtungen übernehmen unterschiedliche Aufgaben. |
| Wie wird Macht begrenzt? | Der Zar war an keine Rechtsnormen gebunden. | Die Gewalten begrenzen und kontrollieren einander. |
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Alles auf einen Blick
Gewaltenteilung
Aufgaben
Legislative beschließt Gesetze, Exekutive regiert und verwaltet, Judikative spricht Recht.
Kontrolle
Eine andere Gewalt kann staatliche Entscheidungen überprüfen und dadurch Macht begrenzen.
Verbindungen
Gewaltenteilung erlaubt gegenseitige Beteiligung und bedeutet keine vollständige Trennung.
Schutzziel
Die Verteilung staatlicher Macht soll Freiheit und Gleichheit sichern.
Vergleich
Entscheidend sind rechtliche Grenzen und wirksame Kontrollen, nicht allein das Vorhandensein eines Parlaments.
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Die Kontrollmöglichkeiten der Duma nach 1905 untersuchen
- 1Aufgabe klären: Prüfe, ob die Duma in Russland nach 1905 die Macht der Regierung wirksam kontrollieren konnte.
- 2Befugnisse feststellen: Die Duma hatte keine Kontrollrechte gegenüber der Regierung.
- 3Weitere Machtverteilung prüfen: Der Zar konnte Gesetze selbst erlassen und verantwortete Militär sowie Außenpolitik allein.
- 4Ergebnis begründen: Das Parlament bestand, hatte aber keine Rechte zur Regierungskontrolle. Sein Bestehen allein belegt daher keine wirksame Begrenzung der Regierungsmacht.
Fehler finden
Prüfe die Aussagen zum französischen König nach der Verfassung von 1791 In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 2Die zweite Aussage macht aus einem begrenzten Einspruch ein endgültiges Verbot. Richtig: Das Veto des Königs hatte nach der Verfassung von 1791 nur aufschiebende Wirkung.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
In den USA gehört der zur Exekutive. Die französische Verfassung von 1791 übertrug die richterliche Gewalt Richtern, die auf Zeit vom gewählt wurden. In Deutschland wählt der den Bundeskanzler.
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