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Geschichte · Klasse 7–10 · aktualisiert

Otto von Bismarck: Politik, Wirkung und Urteil

Du lernst, wie Bismarck die Reichsgründung vorantrieb, Mehrheiten nutzte und wie du Ziele und Folgen seiner Politik unterscheidest.

0 von 9 Aufgaben gelöst

Otto von Bismarck: Politik, Wirkung und Urteil

Kurz gesagt

Otto von Bismarck war ein preußischer Politiker und von 1871 bis 1890 erster Reichskanzler des Deutschen Reiches. Er trieb die Reichsgründung durch Kriege und Verhandlungen voran. Seine Politik sicherte staatliche Macht, schuf soziale Absicherung und grenzte zugleich Gruppen aus.

Kann eine Politik Menschen helfen und zugleich dem Machterhalt dienen? Bei Bismarck begegnen dir solche Spannungen. Du untersuchst, wie er Entscheidungen durchsetzte und warum ein erreichtes Ziel noch kein ausreichender Maßstab für ein Urteil ist.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.

4 Abschnitte

Otto von Bismarck war ein Politiker aus Preußen, einem deutschen Staat mit einem König. Als preußischer Ministerpräsident leitete er dessen Regierung. Er wollte Preußens Macht ausbauen und die Stellung des Königs, des Militärs und des Adels bewahren. Die deutsche Einigung verband er mit diesem Machtziel.

Kriege waren wichtige Schritte zur Reichsgründung. 1864 kämpften Preußen und Österreich gemeinsam gegen Dänemark. Danach verwalteten sie Schleswig und Holstein zusammen. Bismarck wollte die alleinige Kontrolle Preußens über diese Gebiete. Das verschärfte den Gegensatz zu Österreich. 1866 kam es zum Krieg zwischen Preußen und Österreich. Nach Preußens Sieg musste Österreich der Bildung eines Norddeutschen Bundes unter preußischer Führung zustimmen. Dieser Bund vereinte deutsche Staaten im Norden; die süddeutschen Staaten blieben zunächst unabhängig.

Bismarck setzte auch auf Verhandlungen und Zugeständnisse. Während des Deutsch-Französischen Krieges verhandelte er ab Mitte Oktober 1870 mit den süddeutschen Staaten über den Zusammenschluss. Württemberg und Bayern stimmten zu, nachdem ihnen besondere Rechte zugesichert worden waren. Am 18. Januar 1871 wurde der preußische König Wilhelm I. in Versailles zum deutschen Kaiser ausgerufen. Dieses Ereignis markierte die Reichsgründung.

Bismarck trieb die Einigung maßgeblich voran. Er erreichte sie aber nicht allein: Militärische Siege, Entscheidungen der Herrscher und Verhandlungen mit den Staaten wirkten zusammen. Von 1871 bis 1890 war er der erste Reichskanzler, also der Leiter der Regierung des Deutschen Reiches.

Definition

Reichsgründung

Die Entstehung des Deutschen Reiches durch den Zusammenschluss deutscher Staaten unter preußischer Führung.

Beispiel: Bismarcks Entscheidung nach dem Sieg über Österreich

  1. 1Nach dem Sieg von 1866 wollten Wilhelm I. und die Militärs Österreich harte Friedensbedingungen auferlegen.
  2. 2Bismarck setzte gemäßigte Bedingungen durch. Österreich musste keine Gebiete an Preußen abtreten.
  3. 3Er befürchtete, ein geschwächtes Österreich könnte sich mit Frankreich verbünden. Militärischer Erfolg und politische Vorsicht gehörten hier zusammen.

Teste dich

MittelWie lässt sich Bismarcks Rolle bei der Reichsgründung erklären?

Alles auf einen Blick

Otto von Bismarck

  • Reichsgründung

    Bismarck verband militärische Erfolge mit Verhandlungen und stärkte dabei Preußens Führung.

  • Macht

    Das Vertrauen des Königs, mehrere Regierungsämter und sein Ansehen stärkten Bismarcks Stellung.

  • Mehrheiten

    Bismarck suchte wechselnde Partner, wollte sich aber nicht von den Parteien führen lassen.

  • Innenpolitik

    Soziale Versicherungen halfen gegen Not; zugleich bekämpfte Bismarck politische Gegner und setzte Polen in Preußen unter Anpassungsdruck.

  • Außenpolitik

    Bündnisse sollten Deutschlands Stellung sichern und einen Krieg gegen Russland und Frankreich zugleich verhindern.

  • Urteil

    Ziele und tatsächliche Folgen müssen getrennt geprüft werden. Auch die Folgen für betroffene Menschen gehören zum Urteil.

Musteraufgabe · Schritt für Schritt

Die Sozialgesetzgebung Schritt für Schritt beurteilen

  1. 1Aufgabe klären: Beurteile, ob die Sozialgesetzgebung Bismarcks Machtziel erreichte, und berücksichtige ihre soziale Wirkung.
  2. 2Ziel bestimmen: Bismarck wollte Arbeiter stärker an den Staat binden und die Sozialdemokratie schwächen.
  3. 3Mittel nennen: Versicherungen sollten gegen Krankheit, Unfall, dauerhafte Arbeitsunfähigkeit und Altersarmut absichern.
  4. 4Ergebnis prüfen: Die Sozialgesetzgebung schuf eine wichtige Grundlage staatlicher sozialer Absicherung. Die Sozialdemokratie wurde dadurch mittelfristig nicht entscheidend geschwächt.
  5. 5Urteil formulieren: Beim Schutz gegen soziale Not entstand etwas Bleibendes. Gemessen an Bismarcks machtpolitischem Ziel war die Maßnahme dagegen kein Erfolg.

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Lückentext

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Im Krieg von 1864 kämpften Preußen und Österreich gemeinsam gegen . Der Zweibund von 1879 verband Deutschland mit . 1885 ließ die preußische Regierung nicht eingebürgerte Polen aus Berlin und den östlichen Provinzen ausweisen.

Karteikasten

Erst selbst überlegen, dann umdrehen.

Übung mit Feedback

Abschluss-Check: Otto von Bismarck

LeichtWelche Zusage half Bismarck, Württemberg und Bayern für die Reichsgründung zu gewinnen?
MittelWas erklärt die Zustimmung zum Sozialistengesetz nach dessen erster Ablehnung 1878?
SchwerWelches Urteil trennt beim Kulturkampf Ziel, Mittel und tatsächliche Folgen?

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