Geschichte · Klasse 5–8 · aktualisiert
Punische Kriege: Rom gegen Karthago erklärt
Du lernst den Verlauf der drei Punischen Kriege kennen, unterscheidest Gründe und Folgen und prüfst, warum Rom gegen Karthago gewann.
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Kurz gesagt
Die Punischen Kriege waren drei Kriege zwischen Rom und Karthago. Rom gewann schrittweise die Oberhand im westlichen Mittelmeer. Im letzten Krieg zerstörten die Römer Karthago und versklavten Menschen.
Kann ein Heer große Schlachten gewinnen und trotzdem den Krieg verlieren? In den Punischen Kriegen geschah genau das. Du untersuchst, wie Entscheidungen den Verlauf veränderten und warum ein einzelner Schuldiger nicht alles erklärt.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Rom und Karthago kämpften in drei Punischen Kriegen gegeneinander. Karthago war eine Stadt in Nordafrika. Die Abkürzung „v. Chr.“ bedeutet „vor Christus“. Bei diesen Jahreszahlen liegt die größere Zahl weiter zurück.
Der Erste Punische Krieg dauerte 264–241 v. Chr. Die Gegner kämpften um Sizilien. Rom lernte, seine Erfahrungen im Kampf an Land auch auf Schiffen zu nutzen. Nach Roms Sieg verlor Karthago Sizilien.
Der Zweite Punische Krieg dauerte 218–201 v. Chr. Der karthagische Heerführer Hannibal zog aus Spanien über die Alpen nach Italien. Bei Cannae gewann er eine große Schlacht. Doch die meisten italischen Verbündeten blieben bei Rom: Diese Gemeinschaften in Italien arbeiteten weiterhin mit Rom zusammen. Später griff Rom Karthago in Afrika an. Hannibal wurde zurückgerufen. Der römische Heerführer Scipio siegte 202 v. Chr. bei Zama. Karthago verlor seine überseeischen Gebiete, also Gebiete jenseits des Meeres.
Der Dritte Punische Krieg dauerte 149–146 v. Chr. Nach der römischen Kriegserklärung gab Karthago zunächst Waffen ab. Dann verlangten die Römer, dass die Einwohner ihre Stadt verlassen sollten; die Stadt sollte zerstört werden. Die Karthager entschieden sich zum Widerstand. Die Römer schlossen die Stadt ein, um sie zur Aufgabe zu zwingen. Das heißt Belagerung. Nach römischen Rückschlägen übernahm Scipio Aemilianus 147 v. Chr. den Oberbefehl. Er war ein anderer Heerführer als der Sieger von Zama. Seine Soldaten unterbrachen Lebensmitteltransporte auf dem Landweg. Der Hunger nahm zu. 146 v. Chr. eroberten und zerstörten die Römer Karthago. Sie versklavten Menschen, nahmen ihnen also die Freiheit und behandelten sie als Besitz.
| Zeitraum | Krieg | Ausgang |
|---|---|---|
| 264–241 v. Chr. | Erster Punischer Krieg | Karthago verlor Sizilien. |
| 218–201 v. Chr. | Zweiter Punischer Krieg | Karthago verlor seine überseeischen Gebiete. |
| 149–146 v. Chr. | Dritter Punischer Krieg | Rom zerstörte Karthago und versklavte Menschen. |
Merke: Ein Sieg in einer Schlacht bedeutet noch keinen Sieg im Krieg. Das zeigt Hannibals Erfolg bei Cannae.
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Ursachen erklären, warum ein Krieg entstehen konnte. Dazu gehören Interessen und Entscheidungen. Manche Ursachen wirken lange, andere erst kurz vor dem Krieg. Als Anlass bezeichnen wir hier ein konkretes Ereignis, an dem sich ein bestehender Streit unmittelbar zum Krieg verschärft. Der Anlass kann zu den Ursachen gehören, erklärt aber meist nicht alles. Folgen sind Veränderungen, die durch den Krieg entstehen.
Beim Ersten Punischen Krieg kannst du diese Unterschiede erkennen. Polybios, ein Geschichtsschreiber der Antike, berichtet von den Mamertinern, einer Gruppe in Messana auf Sizilien. Gruppen von ihnen baten Karthago beziehungsweise Rom um Hilfe. Polybios erklärt auch, dass Rom eine Ausweitung karthagischer Macht auf Sizilien als Gefahr ansah. Diese Sorge und die Machtinteressen gehören zu den Ursachen. Der Streit um Messana, die Hilfegesuche und Roms Eingreifen bilden den unmittelbaren Anlass. Dass Karthago nach dem Krieg Sizilien verlor, ist eine Folge.
Auch beim Dritten Punischen Krieg lassen sich Anlass und weitere Gründe trennen. Massinissa war König von Numidien, einem Nachbarreich Karthagos in Nordafrika, und mit Rom verbunden. Karthago stritt mit ihm um Land. 150 v. Chr. zog ein karthagisches Heer gegen ihn und verlor. Die Friedensbedingungen nach dem Zweiten Punischen Krieg hatten Karthago einen Krieg gegen Massinissa und andere Verbündete Roms untersagt. Rom nahm den Krieg gegen Massinissa zum Anlass für sein Eingreifen. Zum Hintergrund gehörte auch die römische Furcht, Karthago könnte wirtschaftlich und militärisch wieder stark werden.
Eine Folge des Dritten Punischen Krieges war Roms gefestigte Vormachtstellung im westlichen Mittelmeer: Rom konnte dort stärker bestimmen. Für die besiegte Bevölkerung bedeutete der Krieg Zerstörung und Versklavung. Eine Erklärung der Gründe rechtfertigt diese Gewalt nicht. Und nicht alles, was nach einem Krieg geschieht, ist deshalb eine Folge von ihm.
Definition
Ursache, Anlass und Folge
Ursache: Was machte den Krieg möglich oder wahrscheinlicher? Anlass: Woran verschärfte sich der Streit unmittelbar zum Krieg? Folge: Was veränderte sich durch den Krieg?
Beispiel: Beispieltext, ausgedacht: eine Behauptung prüfen
- 1Ein Schüler schreibt: „Diese Veränderung kam nach dem Krieg. Also wurde sie durch den Krieg verursacht.“
- 2Das reicht als Begründung nicht aus. Eine zeitliche Reihenfolge beweist noch keinen Zusammenhang.
- 3Er muss erklären, wie der Krieg zu der Veränderung führte.
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Eine Strategie ist ein Plan dafür, wie man ein größeres Ziel erreichen will. Rom passte seine Kriegführung an. Dabei kannst du Waffen, Verbündete und die Versorgung mit Lebensmitteln untersuchen.
Im Ersten Punischen Krieg setzte Rom Enterbrücken ein. Sie verbanden das eigene mit einem gegnerischen Schiff. Römische Soldaten konnten hinübergelangen und dort kämpfen. So nutzten sie ihre Erfahrungen im Landkampf auf See. Die Enterbrücke erklärt aber nicht allein alle späteren römischen Siege.
Im Zweiten Punischen Krieg hoffte Hannibal, Roms Bündnisse zu zerbrechen. Ein Bündnis ist die Zusammenarbeit mehrerer Staaten oder Gemeinschaften. Doch auch nach seinem Sieg bei Cannae blieben die meisten italischen Verbündeten bei Rom. Hannibals Plan ging deshalb nicht ausreichend auf. Rom griff Karthago in Afrika an. Hannibal wurde aus Italien nach Afrika zurückgerufen. Scipios Sieg bei Zama war ein entscheidender Schritt zum römischen Erfolg.
Im Dritten Punischen Krieg verschärfte Scipio Aemilianus die Belagerung. Seine Soldaten bauten Befestigungen quer über die schmale Landverbindung zur Stadt. Damit unterbrachen sie Lebensmitteltransporte auf dem Landweg. Die Versorgung wurde schwieriger und der Hunger nahm zu. Die Sperre auf See war zunächst noch nicht vollständig dicht. Später drangen römische Soldaten über den Hafen weiter in die Stadt vor. Nach Kämpfen in den Straßen und um die letzte befestigte Zuflucht eroberten sie Karthago.
Merke: Für Roms Erfolg zählten mehr als einzelne Schlachten: Erfahrungen im Landkampf, die Zusammenarbeit mit Verbündeten und Angriffe auf die Versorgung.
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Wer einen Kriegsausbruch erklären will, muss mehrere Interessen und Entscheidungen prüfen. Eine einzelne Handlung erklärt meist nicht den ganzen Konflikt. Das bedeutet aber nicht, dass beide Seiten gleich viel Verantwortung tragen.
Zum Zweiten Punischen Krieg gibt es unterschiedliche antike Erklärungen. Der römische Geschichtsschreiber Fabius betonte nach dem Bericht des Polybios unter anderem die karthagischen Heerführer. Er nannte das Machtstreben des karthagischen Heerführers Hasdrubal und Hannibals eigenmächtiges Handeln. Damit meinte er, Hannibal habe gegen den Willen führender Karthager gehandelt. Wichtig ist: Das ist Fabius’ Ansicht, keine unbestrittene Tatsache. Hier erfahren wir sie durch Polybios. Wir lesen keinen unabhängig erhaltenen Originaltext des Fabius.
Polybios setzte einen anderen Schwerpunkt. Er hob hervor, dass Rom Karthago zur Abgabe Sardiniens gezwungen und zusätzlich Geld gefordert hatte. Das hielt er für eine besonders wichtige Ursache. Außerdem nannte er karthagische Erfolge in Spanien, durch die Karthago wieder mehr Macht gewonnen hatte. Damit berücksichtigte er früheres römisches Handeln stärker. Auch er war kein neutraler Schiedsrichter. Seine Erklärung entlastet Hannibal nicht von der Verantwortung für eigene Entscheidungen.
Beim Dritten Punischen Krieg war Karthagos Krieg gegen Massinissa der Anlass für Roms Eingreifen. Appian, ein antiker Geschichtsschreiber, erklärte jedoch, der römische Senat habe schon vorher Krieg gewollt und einen Vorwand gesucht. Der Senat war eine Versammlung führender römischer Politiker. Ein Vorwand ist ein vorgeschobener Grund. Appian schrieb lange nach dem Krieg und war kein Augenzeuge. Seine Aussage über die römischen Absichten ist als seine Erklärung zu kennzeichnen.
Ein begründetes Urteil unterscheidet also: Was geschah? Welche Absichten schreiben Geschichtsschreiber den Handelnden zu? Welche Entscheidungen trugen zum Krieg bei? So kannst du Verantwortung prüfen, ohne sie vorschnell einer Seite allein oder beiden Seiten zu gleichen Teilen zuzuweisen.
| Geschichtsschreiber | Schwerpunkt beim Zweiten Krieg |
|---|---|
| Fabius, überliefert durch Polybios | Machtstreben und Handeln karthagischer Heerführer gegen den Willen führender Karthager |
| Polybios | Auch frühere römische Eingriffe und karthagische Erfolge in Spanien |
Merke: Mehrere Ursachen bedeuten nicht gleiche Verantwortung. Gründe zu erklären heißt auch nicht, Gewalt zu rechtfertigen.
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Alles auf einen Blick
Punische Kriege
Verlauf
Drei Kriege führten von Karthagos Verlust Siziliens bis zur Zerstörung der Stadt durch Rom.
Unterscheidung
Ursachen erklären, warum ein Krieg entstehen konnte. Der Anlass ist die unmittelbare Verschärfung; Folgen entstehen durch den Krieg.
Kriegführung
Rom nutzte Erfahrungen im Landkampf auf See und griff Karthago auch in Afrika an.
Bündnisse
Die meisten italischen Verbündeten blieben auch nach Hannibals Sieg bei Cannae bei Rom.
Verantwortung
Unterschiedliche Erklärungen müssen geprüft werden; mehrere Ursachen bedeuten nicht gleiche Verantwortung.
Menschen
Roms Machtgewinn ging im Dritten Punischen Krieg mit der Zerstörung Karthagos und der Versklavung von Menschen einher.
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Wie half eine Enterbrücke beim Kampf auf See?
- 1Aufgabe: Erkläre, wie Rom im Ersten Punischen Krieg Erfahrungen im Landkampf auf See nutzte.
- 2Das Mittel beschreiben: Eine Enterbrücke verband das römische mit einem gegnerischen Schiff.
- 3Die Wirkung erklären: Soldaten konnten hinübergelangen und auf dem gegnerischen Schiff kämpfen.
- 4Den Zusammenhang herstellen: So konnten die Römer ihre Erfahrungen im Landkampf auch auf See einsetzen.
- 5Die Grenze nennen: Diese Anpassung erklärt nicht allein alle späteren römischen Siege.
Fehler finden
Prüfe die Aussagen zum Kampf um Karthago In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 3Die Aussage verwechselt das Anfangsjahr des Krieges mit dem Jahr der Eroberung. Richtig: Die Römer eroberten und zerstörten Karthago 146 v. Chr.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Der Erste Punische Krieg endete . Der Zweite Punische Krieg begann . Im Dritten Punischen Krieg eroberten und zerstörten die Römer Karthago .
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