Geschichte · Klasse 5–8 · aktualisiert
Römische Provinz: Verwaltung und Leben erklärt
Du lernst, warum Rom Provinzen einrichtete, wer dort Macht hatte und wie sich Herrschaft und Austausch auf das Leben auswirkten.
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Kurz gesagt
Eine römische Provinz war ein Verwaltungsgebiet des Römischen Reiches. Rom sicherte eroberte Gebiete und organisierte dort seine Herrschaft. Am Beispiel Britanniens erkennst du, wie Verwaltung, Steuern und kultureller Austausch das Leben veränderten.
Wenn ein Gebiet erobert war, musste Rom seine Herrschaft dort sichern und Aufgaben verteilen. Für die Bewohner konnte das neue Möglichkeiten, aber auch Belastungen bedeuten. Du untersuchst besonders Britannien, ein Gebiet unter römischer Herrschaft.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Rom teilte sein Herrschaftsgebiet in Verwaltungsgebiete ein. Solche Gebiete hießen Provinzen. Verwaltung bedeutet hier: Aufgaben verteilen, Entscheidungen treffen und etwa die Erhebung von Steuern organisieren. Steuern sind Abgaben, die Menschen an die Herrschaft zahlen müssen.
Zu den ersten Provinzen gehörten die Insel Sizilien ab 241 v. Chr. und die Insel Sardinien ab 237 v. Chr. Die Abkürzung „v. Chr.“ bedeutet „vor Christus“. Bei diesen Jahreszahlen liegt die größere Zahl weiter zurück. Rom schickte jeweils einen Amtsträger mit einer kleinen Truppe auf die Inseln, um sie zu sichern.
Am Beispiel Britanniens kannst du weitere Aufgaben erkennen: Rom kontrollierte das eroberte Gebiet mit Soldaten und teilte es in Verwaltungsgebiete mit Städten als Zentren ein. Diese Städte dienten auch dem Handel und der Erhebung von Steuern. Provinzen halfen Rom also, eroberte Gebiete zu sichern und seine Herrschaft zu organisieren.
Definition
Römische Provinz
Eine römische Provinz war ein Verwaltungsgebiet des Römischen Reiches.
Merke: Ein Gebiet zu erobern und es zu verwalten waren verschiedene Aufgaben. Rom musste seine Herrschaft dort auch sichern und organisieren.
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Ein Statthalter war ein Amtsträger, der für Rom eine Provinz leitete. Seine Aufgaben waren nicht in allen Provinzen und zu allen Zeiten gleich. Hier betrachten wir Britannien in der Kaiserzeit, also in der Zeit, in der ein Kaiser an der Spitze des Römischen Reiches stand.
In diesem kaiserzeitlichen Britannien vertrat der Statthalter den Kaiser. Er führte die Truppen und war der oberste Richter. Damit hatte er große Macht über Soldaten und über Entscheidungen vor Gericht. Für die Provinzfinanzen, also die Einnahmen und Ausgaben der Provinz, war jedoch ein eigener Finanzbeamter zuständig.
Viele Verwaltungsaufgaben übernahmen in Britannien örtliche Stadträte. Das waren Gruppen, die Aufgaben für ihre Stadt erledigten. Die örtliche Oberschicht, also Menschen mit besonders viel Einfluss, konnte dadurch weiter mitentscheiden. Die Verwaltung lag somit nicht allein beim Statthalter.
Beispiel: Verwaltung durch örtliche Stadträte in Britannien
- 1Viele Verwaltungsaufgaben lagen bei örtlichen Stadträten.
- 2Die örtliche Oberschicht hatte dadurch weiterhin Möglichkeiten, Entscheidungen mitzugestalten.
- 3Das zeigt: Unter römischer Herrschaft wirkten auch Menschen aus den Städten an der Verwaltung mit.
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Die römische Herrschaft hatte nicht für alle Bewohner dieselben Folgen. In Britannien konnten Angehörige der örtlichen Führung durch ihre Mitarbeit an der Verwaltung Einfluss gewinnen oder behalten. Zugleich musste die Bevölkerung Steuern tragen. Bei der Erhebung konnte Macht missbraucht werden. Das konnte Konflikte auslösen. Wer zur örtlichen Führung gehörte, konnte ebenfalls steuerpflichtig sein: Einflussreiche Menschen und Steuerzahler waren keine vollständig getrennten Gruppen.
Auch aus der Zeit der Republik sind Belastungen bekannt. Republik ist hier die Bezeichnung für einen Abschnitt der römischen Geschichte. Damals bekamen römische Politiker kein Gehalt. Sie mussten teure Wahlkämpfe und die Ausübung ihres Amtes selbst bezahlen. Deshalb hatten sie danach häufig hohe Schulden. Wurden sie anschließend Statthalter, versuchten sie, in der Provinz wieder zu Geld zu kommen. Weil sie meist nur ein Jahr im Amt waren, gingen sie dabei oft rücksichtslos vor.
Um die Folgen zu beurteilen, fragst du deshalb: Für welche Menschen brachte die Herrschaft Einfluss? Wer musste Abgaben tragen oder litt unter Machtmissbrauch? Ein Vorteil für die örtliche Führung beweist nicht, dass es allen Bewohnern besser ging.
| Blick auf Britannien | Mögliche Erfahrung |
|---|---|
| Angehörige der örtlichen Führung | Mitarbeit an der Verwaltung bot Einfluss. |
| Steuerpflichtige | Sie trugen Abgaben und konnten Machtmissbrauch erleben. |
Merke: Frage bei einem Urteil nach den betroffenen Menschen. Einfluss und Belastungen konnten auch dieselbe Person betreffen.
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Mit Romanisierung ist hier gemeint, dass sich das Leben unter römischer Herrschaft durch die Begegnung mit römischen Bräuchen veränderte. Das geschah nicht überall und für alle Menschen auf dieselbe Weise. Austausch fand unter ungleichen Machtverhältnissen statt: Rom herrschte über das eroberte Gebiet.
Ein Beispiel ist die Religion in Britannien. Dort verbanden Menschen teilweise örtliche und römische Gottheiten. Örtliche religiöse Bräuche wurden also nicht vollständig verdrängt. Es entstanden Verbindungen zwischen unterschiedlichen Vorstellungen.
Zugleich stand Religion mit Macht in Verbindung. Die Teilnahme am offiziellen Kult in Britannien, also an der von der Herrschaft getragenen Götterverehrung, galt als Zeichen der Treue zur römischen Herrschaft. Sie war auch eine Voraussetzung dafür, eine höhere Stellung in der Gesellschaft zu erreichen. Religiöse Teilnahme hatte damit Folgen für die Möglichkeiten eines Menschen.
Romanisierung war deshalb weder ein vollständiger Ersatz der örtlichen Kultur noch ein Austausch unter Menschen mit gleicher Macht und Freiheit. Verbindungen von Bräuchen und der Einfluss römischer Herrschaft gehörten zusammen.
Definition
Romanisierung
Romanisierung bezeichnet hier Veränderungen des Lebens durch römische Herrschaft und den Austausch mit römischen Bräuchen. Örtliche Kultur konnte dabei weiterbestehen.
Merke: In Britannien verbanden sich teilweise örtliche und römische religiöse Vorstellungen. Gleichzeitig beeinflusste die römische Herrschaft die Möglichkeiten der Menschen.
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Alles auf einen Blick
Römische Provinz
Provinzen
Rom nutzte Verwaltungsgebiete, um seine Herrschaft zu organisieren.
Statthalter
Im hier betrachteten kaiserzeitlichen Britannien vertrat er den Kaiser, führte Truppen und war oberster Richter.
Verwaltung
In Britannien übernahmen örtliche Stadträte viele Aufgaben.
Folgen
In Britannien standen Möglichkeiten für die örtliche Führung neben Steuerlasten und möglichem Machtmissbrauch.
Romanisierung
Die Religion in Britannien zeigt teilweise Verbindungen örtlicher und römischer Bräuche unter ungleichen Machtverhältnissen.
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Die Geldnot von Statthaltern Schritt für Schritt erklären
- 1Aufgabe: Erkläre, warum Statthalter in der Zeit der Republik häufig versuchten, in einer Provinz wieder zu Geld zu kommen.
- 2Ausgangspunkt bestimmen: Römische Politiker bekamen damals kein Gehalt. Wahlkämpfe und Amtskosten bezahlten sie selbst.
- 3Folge benennen: Nach ihrer Amtszeit hatten sie deshalb häufig hohe Schulden.
- 4Verbindung erklären: Wurden sie anschließend Statthalter, versuchten sie, ihre Geldlage in der Provinz zu verbessern.
- 5Belastung erkennen: Da sie meist nur ein Jahr im Amt waren, gingen sie dabei oft rücksichtslos vor. Ihre Geldnot konnte so für die Provinzbewohner zum Problem werden.
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Prüfe die Aussagen zu den frühen Inselprovinzen In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 2Die zweite Aussage übernimmt das Jahr für Sizilien. Richtig: Sardinien gehörte ab 237 v. Chr. zu den ersten römischen Provinzen.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Die Insel Sizilien gehörte ab zu den ersten römischen Provinzen. Im hier betrachteten kaiserzeitlichen Britannien war für Einnahmen und Ausgaben der Provinz ein eigener zuständig. Die Teilnahme am offiziellen Kult in Britannien galt als Zeichen politischer .
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