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Geschichte · Klasse 9–10 · aktualisiert

Prager Frühling 1968: Reformen und Folgen

Du lernst, warum Menschen 1968 Reformen in der Tschechoslowakei wollten, wie der Einmarsch sie beendete und welche Folgen das hatte.

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Prager Frühling 1968: Reformen und Folgen

Kurz gesagt

Der Prager Frühling war der Versuch, 1968 den Sozialismus in der Tschechoslowakei freier und demokratischer zu gestalten. Truppen anderer Staaten des Warschauer Paktes schlugen den Reformversuch gewaltsam nieder.

Mehr Freiheit beim Schreiben, Reisen und Mitentscheiden: Das waren wichtige Wünsche im Prager Frühling. Die Reformbewegung wollte den Sozialismus verändern. Du untersuchst, warum daraus ein Konflikt mit der sowjetischen Führung wurde und wie der Einmarsch das Leben im Land veränderte.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.

4 Abschnitte

Die Tschechoslowakische Sozialistische Republik, kurz ČSSR, war der gemeinsame Staat von Tschechen und Slowaken. Seit Beginn der 1960er-Jahre steckte sie in einer wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Krise. Die Wirtschaft wurde zentral durch staatliche Stellen geplant. Dieses System mit seinen vielen Verwaltungsvorschriften hatte zu einem starken wirtschaftlichen Stillstand geführt.

Dazu kamen politische Konflikte. Die kommunistische Parteiführung verhinderte die Aufarbeitung früherer politischer Schauprozesse. Das waren Gerichtsverfahren, die der politischen Verfolgung dienten. Schriftsteller kritisierten die Führung öffentlich. Zwischen tschechischen und slowakischen Parteivertretern gab es Streit über die Verteilung der Macht. Mit der Verfassung von 1960 waren Befugnisse des Slowakischen Nationalrates an die Ministerien in Prag übertragen worden. Alexander Dubček, ein führender slowakischer Kommunist, verlangte mehr Befugnisse für slowakische Einrichtungen.

Unter Dubček begann 1968 der Reformkurs der Kommunistischen Partei der Tschechoslowakei, kurz KPČ. Eine zunehmend kritische Öffentlichkeit verstärkte ihn. Dubček warb für einen „Sozialismus mit menschlichem Antlitz“. Gemeint war ein Sozialismus mit mehr Freiheit und Mitbestimmung. Die Bevölkerung wollte überwiegend einen reformierten, demokratischen Sozialismus, nicht dessen Abschaffung.

Zu den Zielen gehörten Meinungs- und Informationsfreiheit, weniger Macht bei einzelnen Personen und die Aufarbeitung früherer politischer Verfolgung. Die Slowakei sollte innerhalb des gemeinsamen Staates gleichberechtigt werden. Der Wirtschaftsreformer Ota Šik wollte Betrieben mehr eigene Entscheidungen ermöglichen und die zentrale Planung stark verringern. Die KPČ behielt jedoch ihre führende Rolle. Der spätere Einmarsch ausländischer Truppen richtete sich gegen diesen bereits begonnenen Reformversuch.

Definition

Prager Frühling

So heißt der Reformversuch von 1968 in der Tschechoslowakei. Er verband Veränderungen durch die kommunistische Regierungspartei mit Forderungen einer kritischen Öffentlichkeit.

Merke: Wirtschaftlicher Stillstand, politische Unfreiheit und der Streit über slowakische Mitbestimmung gehörten zu den Ursachen. Das Ziel war überwiegend ein veränderter Sozialismus.

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Alles auf einen Blick

Prager Frühling

  • Ursachen

    Wirtschaftlicher Stillstand, politische Unfreiheit und der Streit über slowakische Mitbestimmung stärkten die Reformforderungen.

  • Ziele

    Mehr Freiheit und Mitbestimmung sollten den Sozialismus verändern; die KPČ behielt ihre führende Rolle.

  • Verlauf

    Auf die Öffnung der Presse und das Aktionsprogramm folgten wachsender Druck und der Einmarsch im August 1968.

  • Interessen

    Die Reformer wollten gleichberechtigte Partnerschaft im Bündnis; die sowjetische Führung fürchtete eine Ablösung der Tschechoslowakei.

  • Folgen

    Fast alle Reformprojekte sollten aufgehoben werden. Flucht, Parteiausschlüsse und die sowjetische Besetzung wirkten lange nach.

Musteraufgabe · Schritt für Schritt

Ota Šiks Wirtschaftspläne als Reform erklären

  1. 1Aufgabe: Erkläre, wie Ota Šiks Wirtschaftspläne auf ein Problem der Tschechoslowakei antworteten.
  2. 2Problem benennen: Das zentrale staatliche Planungssystem hatte zu starkem wirtschaftlichem Stillstand geführt.
  3. 3Vorschlag zuordnen: Šik wollte die zentrale Planung stark verringern und Betrieben mehr eigene Entscheidungen ermöglichen.
  4. 4Zusammenhang erklären: Seine Pläne sollten die bisherige Wirtschaftssteuerung verändern und damit auf die wirtschaftliche Krise reagieren.
  5. 5Grenze beachten: Ein Reformziel ist noch kein nachgewiesener Erfolg. Aus den Plänen allein folgt nicht, dass die Krise bereits überwunden war.

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Lückentext

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Dubček hob die Pressezensur im 1968 auf. Das Aktionsprogramm der KPČ wurde am 1968 vorgestellt. Der Vertrag vom 16. Oktober 1968 regelte die Stationierung von sowjetischen Soldaten.

Karteikasten

Erst selbst überlegen, dann umdrehen.

Übung mit Feedback

Abschluss-Check: Prager Frühling

LeichtWelche Forderung gehörte zu den Zielen für die Slowakei?
MittelWie ordnest du die sowjetische Bewertung des „Manifests der 2000 Worte“ ein?
SchwerWelche Folgerung aus der Flucht nach der Besetzung ist begründet?

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