Geschichte · Klasse 5–8 · aktualisiert
Hellenismus: Epoche, Diadochen und kulturelle Wirkung
Du lernst, wann der Hellenismus begann, wie Alexanders Reich zerfiel und warum griechische Kultur unter römischer Herrschaft weiterwirkte.
0 von 9 Aufgaben gelöst
Kurz gesagt
Der Hellenismus ist ein Abschnitt der griechischen Geschichte von 336 v. Chr. bis 30 v. Chr. Nach Alexanders Eroberungen entstanden mehrere Königreiche. Griechische Kultur und die Kulturen der eroberten Gebiete beeinflussten sich gegenseitig.
Ein großes Reich kann zerfallen, während seine Sprachen und Ideen weiterleben. Genau das kannst du am Hellenismus entdecken. Du untersuchst, wie aus Alexanders Reich mehrere Königreiche wurden und was von dieser Zeit blieb.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Der Hellenismus ist eine Epoche, also ein Abschnitt der Geschichte. Eine Einteilung setzt ihn von 336 v. Chr. bis 30 v. Chr. an. Die Abkürzung „v. Chr.“ bedeutet „vor Christus“. Bei diesen Jahreszahlen liegt die größere Zahl weiter zurück.
336 v. Chr. wurde Alexander der Große König von Makedonien, einem Königreich, das damals die stärkste Macht über Griechenland war. Sein Regierungsbeginn ist ein möglicher Anfang des Hellenismus. Das Enddatum 30 v. Chr. bezeichnet die Eingliederung Ägyptens, des letzten hellenistischen Großreiches, in das Römische Reich, das von Rom aus beherrscht wurde.
Es gibt auch einen anderen Anfang: Der deutsche Historiker Johann Gustav Droysen ließ den Hellenismus mit Alexanders Tod 323 v. Chr. beginnen. Ein Historiker erforscht Geschichte. Bei dieser Einteilung beginnt die Epoche erst nach Alexanders Leben. Die Grenze 336 v. Chr. schließt dagegen Alexanders eigene Herrschaft ein.
Diese Grenzen ordnen vor allem Veränderungen der Herrschaft. Kulturelle Entwicklungen begannen teilweise früher und wirkten über das politische Ende hinaus weiter.
Definition
Epoche
Eine Epoche ist ein Abschnitt der Geschichte. Wo man seine Grenzen setzt, hängt auch davon ab, welche Veränderungen man untersucht.
Merke: 336 v. Chr. beginnt Alexanders Herrschaft, 323 v. Chr. endet sein Leben. Beide Ereignisse werden als Anfang des Hellenismus verwendet.
Teste dich
Alexander eroberte von 334 v. Chr. an das Perserreich, ein großes Reich im Osten, und drang bis nach Indien vor. Nach seinem Tod 323 v. Chr. kämpften verschiedene Gruppen innerhalb seines Reiches um die Herrschaft. Solche Kämpfe nennt man Bürgerkriege.
Niemand konnte die Herrschaft über das ganze Reich gewinnen. Alexanders führende Heerführer wurden deshalb zu Herrschern über einzelne Gebiete. Sie heißen Diadochen. Das bedeutet „Nachfolger“. Aus dem großen Reich entstanden mehrere Königreiche. Die Kämpfe der Diadochen endeten 281 v. Chr.
Drei Großreiche wurden besonders wichtig. In Makedonien und großen Teilen Griechenlands herrschte die Familie der Antigoniden. Die Seleukiden regierten unter anderem Syrien und Persien. Die Ptolemäer herrschten unter anderem über Ägypten. Diese Namen bezeichnen Herrscherfamilien. Neben den drei Großreichen gab es auch kleinere Mächte.
Definition
Diadochen
Die Diadochen waren Alexanders führende Heerführer, die nach seinem Tod zu Herrschern über einzelne Gebiete wurden. Ihr Name bedeutet „Nachfolger“.
| Herrscherfamilie | Gebiete ihrer Herrschaft |
|---|---|
| Antigoniden | Makedonien und große Teile Griechenlands |
| Seleukiden | Unter anderem Syrien und Persien |
| Ptolemäer | Unter anderem Ägypten |
Teste dich
Mit Kultur sind hier zum Beispiel Sprache, Kunst, Wissen und die Gestaltung von Städten gemeint. Im Hellenismus verbreitete sich griechische Kultur besonders in den eroberten Gebieten im Osten. Zugleich beeinflussten die dortigen Kulturen auch die Griechen. Der Austausch verlief also in beide Richtungen. Im Osten Irans entstanden zum Beispiel Mischformen aus griechischer Kunst und der Kunst des Ostens.
Unter den eingewanderten Griechen entstand eine gemeinsame griechische Sprache: die Koine. Sie half Menschen mit unterschiedlichen griechischen Sprachgewohnheiten, sich zu verständigen. Griechisch wurde in Syrien, Kleinasien und Ägypten eine wichtige gemeinsame Sprache. Kleinasien war eines der Gebiete, in denen die Nachfolger Alexanders herrschten.
Alexander und die späteren Herrscher gründeten viele Städte. Diese brauchten Tempel, Theater und Plätze. Daneben übernahmen auch bereits bestehende, ursprünglich nichtgriechische Orte wie Babylon und Jerusalem die griechische Form einer Stadtgemeinschaft, der Polis.
Die Stadt Alexandria in Ägypten wurde seit der Zeit der Diadochen zu einem Mittelpunkt der griechischen Wissenschaft. Die Königsfamilie der Ptolemäer unterstützte sie dabei. Dort befanden sich das Museion, ein Zentrum für Forschung und Lehre, und seine Bibliothek. Gelehrte beschäftigten sich dort unter anderem mit Naturwissenschaften und Medizin. Der Gelehrte Eratosthenes wirkte ebenfalls dort und berechnete den Umfang der Erde.
Beispiel: Austausch in der Kunst
- 1Im Osten Irans traf griechische Kunst auf die Kunst des Ostens.
- 2Dort entstanden Mischformen aus beiden.
- 3Daran erkennst du: Kultureller Austausch konnte etwas Neues hervorbringen.
Definition
Koine
Die Koine war eine gemeinsame Form des Griechischen. Sie entstand unter den eingewanderten Griechen.
Teste dich
Rom gewann schrittweise die Macht über die hellenistischen Reiche. Die Römer schafften 168 v. Chr. die Königsherrschaft der Antigoniden in Makedonien ab. 148 v. Chr. machten sie Makedonien zu einer römischen Provinz, also einem Gebiet unter römischer Verwaltung.
30 v. Chr. wurde auch das Reich der Ptolemäer in Ägypten Teil des Römischen Reiches. Damit endete das letzte hellenistische Großreich. Das ist ein politisches Ende: Es geht darum, wer ein Gebiet beherrscht. Die Römer hatten andere Gebiete aber schon früher unter ihre Kontrolle gebracht.
Die Kultur verschwand dadurch nicht. Griechisch blieb in Syrien, Kleinasien und Ägypten noch Jahrhunderte nach der Auflösung der Diadochenreiche eine wichtige gemeinsame Sprache. In Syrien nutzte wenigstens die städtische Bevölkerung die Koine neben dem Aramäischen noch bis ins 7. Jahrhundert. Aramäisch war eine weitere Sprache in dieser Region.
Auch die Römer öffneten sich der griechischen Kultur. Die Kenntnis griechischer Sprache und Literatur war ein Kennzeichen gebildeter Römer. Mit Literatur sind hier griechische schriftliche Werke gemeint. Du musst daher unterscheiden: Die Herrschaft der hellenistischen Könige endete, doch Sprache, Wissen und andere Teile ihrer Kultur wirkten weiter.
Merke: Das politische Ende der hellenistischen Königreiche beendete nicht die Wirkung ihrer Kultur. Herrschaft und kulturelle Nachwirkung sind verschiedene Dinge.
Teste dich
Alles auf einen Blick
Hellenismus
Zeit
Eine Einteilung setzt den Hellenismus von 336 v. Chr. bis 30 v. Chr. an; Droysen begann mit Alexanders Tod 323 v. Chr.
Nachfolge
Aus Alexanders Reich entstanden mehrere Königreiche, weil niemand das ganze Reich beherrschen konnte.
Austausch
Griechische Kultur und die Kulturen des Ostens beeinflussten sich gegenseitig.
Wissenschaft
Alexandria wurde seit der Zeit der Diadochen zu einem Mittelpunkt griechischer Forschung und Lehre.
Nachwirkung
Römische Herrschaft beendete die hellenistischen Königreiche, aber nicht die Wirkung ihrer Kultur.
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Alexandria als Ort des Wissens erklären
- 1Aufgabe: Erkläre, woran du die Bedeutung Alexandrias für die Wissenschaft erkennst.
- 2Einrichtungen nennen: In Alexandria gab es das Museion als Zentrum für Forschung und Lehre sowie eine zugehörige Bibliothek.
- 3Unterstützung erklären: Die Ptolemäer förderten die Wissenschaft in der Stadt.
- 4Ein Ergebnis nennen: Der dort tätige Gelehrte Eratosthenes berechnete den Umfang der Erde.
- 5Antwort verbinden: Alexandria war seit der Zeit der Diadochen ein Mittelpunkt griechischer Wissenschaft. Das zeigen seine Einrichtungen und die Arbeit seiner Gelehrten. Die Unterstützung der Königsfamilie spielte dabei eine große Rolle.
Fehler finden
Prüfe die Aussagen zur Sprache in Syrien In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 3Die Aussage verwechselt das Ende der Reiche mit dem Ende der Sprache. Richtig: Griechisch blieb in Syrien noch Jahrhunderte nach der Auflösung der Diadochenreiche eine wichtige gemeinsame Sprache.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Alexander begann die Eroberung des Perserreiches . Die Kämpfe seiner Nachfolger endeten . In Makedonien und großen Teilen Griechenlands herrschte nach den Kämpfen die Familie der .
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback