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Geschichte · Klasse 9–10 · aktualisiert

Neue Ostpolitik: Ziele, Verträge und Folgen

Du lernst, warum die Neue Ostpolitik begann, was ihre Verträge regelten und wie du Erfolge, Grenzen und ihren Beitrag zur Einheit beurteilst.

0 von 8 Aufgaben gelöst

Neue Ostpolitik: Ziele, Verträge und Folgen

Kurz gesagt

Die Neue Ostpolitik setzte auf Verständigung mit der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) und Osteuropa. Unter Bundeskanzler Willy Brandt sollten Verträge Spannungen abbauen und das Leben der Menschen erleichtern. Die deutsche Einheit blieb ein Ziel; die Teilung bestand zunächst fort.

Verträge können Reisen erleichtern, obwohl eine Grenze bestehen bleibt. Genau diese Spannung prägte die Neue Ostpolitik. Du untersuchst, was die Bundesregierung erreichen wollte, was sich tatsächlich änderte und warum die langfristige Wirkung umstritten ist.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.

3 Abschnitte

Deutschland war in zwei Staaten geteilt: die Bundesrepublik Deutschland im Westen und die Deutsche Demokratische Republik, kurz DDR, im Osten. Nach der Bundestagswahl 1969 wurde Willy Brandt Bundeskanzler. Seine Regierung setzte auf Gespräche mit der DDR und den osteuropäischen Staaten. Dabei blieb sie mit ihren westlichen Verbündeten eng abgestimmt.

Brandt und der Politiker Egon Bahr hatten bereits 1963 für „Wandel durch Annäherung“ geworben. Gemeinsame Interessen sollten Verständigung ermöglichen: das Risiko eines Atomkriegs verringern, das Leben der Menschen erleichtern und langfristig die Teilung überwinden. Die Anerkennung bestehender Grenzen sollte eine Grundlage für Gespräche schaffen. Sie bedeutete aus Sicht der Bundesregierung keine Aufgabe des Ziels einer friedlichen deutschen Einheit.

Der Historiker Heinrich August Winkler erklärt den Kurs so: Wer die Teilung langfristig überwinden wollte, musste zunächst die Wirklichkeit zweier deutscher Staaten berücksichtigen. Gespräche wurden Ende der 1960er Jahre auch durch Interessen der Sowjetunion begünstigt. Dieser Staat führte das östliche Militärbündnis, den Warschauer Pakt. Die Sowjetunion benötigte westliche Technik zur Erneuerung ihrer Wirtschaft; zugleich verschärfte sich ihr Konflikt mit China.

Der neue Kurs war umstritten. Die Regierungskoalition, also die gemeinsam regierenden Parteien, erwartete Entspannung und menschliche Erleichterungen. Die Opposition, also die Parteien außerhalb der Regierung, befürchtete dagegen, dass die Teilung dauerhaft festgeschrieben würde.

Definition

Entspannung

Entspannung bedeutet hier, politische Spannungen durch Gespräche, Zusammenarbeit und Vereinbarungen zu verringern.

Merke: Die Bundesregierung wollte die bestehende Teilung als Ausgangspunkt für Verhandlungen berücksichtigen und langfristig friedlich überwinden.

Teste dich

MittelWelche Überlegung stand nach Winkler hinter dem neuen Kurs?

Alles auf einen Blick

Neue Ostpolitik

  • Ziel

    Verständigung sollte Spannungen verringern und langfristig die Teilung überwinden.

  • Verträge

    Gewaltverzicht und die Achtung bestehender Grenzen schufen Grundlagen für geregelte Beziehungen.

  • Durchreise

    Das Viermächteabkommen gab den Rahmen vor, das Transitabkommen regelte die Einzelheiten.

  • Umsetzung

    Unterschrift, Inkrafttreten und praktische Umsetzung waren getrennte Schritte.

  • Grenzen

    Kontakte wurden erleichtert, aber die Teilung und der Schießbefehl bestanden fort.

  • Urteil

    Konkrete Erleichterungen sind belegbar; der Beitrag zur deutschen Einheit bleibt umstritten.

Musteraufgabe · Schritt für Schritt

Die Einrichtung der Botschaft in Warschau zeitlich einordnen

  1. 1Aufgabe: Erkläre, warum die Botschaftseröffnung nicht mit der Unterzeichnung des Warschauer Vertrags gleichgesetzt werden darf.
  2. 2Vereinbarung bestimmen: Am 7. Dezember 1970 unterzeichneten die Bundesrepublik und Polen den Vertrag. Er schuf eine Grundlage für geregelte Beziehungen.
  3. 3Verbindlichkeit einordnen: Der Vertrag trat am 3. Juni 1972 in Kraft.
  4. 4Umsetzung bestimmen: Die aus der Handelsvertretung entstandene Botschaft nahm im September 1972 ihre Arbeit auf.
  5. 5Ergebnis: Die Botschaft war ein anschließender Umsetzungsschritt. Sie eröffnete nicht schon mit der Unterschrift.

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Lückentext

Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.

Nach der Bundestagswahl wurde Willy Brandt Bundeskanzler. Den Moskauer Vertrag schloss die Bundesrepublik mit der . Die im Grundlagenvertrag vorgesehenen Ständigen Vertretungen arbeiteten ab dem 2. Mai .

Karteikasten

Erst selbst überlegen, dann umdrehen.

Übung mit Feedback

Abschluss-Check: Neue Ostpolitik

LeichtWelche Verpflichtung enthielt der Moskauer Vertrag?
MittelWie passte die Gebührenregelung des Transitabkommens zum Ziel der menschlichen Erleichterungen?
SchwerWas belegt die Erklärung des Bundestags vom 17. Mai 1972 zum Ziel deutscher Einheit?

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