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Geschichte · Klasse 10–13 · aktualisiert

Nahostkonflikt: Geschichte und zentrale Streitfragen

Du lernst die historischen Konfliktlinien kennen, vergleichst Perspektiven und ordnest Ereignisse bis September 2026 ein.

0 von 8 Aufgaben gelöst

Nahostkonflikt: Geschichte und zentrale Streitfragen

Kurz gesagt

Im Nahostkonflikt treffen konkurrierende Ansprüche auf Selbstbestimmung im selben Gebiet aufeinander. Mandatspolitik, Kriege und Besatzung prägten seine Entwicklung. Oslo brachte 1993 Anerkennung und vereinbarte Zwischenschritte; zentrale Streitfragen blieben offen.

Eine Nachricht über einen Angriff erklärt noch nicht, wie ein Konflikt entstanden ist. Dazu musst du langfristige Ursachen, ungelöste Streitfragen und einzelne Ereignisse unterscheiden. Du untersuchst außerdem, warum dieselben historischen Veränderungen für verschiedene Menschen sehr unterschiedliche Erfahrungen bedeuteten.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.

3 Abschnitte

Der Zionismus war eine politische Bewegung, die eine gesicherte jüdische Heimstätte in Palästina anstrebte. Dieses Ziel war auch eine Antwort auf Antisemitismus, also Judenfeindschaft. Theodor Herzl war Initiator und erster Präsident der Zionistischen Weltorganisation. Sie wurde 1897 in Basel gegründet.

Die arabisch-palästinensische Nationalbewegung verlangte Selbstbestimmung und einen eigenen Staat. Selbstbestimmung bedeutet hier, über die eigene politische Ordnung entscheiden zu können. Beide Bewegungen richteten ihre nationalen Ziele auf dasselbe Gebiet. Deshalb lässt sich der Konflikt nicht einfach als Streit zwischen Religionen erklären.

Großbritannien unterstützte 1917 in der Balfour-Erklärung eine jüdische nationale Heimstätte in Palästina. Gleichzeitig sollten die Bürgerrechte und religiösen Rechte der nichtjüdischen Bevölkerung geschützt werden. Im Juli 1922 erhielt Großbritannien das Mandat über Palästina: einen übertragenen Auftrag zur Verwaltung des Gebiets. Großbritannien übte dort die Herrschaft aus. Die konkurrierenden politischen Ziele blieben unter dieser Herrschaft ungelöst.

Arabische Aufstände richteten sich gegen zionistische Siedler und die britische Herrschaft. Ab 1939 begrenzte die britische Regierung die jüdische Einwanderung, obwohl Juden in Europa verfolgt wurden. Damit erschwerte sie ihnen den Zugang zu einem Zufluchtsort.

Sowohl die zionistische als auch die arabische Nationalbewegung verlangten das Ende der britischen Herrschaft. Daraus folgte jedoch kein gemeinsames nationales Ziel: Ihre eigenen politischen Ziele standen einander entgegen. Als Großbritannien das Mandat nicht mehr aufrechterhalten konnte, bat es die Vereinten Nationen, kurz UN, um Vermittlung. Die britische Politik gehört somit zur Erklärung der Konfliktentwicklung. Sie war aber nicht deren alleinige Ursache.

Definition

Mandat

Ein Mandat bezeichnet hier einen übertragenen Auftrag zur Verwaltung eines Gebiets. Großbritannien erhielt diesen Auftrag für Palästina und übte dort die Herrschaft aus.

Beispiel: Zwei Verpflichtungen in der Balfour-Erklärung

  1. 1Die britische Regierung unterstützte 1917 eine jüdische nationale Heimstätte in Palästina.
  2. 2Zugleich sollten die Bürgerrechte und religiösen Rechte der nichtjüdischen Bevölkerung geschützt werden.
  3. 3Eine Erklärung dieser Politik muss beide Verpflichtungen nennen. Die konkurrierenden politischen Ziele blieben unter britischer Herrschaft ungelöst.

Teste dich

MittelWarum gerieten die nationalen Ziele beider Bewegungen miteinander in Konflikt?

Alles auf einen Blick

Nahostkonflikt

  • Ursachen

    Konkurrierende nationale Ziele im selben Gebiet und die britische Mandatspolitik prägten den Konflikt.

  • Perspektiven

    Die Staatsgründung Israels bedeutete für viele Juden Staatlichkeit und Zuflucht; Palästinenser verbanden die Ereignisse mit Flucht, Vertreibung und Heimatverlust.

  • Kriegsfolgen

    Israels Sieg von 1967 veränderte die Machtverhältnisse; für die palästinensische Bevölkerung der eroberten Gebiete begann israelische Besatzung.

  • Verhandlungen

    Oslo brachte gegenseitige Anerkennung und vereinbarte Zwischenschritte, aber noch keinen fertigen Friedensvertrag.

  • Streitfragen

    Bei Oslo blieben Grenzen, Jerusalem, Siedlungen und Flüchtlinge offen. Der Überblick der Konrad-Adenauer-Stiftung mit Stand Mai 2018 nennt auch Sicherheit und Wasserrechte als Verhandlungsfragen.

  • Einordnung

    Trenne langfristige Ursachen von einzelnen Ereignissen. Eine Waffenruhe belegt weder umfassenden Frieden noch lückenlose Einhaltung.

Musteraufgabe · Schritt für Schritt

Die Wirkung der britischen Einwanderungsbeschränkung erklären

  1. 1Aufgabe: Erkläre, weshalb die britische Begrenzung der jüdischen Einwanderung ab 1939 den Zugang zu einem Zufluchtsort erschwerte.
  2. 2Ausgangslage bestimmen: Juden wurden in Europa verfolgt.
  3. 3Maßnahme benennen: Die britische Regierung begrenzte ab 1939 die jüdische Einwanderung nach Palästina.
  4. 4Zusammenhang erklären: Die Beschränkung erschwerte es verfolgten Juden, dort Zuflucht zu finden.
  5. 5Aussage begrenzen: Das erklärt eine Wirkung dieser Maßnahme. Es macht die britische Politik nicht zur alleinigen Ursache des gesamten Konflikts.

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Lückentext

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Die 1897 gegründete Zionistische Weltorganisation entstand in . Den Plan für einen jüdischen und einen arabischen Staat mit international kontrolliertem Jerusalem beschloss die UN-Generalversammlung . Die Nachricht der Konrad-Adenauer-Stiftung über die am Vortag zurückgebrachten sterblichen Überreste Ran Gvilis erschien am .

Karteikasten

Erst selbst überlegen, dann umdrehen.

Übung mit Feedback

Abschluss-Check: Nahostkonflikt

LeichtWelche Forderung teilten die zionistische und die arabische Nationalbewegung gegenüber Großbritannien?
MittelWelche Aussage beschreibt die Reaktionen auf Oslo 1993?
SchwerWie lässt sich OCHAs Bericht zum September 2026 trotz der genannten Waffenruhe einordnen?

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