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Geschichte · Klasse 11–13 · aktualisiert

Kreuzzüge im Abitur: Ursachen, Verlauf, Folgen

Du unterscheidest Motive der Kreuzzüge, erklärst Wendepunkte und untersuchst Gewalt, Austausch und die Grenzen historischer Aussagen.

0 von 9 Aufgaben gelöst

Kreuzzüge im Abitur: Ursachen, Verlauf, Folgen

Kurz gesagt

Bei den Kreuzzügen verbanden sich religiöse Hoffnungen mit Herrschaftsinteressen und materiellen Zielen. Die Orientkreuzzüge von 1095 bis 1291 brachten Eroberungen, Gewalt und Austausch. Ihr Verlauf lässt sich nicht als einheitlicher Kampf ganzer Religionen erklären.

Warum griff ein christliches Kreuzfahrerheer 1204 das christliche Konstantinopel an? An diesem Fall untersuchst du, wie religiöse Begründungen, politische Entscheidungen und Geldforderungen zusammenwirkten. Außerdem lernst du, unsichere Angaben zu prüfen, ohne belegte Gewalt infrage zu stellen.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.

4 Abschnitte

1095 bat Alexios I. Komnenos, der byzantinische Kaiser, um Hilfe gegen die Seldschuken, die sein Reich bedrohten. Papst Urban II. rief in Clermont zum Zug nach Jerusalem auf. Die Bedeutung heiliger Stätten und die Hoffnung auf Vergebung der Sünden bewegten Menschen zur Teilnahme. Hilfe für andere Christen verband sich mit dem politischen Anspruch päpstlicher Führung.

Du kannst vier Arten von Motiven unterscheiden. Religiös waren eine Pilgerfahrt, also eine Reise zu heiligen Stätten, und die Hoffnung auf göttliches Heil. Politisch war das Ziel, Herrschaft zu sichern oder auszudehnen. Wirtschaftlich war die Hoffnung auf Land und Reichtum. Sozial war die Aussicht, eine andere gesellschaftliche Stellung zu erreichen. Diese Motive konnten zusammenwirken. Sie galten aber nicht für jeden Teilnehmer gleichermaßen und garantierten keinen Erfolg.

Der Vierte Kreuzzug zeigt diese Verknüpfung besonders deutlich. Der Zug sollte ursprünglich Ägypten angreifen. Dann griffen Kreuzfahrer in einen Streit um den byzantinischen Thron ein. Versprochene Zahlungen wurden zum Anlass des Angriffs auf Konstantinopel. 1204 eroberten und plünderten Kreuzfahrer die christliche Stadt. Politische Parteinahme und Geldforderungen veränderten somit das Angriffsziel einer Unternehmung, die religiös gerechtfertigt wurde. Die religiöse Begründung allein erklärt diese Entscheidung nicht.

Definition

Motiv

Ein Motiv ist ein Beweggrund für das Handeln. Mehrere Beweggründe können dieselbe Entscheidung beeinflussen.

Beispiel: Landhoffnung aus zwei Blickwinkeln

  1. 1Die Aussicht auf Land konnte wirtschaftlichen Gewinn versprechen.
  2. 2Dieselbe Aussicht konnte die Hoffnung auf einen höheren gesellschaftlichen Rang wecken.
  3. 3Wirtschaftliches und soziales Motiv schließen sich deshalb nicht aus.

Teste dich

MittelWelche Zuordnung unterscheidet ein politisches von einem religiösen Motiv?

Alles auf einen Blick

Kreuzzüge (Abitur)

  • Motive

    Religiöse, politische, wirtschaftliche und soziale Beweggründe konnten zusammenwirken; sie waren nicht bei allen Teilnehmern gleich.

  • Wendepunkte

    Eroberungen, Niederlagen und Verträge veränderten die Kreuzfahrerherrschaften.

  • Begegnungen

    Gewalt, innerchristliche Konflikte und kultureller Austausch bestanden nebeneinander.

  • Jüdisches Leben

    Gemeinden gestalteten religiöse Regeln und Kultur; ihre Geschichte umfasst zugleich Verfolgung.

  • Quellenprüfung

    Unterschiedliche Ortsbezüge oder Zählweisen sind nicht ohne Weiteres sachliche Widersprüche.

  • Urteil

    Benenne Gruppen, Ort, Zeit und Maßstab; trenne belegte Vorgänge von religiöser Rechtfertigung und unsicheren Angaben.

Musteraufgabe · Schritt für Schritt

Die Änderung des Angriffsziels 1204 erklären

  1. 1Aufgabe: Erkläre, wie religiöse Begründung, politische Parteinahme und materielle Ansprüche beim Vierten Kreuzzug zusammenwirkten.
  2. 2Ausgangspunkt bestimmen: Der Zug war ursprünglich gegen Ägypten gerichtet und wurde religiös gerechtfertigt.
  3. 3Politische Entscheidung erfassen: Die Kreuzfahrer griffen in einen byzantinischen Thronstreit ein.
  4. 4Anlass zuordnen: Versprochene Zahlungen wurden zum Anlass des Angriffs auf Konstantinopel.
  5. 5Ergebnis erklären: 1204 eroberten und plünderten Kreuzfahrer die christliche Stadt. Politische Parteinahme und Geldforderungen hatten das Kriegsziel verändert.
  6. 6Begrenztes Urteil formulieren: Für diesen Angriff reicht eine Erklärung durch religiöse Gegensätze nicht aus. Das christliche Heer griff eine christliche Stadt an; politische und materielle Interessen müssen mituntersucht werden.

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Lückentext

Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.

Urban II. rief 1095 in zum Zug nach Jerusalem auf. Zengi eroberte 1144 . Gemeinsame Ordnungen verbanden die drei SchUM-Gemeinden .

Karteikasten

Erst selbst überlegen, dann umdrehen.

Übung mit Feedback

Abschluss-Check: Kreuzzüge (Abitur)

LeichtWie gewann Friedrich II. Jerusalem 1229 zeitweilig zurück?
MittelWas lässt sich aus Metallarbeiten mit islamischer Gestaltung und christlichen Motiven ableiten?
SchwerKlett zählt den Zug von 1248–1254 als sechsten, das Metropolitan Museum den 1248 begonnenen als siebten. Welche Folgerung ist begründet?

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