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Geschichte · Klasse 9–10 · aktualisiert

Montagsdemonstrationen 1989 einfach erklärt

Du lernst, wie Friedensgebete zu Montagsdemonstrationen führten, warum der 9. Oktober wichtig war und wie sich die Forderungen veränderten.

0 von 8 Aufgaben gelöst

Montagsdemonstrationen 1989 einfach erklärt

Kurz gesagt

Die Montagsdemonstrationen waren Massenproteste im ostdeutschen Staat, der Deutschen Demokratischen Republik (DDR). Sie gingen in Leipzig aus Friedensgebeten hervor. Ihr friedlicher Verlauf am 9. Oktober 1989 stärkte die Hoffnung auf demokratische Veränderungen.

Auf die Straße zu gehen und politische Rechte zu fordern, konnte in der DDR gefährlich sein. Trotzdem schlossen sich immer mehr Menschen den Protesten an. Du untersuchst, wie daraus eine Massenbewegung wurde und warum später die deutsche Einheit stärker in den Mittelpunkt rückte.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.

3 Abschnitte

Die Deutsche Demokratische Republik, kurz DDR, war der ostdeutsche Staat. Dort herrschte die Sozialistische Einheitspartei Deutschlands, kurz SED. Gegen diese Herrschaft und für demokratische Rechte protestierten 1989 immer mehr Menschen.

Ein Ausgangspunkt waren die Leipziger Friedensgebete gegen das Wettrüsten: Gemeint war der Wettbewerb zwischen Ost und West um immer mehr Waffen. Seit dem 20. September 1982 fanden die Gebete montagabends in der Nikolaikirche statt. Der Pfarrer Christoph Wonneberger koordinierte sie ab 1986 und arbeitete eng mit oppositionellen Gruppen zusammen, also mit Gruppen, die sich gegen die politischen Verhältnisse wandten. Kirchliche Einrichtungen boten Friedensinitiativen Schutz. Allerdings unterstützten nicht alle Kirchenvertreter politische Proteste.

Schon 1988 folgten vereinzelt Demonstrationen auf die Gebete. Die erste als solche bezeichnete Montagsdemonstration fand am 4. September 1989 statt. Die Bürgerrechtlerinnen Katrin Hattenhauer und Gesine Oltmanns verteilten nach dem Friedensgebet Transparente. Bürgerrechtler setzen sich für politische Rechte und Freiheiten ein. Die Demonstranten forderten vor allem Reisefreiheit und weitere grundlegende Menschenrechte. Die Staatssicherheit, die Geheimpolizei der DDR, riss Transparente herunter und versuchte, die Demonstration aufzulösen.

Der regelmäßige Gebetstermin montags um 17:00 Uhr erleichterte die Teilnahme nach der Arbeit. Weil die Geschäfte noch geöffnet waren, konnten sich Menschen relativ gefahrlos in der Innenstadt aufhalten, ohne die Aufmerksamkeit der Sicherheitskräfte auf sich zu ziehen. Dennoch blieben die Proteste gefährlich: Am 11. September 1989 nahmen Sicherheitskräfte 89 Demonstranten willkürlich fest. Auch in anderen Städten gab es regelmäßige Massenproteste, zum Teil an anderen Wochentagen.

Definition

Montagsdemonstrationen

So heißen die regelmäßigen Proteste, die in Leipzig aus den montäglichen Friedensgebeten hervorgingen. Die Protestbewegung umfasste auch Demonstrationen in anderen Städten und an anderen Wochentagen.

Beispiel: Ein Transparent auf dem Nikolaikirchhof

  1. 1Katrin Hattenhauer und Gesine Oltmanns entrollten am 4. September 1989 ein Transparent.
  2. 2Darauf stand: „Für ein offenes Land mit freien Menschen“.
  3. 3Damit machten sie nach dem Friedensgebet öffentlich eine Forderung nach Freiheit sichtbar.

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LeichtWie entstanden die Leipziger Montagsdemonstrationen?

Alles auf einen Blick

Montagsdemonstrationen

  • Anfänge

    In Leipzig entwickelten sich aus Friedensgebeten regelmäßige Demonstrationen.

  • Gefahr

    Sicherheitskräfte gingen vor dem Wendepunkt teilweise mit Gewalt gegen Demonstranten vor.

  • Wendepunkt

    Der friedliche Verlauf am 9. Oktober 1989 ermutigte mehr Menschen zum öffentlichen Protest.

  • Forderungen

    Zu demokratischen Rechten kamen später verstärkt deutsche Einheit und mehr Wohlstand hinzu.

  • Freie Wahl

    Am 18. März 1990 konnten die Bürger zwischen unterschiedlichen politischen Programmen entscheiden.

Musteraufgabe · Schritt für Schritt

Warum erleichterte die Uhrzeit die Teilnahme?

  1. 1Aufgabe: Erkläre, warum der Leipziger Gebetstermin montags um 17:00 Uhr für die anschließenden Proteste günstig war.
  2. 2Arbeitszeit berücksichtigen: Der Termin erlaubte die Teilnahme, ohne der Arbeit fernbleiben zu müssen.
  3. 3Alltag in der Innenstadt berücksichtigen: Die Geschäfte waren noch geöffnet. Menschen konnten sich dort relativ gefahrlos aufhalten, ohne die Aufmerksamkeit der Sicherheitskräfte auf sich zu ziehen.
  4. 4Ergebnis formulieren: Der Termin erleichterte die Teilnahme und den Aufenthalt in der Innenstadt. Er beseitigte aber nicht die Gefahr staatlicher Gewalt.

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Lückentext

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Die erste als solche bezeichnete Leipziger Montagsdemonstration fand am statt. Der friedliche Zug von etwa 70.000 Menschen um den Leipziger Innenstadtring machte den zum Wendepunkt. Die einzige freie Volkskammerwahl fand am statt.

Karteikasten

Erst selbst überlegen, dann umdrehen.

Übung mit Feedback

Abschluss-Check: Montagsdemonstrationen

LeichtWelche Aussage beschreibt die Rolle der Kirchen bei den Anfängen der Proteste?
SchwerWie lässt sich der Rückzug der Sicherheitskräfte am 9. Oktober erklären?
MittelWie ging die freie Volkskammerwahl politisch aus?

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