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Geschichte · Klasse 11–13 · aktualisiert

Migration in Deutschland: Geschichte fürs Abitur

Du ordnest Migration in Deutschland bis 2000 ein, unterscheidest ihre Formen und prüfst, wie Politik die Wege von Menschen veränderte.

0 von 9 Aufgaben gelöst

Migration in Deutschland: Geschichte fürs Abitur

Kurz gesagt

Migration in Deutschland umfasste Auswanderung, Zuwanderung und Durchreise. Arbeit, Verfolgung und Familie prägten unterschiedliche Wege. Der Anwerbestopp von 1973 beendete die Einwanderung nicht: Familienmigration setzte sich fort.

Wenn Menschen ihren Wohnort wechseln, können Arbeit, Gefahr oder Familie eine Rolle spielen. Doch nicht jeder kann selbst entscheiden, ob, wann und wohin er geht. Für das Abitur untersuchst du deshalb neben den Gründen auch Rechte, Zwang und die Folgen politischer Entscheidungen.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.

4 Abschnitte

Migration bedeutet, dass Menschen ihren Wohnort verlagern. Im Kaiserreich zogen Arbeitskräfte in Industriezentren und in die Landwirtschaft. Gleichzeitig wanderten Menschen nach Übersee aus oder reisten durch deutsche Häfen weiter. Der Erste Weltkrieg unterbrach Wanderungswege und verstärkte staatliche Kontrollen.

In der Weimarer Republik, der deutschen Republik nach dem Ersten Weltkrieg, kamen unter anderem Flüchtlinge aus dem ehemaligen russischen Zarenreich nach Deutschland. Sie flohen wegen der Oktoberrevolution und des russischen Bürgerkriegs. In der Zeit des Nationalsozialismus flohen Verfolgte aus Deutschland. Deutsche Behörden verschleppten zugleich Menschen zur Zwangsarbeit. Die Deportation jüdischer Menschen in Ghettos und Mordstätten gehörte zur Verfolgungs- und Vernichtungspolitik.

Nach Kriegsende prägten Flucht und Vertreibung aus Ost-, Ostmittel- und Südosteuropa die Zuwanderung. In der Bundesrepublik, dem westdeutschen Staat, erleichterte der Wirtschaftsaufschwung in den 1950er/1960er-Jahren die wirtschaftliche und soziale Teilhabe der angekommenen Flüchtlinge und Vertriebenen. Sie trugen als Arbeitskräfte selbst zum Aufschwung bei. Dieser Befund über Aufschwung und Teilhabe bezieht sich auf die Bundesrepublik; er erlaubt keine entsprechende Aussage über die DDR.

Wegen Arbeitskräftemangels warb die Bundesrepublik ab 1955 in Italien und ab 1961 in der Türkei Arbeitskräfte an. Auch die Deutsche Demokratische Republik, kurz DDR, der ostdeutsche Staat, beschäftigte vertraglich angeworbene Menschen, etwa aus Kuba, Mosambik und Vietnam. Ihre Bewegungsfreiheit wurde stärker kontrolliert. In der Bundesrepublik folgte 1973 der Anwerbestopp für Arbeitskräfte außerhalb der Europäischen Gemeinschaft, kurz EG, eines Zusammenschlusses europäischer Staaten.

In den 1990er-Jahren prägten Aussiedlung und Flucht aus Jugoslawien die Migration. Aussiedler waren Menschen deutscher Abstammung, die nach Deutschland einwanderten. Im Jahr 2000 änderte sich das Staatsangehörigkeitsrecht, also das Recht, das die Zugehörigkeit zu einem Staat regelt.

ZeitEreignis
KaiserreichArbeitskräfte zogen in Industriezentren und in die Landwirtschaft.
Erster WeltkriegStaatliche Kontrollen der Wanderungsbewegungen wurden verschärft.
Zeit des NationalsozialismusDeutsche Behörden verschleppten Menschen zur Zwangsarbeit.
Nach KriegsendeVertriebene aus Ost-, Ostmittel- und Südosteuropa kamen nach Deutschland.
1955Die Bundesrepublik begann, in Italien Arbeitskräfte anzuwerben.
1961Die Bundesrepublik begann, in der Türkei Arbeitskräfte anzuwerben.
1973Die Regierung stoppte die Anwerbung außerhalb der EG.
1990er-JahreFlucht aus Jugoslawien prägte die Migration.
2000Das Staatsangehörigkeitsrecht änderte sich.

Teste dich

LeichtWelche Reihenfolge beschreibt die Anwerbung durch die Bundesrepublik?

Alles auf einen Blick

Migration (Abitur)

  • Zeitliche Einordnung

    Arbeitsmigration, Flucht und erzwungene Ortswechsel prägten verschiedene Phasen und bestanden teilweise nebeneinander.

  • Begriffe

    Selbst organisierte Flucht unter Verfolgungsdruck ist von organisierter Verschleppung zu unterscheiden.

  • Analyse

    Ursachen, Rechtslage, Handlungsspielräume und Folgen gehören zusammen.

  • Reichweite

    Politische Regeln können bestimmte Gruppen und Zugangswege betreffen.

  • Urteil

    Der Anwerbestopp von 1973 beendete Einwanderung nicht; Familienmigration setzte sich fort.

Musteraufgabe · Schritt für Schritt

Vertragsarbeit in der DDR Schritt für Schritt analysieren

  1. 1Aufgabe: Untersuche die vertragliche Anwerbung ausländischer Arbeitskräfte in der DDR nach Ursachen, Regeln, Handlungsspielräumen und Folgen.
  2. 2Ursache bestimmen: In der DDR fehlten Arbeitskräfte. Ein wesentlicher Grund war die Abwanderung junger Fachkräfte in die Bundesrepublik.
  3. 3Regel erklären: Die Verträge sahen vor, dass Arbeitsmigranten nach einigen Jahren zurückkehren und durch andere ersetzt werden sollten. Dieses Verfahren hieß Rotationsprinzip.
  4. 4Handlungsspielraum untersuchen: Die vorgesehene Rückkehr und die stärkere Kontrolle ihrer Bewegungsfreiheit begrenzten die Möglichkeiten der Arbeitsmigranten.
  5. 5Lebensbedingungen und Grenze der Analyse nennen: Die Arbeitsmigranten wurden häufig von der übrigen Gesellschaft abgeschottet in Wohnheimen untergebracht. Wie einzelne Menschen damit umgingen, lässt sich daraus noch nicht ableiten.

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Lückentext

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Die Bundesrepublik begann die Anwerbung in Italien . Die Regierung stoppte die Anwerbung außerhalb der EG . Der belegte Zusammenhang zwischen Wirtschaftsaufschwung und erleichterter Teilhabe angekommener Flüchtlinge und Vertriebener in den 1950er/1960er-Jahren bezieht sich auf die .

Karteikasten

Erst selbst überlegen, dann umdrehen.

Übung mit Feedback

Abschluss-Check: Migration (Abitur)

LeichtWelche Entwicklung gehört in die 1990er-Jahre?
MittelWie können Arbeitsmigration und Familienmigration in einer Lebensgeschichte zusammenhängen?
SchwerWie musst du italienische sowie türkische und jugoslawische Beschäftigte beim Anwerbestopp vergleichen?

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