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Geschichte · Klasse 5–8 · aktualisiert

Ostsiedlung im Mittelalter: Ursachen und Folgen

Du lernst, warum Menschen im Mittelalter nach Osten zogen, wie die Ansiedlung organisiert wurde und warum ihre Folgen unterschiedlich waren.

0 von 8 Aufgaben gelöst

Ostsiedlung im Mittelalter: Ursachen und Folgen

Kurz gesagt

Die Ostsiedlung war die Einwanderung überwiegend deutschsprachiger Siedler in östliche Randgebiete des Heiligen Römischen Reiches, besonders ab Mitte des 12. Jahrhunderts. Größere Felder und bessere Rechte lockten sie an. Für Einheimische gab es neue Möglichkeiten, aber auch Benachteiligung und Vertreibung.

Für einen Bauern konnte ein größerer Hof die Aussicht auf ein besseres Leben bedeuten. Doch dort, wo neue Siedler ankamen, lebten bereits Menschen. Du untersuchst, wer die Ansiedlung organisierte und weshalb nicht alle Menschen dieselben Erfahrungen machten.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.

3 Abschnitte

Die Ostsiedlung war die Einwanderung überwiegend deutschsprachiger Siedler in die östlichen Randgebiete des Heiligen Römischen Reiches. Das war ein Reich, zu dem die Herkunftsgebiete vieler Siedler gehörten. Die Ostsiedlung fand hauptsächlich im Hochmittelalter statt, einem Abschnitt des Mittelalters. Größere Siedlungsbewegungen von West nach Ost gab es seit Mitte des 12. Jahrhunderts. Wie viele Menschen dabei insgesamt umzogen, lässt sich nicht genau bestimmen. Um 1300 ließ die Bewegung nach. Einen genauen Endpunkt gibt es nicht.

Die Bevölkerung wuchs stark. Mehr Menschen brauchten Ackerland. In den Herkunftsgebieten wurden Höfe beim Erben unter den männlichen Nachkommen aufgeteilt. Dadurch wurden die Felder der einzelnen Familien kleiner. Ihre Abgaben an die Grundherren blieben jedoch gleich. Grundherren waren Herren, denen Bauern für die Nutzung von Land etwas leisten oder abgeben mussten. Größere Felder und bessere Rechte im Osten waren deshalb verlockend.

Die Landesherren, also die Herrscher einzelner Gebiete, wollten Einnahmen aus bisher nicht bebautem Land gewinnen. In aller Regel ging die Ansiedlung von ihnen aus, auch von slawischen Landesherren, nicht von den römisch-deutschen Königen. Slawisch bezeichnet hier verschiedene Bevölkerungsgruppen mit verwandten Sprachen. Die Landesherren versprachen festgelegte Abgaben und Höfe, die vererbt werden konnten. In den ersten Freijahren mussten die Neusiedler noch keine Abgaben zahlen.

Im Regelfall beauftragten die Landesherren Lokatoren. Diese warben Siedler an und organisierten Ausrüstung, Reise, Landverteilung und den Aufbau der Siedlungen. Dazu gehörte auch das Fällen von Bäumen, um Land nutzbar zu machen. Ein Vertrag regelte Rechte und Pflichten. Die neuen Dörfer wurden also geplant. Auch Städte wurden erweitert oder neu gegründet. Besondere Rechte für Stadtbewohner sollten weitere Siedler anziehen.

Definition

Lokator

Ein Lokator organisierte im Auftrag eines Landesherrn die Ansiedlung: von der Werbung um Siedler bis zum Aufbau des neuen Ortes.

Beispiel: Erfahrungen mit Wasser nutzen

  1. 1Siedler aus flämischen und holländischen Gebieten an der Nordseeküste hatten Erfahrung mit Deichen, also Schutzwällen gegen Wasser, und dem Trockenlegen nasser Böden.
  2. 2Östlich der Elbe waren diese Fähigkeiten gefragt.
  3. 3Sie legten kleinere Gräben an, die Wasser in größere Hauptgräben ableiteten.

Teste dich

LeichtWarum waren größere Ackerflächen im Osten für viele Bauern verlockend?

Alles auf einen Blick

Ostsiedlung

  • Ursachen

    Bevölkerungswachstum und kleinere Felder beim Erben machten größere Anbauflächen attraktiv.

  • Organisation

    Landesherren beauftragten im Regelfall Lokatoren mit der Ansiedlung.

  • Anreize

    Vererbbare Höfe, festgelegte Abgaben und Freijahre lockten Neusiedler an.

  • Folgen

    Zusammenarbeit und neue Möglichkeiten standen neben Benachteiligung und Vertreibung.

  • Genau beschreiben

    Die Erfahrungen unterschieden sich nach Ort und Gruppe.

Musteraufgabe · Schritt für Schritt

Die Freijahre aus zwei Blickwinkeln erklären

  1. 1Aufgabe: Erkläre, warum Freijahre für Neusiedler und Landbesitzer sinnvoll sein konnten.
  2. 2Regel klären: In den ersten Freijahren mussten Neusiedler keine Abgaben zahlen.
  3. 3Neusiedler betrachten: Die Befreiung von Abgaben entlastete sie am Anfang der Ansiedlung.
  4. 4Landbesitzer betrachten: Sie verzichteten zunächst auf Abgaben. Mit zeitlicher Verzögerung konnten sie Einnahmen aus zuvor unbebautem Land erhalten.
  5. 5Ergebnis formulieren: Die Neusiedler hatten eine Erleichterung am Anfang. Die Landbesitzer profitierten später von den Einnahmen.

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Lückentext

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Größere Siedlungsbewegungen von West nach Ost gab es seit Mitte des . In Breslau wurde 1329 vor Gericht verboten. Am Ausbau des Landes in der Altmark und im Wendland beteiligte sich auch die alteingesessene Bevölkerung.

Karteikasten

Erst selbst überlegen, dann umdrehen.

Übung mit Feedback

Abschluss-Check: Ostsiedlung

LeichtWozu dienten besondere Rechte für Stadtbewohner bei der Ansiedlung?
MittelWas lässt sich aus dem Verbot des Polnischen vor Gericht in Breslau ableiten?
SchwerBeispieltext, ausgedacht: „Erst die Einwanderer brachten den Slawen ein Gerät für den Ackerbau.“ Welche Prüfung trifft zu?

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