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Geschichte · Klasse 11–13 · aktualisiert

Arbeitsmigration: Ursachen, Folgen und Geschichte

Du untersuchst Gründe und Folgen der Arbeitsmigration, vergleichst die beiden deutschen Staaten und erklärst den Weg zur dauerhaften Einwanderung.

0 von 9 Aufgaben gelöst

Arbeitsmigration: Ursachen, Folgen und Geschichte

Kurz gesagt

Arbeitsmigration bedeutet, dass Menschen ihren Lebensmittelpunkt verlagern, um anderswo zu arbeiten. Fehlende Arbeitsplätze und bessere Verdienstmöglichkeiten können sie antreiben. Aus befristet geplanter Beschäftigung kann dauerhafte Einwanderung werden.

Für eine Arbeit umzuziehen verändert mehr als den Arbeitsweg. Es betrifft auch Familien, Betriebe und die Gesellschaften der Herkunfts- und Zielländer. Du untersuchst diese Zusammenhänge und vergleichst die Anwerbung ausländischer Arbeitskräfte in den beiden deutschen Staaten.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.

4 Abschnitte

Migration bedeutet, dass Menschen ihren Lebensmittelpunkt für einen längerfristigen Aufenthalt verlagern. Das kann freiwillig oder erzwungen geschehen. Bei der Arbeitsmigration ist die Aufnahme einer Arbeit der Zweck des Ortswechsels. Sie kann zwischen Regionen eines Landes oder über Staatsgrenzen hinweg stattfinden.

Entscheidend für die Unterscheidung ist der Grund des Umzugs. Wer wegen einer Heirat, einer Ausbildung oder des Nachzugs zur Familie auswandert, zieht aus einem anderen Grund um als zur Arbeitsaufnahme. Dass jemand später am neuen Wohnort arbeitet, erklärt noch nicht den ursprünglichen Grund seiner Migration.

Bei Flucht steht das Entkommen vor Gefahr im Mittelpunkt. Im allgemeinen Sprachgebrauch flieht etwa, wer wegen politischer Verfolgung oder Krieg seine Heimat verlässt. Der rechtliche Flüchtlingsbegriff der Genfer Flüchtlingskonvention von 1951 ist enger: Er knüpft an begründete Furcht vor bestimmten Formen der Verfolgung und den Aufenthalt außerhalb des eigenen Landes an. Allgemeiner Sprachgebrauch und rechtlicher Status sind deshalb zu unterscheiden.

Vertreibung bezeichnet einen durch Gewalt oder deren Androhung erzwungenen Ortswechsel. Betroffen sind zumeist religiöse oder ethnische Minderheiten, also Gruppen mit einer anderen Religion oder Herkunft als die Bevölkerungsmehrheit. Die genaue Abgrenzung von Flucht und Vertreibung ist in der Forschung umstritten. Auch Arbeitswanderung darfst du nicht pauschal mit Freiwilligkeit gleichsetzen: Im Ersten Weltkrieg rekrutierten europäische Mächte in den Kolonien Arbeitskräfte teilweise unter Zwang. Kolonien waren Gebiete unter fremder Herrschaft. Ein Teil der Arbeitskräfte musste vor Ort die Kriegsproduktion steigern, andere wurden nach Europa gebracht.

Definition

Arbeitsmigration

Ein längerfristiger Wechsel des Lebensmittelpunktes zum Zweck der Arbeitsaufnahme. Der neue Arbeitsort kann im selben Land oder in einem anderen Land liegen.

Beispiel: Beispieltext, ausgedacht: zur Familie ziehen

  1. 1Ein Mann zieht zu seiner Familie in ein anderes Land. Der Familiennachzug ist sein Grund für den Umzug.
  2. 2Er nimmt dort später eine Arbeit auf.
  3. 3Die spätere Beschäftigung macht die ursprüngliche Entscheidung noch nicht zu einer Auswanderung zum Zweck der Arbeitsaufnahme.

Teste dich

LeichtWelches Merkmal ist entscheidend, um einen Ortswechsel als Arbeitsmigration einzuordnen?

Alles auf einen Blick

Arbeitsmigration

  • Begriff

    Arbeitsmigration ist ein längerfristiger Ortswechsel zum Zweck der Arbeitsaufnahme; andere Migrationsformen unterscheidest du nach ihren Gründen und dem ausgeübten Zwang.

  • Ursachen

    Arbeitsmangel kann zur Abwanderung bewegen, bessere Löhne und Arbeitsbedingungen können Menschen anziehen.

  • Folgen

    Herkunftsländer können von Rücküberweisungen und Wissen profitieren, aber auch Fachkräfte verlieren. In Zielländern kann Zuwanderung Arbeitskräfteengpässe verringern; zugleich entstehen Integrationsaufgaben.

  • Vergleich

    Die Anwerbung in der Bundesrepublik und die Vertragsarbeit in der DDR sahen zunächst begrenzte Beschäftigung vor, entwickelten sich aber unterschiedlich.

  • Dauerhafter Aufenthalt

    Betriebliche Interessen und Familiennachzug trugen dazu bei, dass ein Teil der angeworbenen Arbeitskräfte dauerhaft in der Bundesrepublik blieb.

Musteraufgabe · Schritt für Schritt

Ursachen und Folgen des Zuzugs in russische Städte unterscheiden

  1. 1Aufgabe: Erkläre den Zuzug in russische Städte mithilfe der Deutung des Historikers Manfred Hildermeier und trenne Ursachen von Folgen.
  2. 2Abstoßende Bedingung bestimmen: Nach Hildermeier drängte die zunehmende Überbevölkerung auf dem Land Menschen zur Abwanderung.
  3. 3Anziehende Bedingungen bestimmen: Große Industriebetriebe entstanden mit ausländischem Kapital und staatlicher Förderung. Lohn und Nahrung zogen Arbeiter an.
  4. 4Folgen abgrenzen: Nach Hildermeier entstanden in wenigen großen Städten Arbeitervororte und Massenelend. Diese Folgen darfst du nicht als ursprünglichen Grund des Zuzugs ausgeben.
  5. 5Ergebnis formulieren: Hildermeier erklärt den Zuzug durch Bedingungen auf dem Land und in den Städten. Seine Erklärung unterscheidet sich von einer bloßen Aufzählung der späteren städtischen Probleme.

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Lückentext

Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.

Das Anwerbeabkommen der Bundesrepublik vom 20. Dezember 1955 wurde mit geschlossen. Das Anwerbeabkommen mit der Türkei folgte . In der DDR lebten 1989 Vertragsarbeitnehmer.

Karteikasten

Erst selbst überlegen, dann umdrehen.

Übung mit Feedback

Abschluss-Check: Arbeitsmigration

LeichtBeispieltext, ausgedacht: Ein Mann wandert aus, um zu heiraten. Welcher Grund erklärt diesen Ortswechsel?
MittelWas zeigt die Rückkehr vieler indischer Fachkräfte aus den Vereinigten Staaten in den neunziger Jahren?
SchwerWelches Urteil unterscheidet den Anwerbestopp von 1973, den dauerhaften Aufenthalt und die Integrationspolitik in der Bundesrepublik zutreffend?

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