Zum Inhalt springen

Geschichte · Klasse 7–8 · aktualisiert

Konfessionalisierung: Begriff, Ablauf und Kritik

Du lernst, was Konfessionalisierung bedeutet, wie Kirchen ihren Glauben festigten und warum Historiker das Modell kritisch prüfen.

0 von 9 Aufgaben gelöst

Konfessionalisierung: Begriff, Ablauf und Kritik

Kurz gesagt

Konfessionalisierung bezeichnet ein Modell zur Erklärung historischer Veränderungen nach der Reformation. Es untersucht, wie die Festigung verschiedener Kirchen mit Staat und Gesellschaft zusammenhing. Wie gut das Modell einzelne Entwicklungen erklärt, ist umstritten.

Was haben Glaubensregeln mit Schule, Ehe oder politischer Macht zu tun? Nach der Reformation waren diese Bereiche eng miteinander verbunden. Du untersuchst diese Verbindungen und prüfst, warum eine vorgeschriebene Regel noch keinen sicheren Erfolg beweist.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.

4 Abschnitte

Die Reformation war eine Bewegung zur Veränderung der Kirche. Martin Luther gilt als ihr Begründer; 1517 veröffentlichte er seine 95 Thesen. Nach der Reformation festigten sich verschiedene Konfessionen. Eine Konfession ist eine Glaubensrichtung innerhalb des Christentums, etwa die katholische, lutherische oder reformierte Glaubensrichtung.

Konfessionsbildung meint die Festigung einer religiösen Lehre und der zugehörigen Kirchenorganisation. Konfessionalisierung untersucht zusätzlich, wie diese Festigung mit Schule, Alltag und politischer Herrschaft zusammenwirkte. Historiker nutzen dafür ein Modell: eine Erklärung, die Zusammenhänge sichtbar machen soll und an Beispielen geprüft werden muss.

Konfessionalismus bedeutet etwas anderes. Dabei wird die Zugehörigkeit zur eigenen Konfession gegen andere eingesetzt. Es geht also um die Abgrenzung gegenüber anderen, nicht um denselben Untersuchungsansatz wie bei Konfessionalisierung.

Für das Heilige Römische Reich, einen damaligen Herrschaftsverband in Europa, wird häufig etwa 1540 bis 1648 als Zeitraum der Konfessionalisierung genannt. Im Modell festigten sich katholische, reformierte und lutherische Kirchen seit den 1560er Jahren ungefähr gleichzeitig. Die Zeitgrenzen sind jedoch umstritten und unterscheiden sich je nach Region und Fragestellung.

Definition

Konfessionalisierung

Ein historisches Erklärungsmodell: Es fragt, wie die Festigung von Konfessionen nach der Reformation mit Veränderungen in Staat und Gesellschaft zusammenhing.

BegriffWorum geht es?
KonfessionsbildungReligiöse Lehre und Kirchenorganisation werden gefestigt.
KonfessionalisierungDiese Festigung wird mit Staat und Gesellschaft in Verbindung gebracht.
KonfessionalismusDie eigene Konfessionszugehörigkeit wird gegen andere eingesetzt.

Teste dich

MittelWelche Frage erweitert Konfessionsbildung zur Untersuchung von Konfessionalisierung?

Alles auf einen Blick

Konfessionalisierung

  • Begriffe

    Konfessionsbildung betrifft Lehre und Kirchenorganisation; Konfessionalisierung fragt zusätzlich nach Staat und Gesellschaft.

  • Abgrenzung

    Konfessionalismus setzt die eigene Konfessionszugehörigkeit gegen andere ein.

  • Mittel

    Bildung, Predigten und Kontrollen sollten Konfessionen festigen; die Verfahren waren nicht überall gleich.

  • Klassisches Modell

    Kirchliche Festigung wird mit stärkerer staatlicher Macht und Regeln für den Alltag verbunden.

  • Kritik

    Gemeinden handelten selbst; regionale Unterschiede und umstrittene Zeitgrenzen begrenzen allgemeine Erklärungen.

  • Prüfung

    Vorschrift, tatsächliche Durchführung und innere Überzeugung müssen unterschieden werden.

Musteraufgabe · Schritt für Schritt

Beispieltext, ausgedacht: Was belegt eine Unterrichtsregel?

  1. 1In einer ausgedachten Kirchenordnung steht: Kinder sollen regelmäßig am Glaubensunterricht teilnehmen. Weitere Angaben liegen für diese Übung nicht vor.
  2. 2Aussage bestimmen: Die Ordnung schreibt die Teilnahme vor. Sie zeigt, welches Verhalten verlangt wird.
  3. 3Mittel zuordnen: Glaubensunterricht gehört zur Bildung und soll Glaubensinhalte vermitteln.
  4. 4Grenze erkennen: Die Vorschrift belegt weder die tatsächliche Teilnahme noch die innere Überzeugung der Kinder.
  5. 5Ergebnis formulieren: Die Regel zeigt den Versuch, den Glauben durch Unterricht zu festigen. Für ein Urteil über den Erfolg fehlen Angaben zur Durchführung und zu den Reaktionen.

Fehler finden

Prüfe die Aussagen zum religiösen Alltag in der Schweiz In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.

Lückentext

Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.

Für das Heilige Römische Reich wird häufig etwa bis 1648 als Zeitraum der Konfessionalisierung genannt. Wer seine Konfessionszugehörigkeit gegen andere einsetzt, zeigt . Ein kirchlicher Kontrollbesuch heißt .

Karteikasten

Erst selbst überlegen, dann umdrehen.

Übung mit Feedback

Abschluss-Check: Konfessionalisierung

LeichtWelche Funktion hatte eine Predigt bei der Festigung einer Konfession?
MittelWie ordnet das klassische Modell die Armenfürsorge ein?
SchwerWie solltest du die häufig genannte Endgrenze 1648 für eine regionale Untersuchung verwenden?

Weiterlesen in Geschichte