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Geschichte · Klasse 5–8 · aktualisiert

Augsburger Religionsfrieden: Regeln und Folgen

Du lernst, warum 1555 ein Religionsfrieden nötig war, wer den Glauben bestimmen durfte und welche Grenzen und Folgen die Regeln hatten.

0 von 9 Aufgaben gelöst

Augsburger Religionsfrieden: Regeln und Folgen

Kurz gesagt

Der Augsburger Religionsfrieden von 1555 regelte das Zusammenleben von Katholiken und Lutheranern im Reich. Grundsätzlich bestimmten Fürsten den Glauben ihres Landes; es gab Sonderregeln. Untertanen mit anderem Glauben durften in ein Gebiet ihres Glaubens auswandern.

Stell dir vor, du müsstest deine Heimat verlassen, um deinen Glauben behalten zu können. Der Augsburger Religionsfrieden erlaubte das Auswandern, gab aber nicht jedem die freie Glaubenswahl am Wohnort. Du untersuchst, warum diese Regel trotzdem ein wichtiger Schritt zum Frieden war.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.

4 Abschnitte

Das Heilige Römische Reich bestand aus vielen Gebieten und Städten. Seit Beginn der 1530er-Jahre verbreitete sich in vielen Gebieten und Reichsstädten die Reformation: eine Bewegung zur Veränderung der Kirche. Reichsstädte waren Städte, die unmittelbar dem Kaiser unterstanden. Zu den Anhängern der Reformation gehörten die Lutheraner. Zwischen ihnen und den Katholiken gab es Streit über den christlichen Glauben und über ihre Rechte.

Gespräche brachten keine gemeinsame Kirche zustande. Kaiser Karl V., der Herrscher des Reiches, besiegte 1547 ein Bündnis protestantischer Herrscher. Protestanten nennt man die Anhänger der Reformation. Doch seine anschließenden Regeln zugunsten der katholischen Kirche wurden nur begrenzt durchgesetzt. Außerhalb seiner direkten Macht im Süden des Reiches und außerhalb der Reichsstädte setzte man sie nicht oder nur halbherzig durch. Ein Aufstand von Fürsten zwang ihn 1552 zur Flucht.

Nach den Kriegen wuchs der Wunsch nach Frieden. Keine der beiden Seiten konnte sich militärisch und politisch durchsetzen. Katholiken und Lutheraner waren deshalb zu Zugeständnissen bereit. Der Passauer Vertrag von 1552 war jedoch zeitlich befristet. Fürsten und andere Herrschaftsträger im Reich drängten auf eine dauerhafte Lösung.

Ferdinand I., der Bruder des Kaisers, leitete 1555 die Verhandlungen in Augsburg. Am 25. September 1555 wurde der Religionsfrieden Teil der dort beschlossenen Regeln. Der Kompromiss, also eine Einigung mit Zugeständnissen, sollte das Zusammenleben rechtlich sichern. Die Glaubensunterschiede blieben bestehen. Die Regelung sollte bis zu einer möglichen Wiedervereinigung der Kirchen gelten.

Definition

Politischer Kompromiss

Streitende Seiten geben bei ihren Forderungen teilweise nach und vereinbaren gemeinsame Regeln. Sie müssen dafür nicht in allen Fragen derselben Meinung sein.

Merke: Der Frieden setzte keine Einigung über den richtigen Glauben voraus. Gemeinsame Regeln sollten trotz unterschiedlicher Glaubenslehren Frieden ermöglichen.

Teste dich

MittelWarum genügte der Passauer Vertrag von 1552 den Herrschaftsträgern nicht?

Alles auf einen Blick

Augsburger Religionsfrieden

  • Einigung

    Kriege und fehlende Einigung im Glauben machten gemeinsame politische Regeln nötig.

  • Fürsten

    Das ius reformandi erlaubte ihnen, den katholischen oder lutherischen Glauben des Landes zu bestimmen; es gab Sonderregeln.

  • Untertanen

    Das ius emigrandi erlaubte Untertanen, die den Glauben ihres Landesherrn nicht annehmen wollten, die Auswanderung in ein Gebiet ihres Glaubens.

  • Grenzen

    Der Frieden schuf keine allgemeine freie Glaubenswahl am Wohnort und schützte nicht alle Glaubensgruppen.

  • Sonderregeln

    Für kirchlich regierte Gebiete und Reichsstädte galten besondere Bestimmungen, über die gestritten wurde.

  • Wirkung

    Der Religionsfrieden trug zusammen mit den allgemeinen Friedensregeln lange zur Ruhe bei, ließ aber Konflikte ungelöst.

Musteraufgabe · Schritt für Schritt

Beispieltext, ausgedacht: Das passende Recht bestimmen

  1. 1Ein katholischer Vater lebt mit seiner Familie unter einem lutherischen Fürsten. Er möchte seinen Glauben behalten und in ein katholisches Gebiet ziehen.
  2. 2Person bestimmen: Der Vater ist ein Untertan. Er entscheidet nicht über den Glauben des Landes.
  3. 3Entscheidung bestimmen: Er möchte aus Glaubensgründen auswandern.
  4. 4Recht zuordnen: Dafür gilt das ius emigrandi. Es erlaubt ihm, in ein Gebiet seines Glaubens zu ziehen.
  5. 5Grenze benennen: Aus diesem Recht folgt keine allgemeine freie Glaubenswahl an seinem bisherigen Wohnort.

Fehler finden

Prüfe die Aussagen zu einem geistlichen Landesherrn In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.

Lückentext

Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.

Der Religionsfrieden wurde am 25. September in Augsburg beschlossen. Nach der Grundregel des ius reformandi lag die Wahl des katholischen oder lutherischen Glaubens für das Land bei den ; für kirchlich regierte Gebiete galt eine Ausnahme. Mit dem Beginn des Dreißigjährigen Krieges traten die Gegensätze wieder heftiger hervor.

Karteikasten

Erst selbst überlegen, dann umdrehen.

Übung mit Feedback

Abschluss-Check: Augsburger Religionsfrieden

LeichtWas machte die Einigung in Augsburg trotz getrennter Kirchen möglich?
MittelWie war die Lage der Täufer beim Friedensschluss 1555?
SchwerWelches Urteil passt zur Zeit zwischen dem Frieden und dem Kriegsbeginn 1618?

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