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Geschichte · Klasse 5–8 · aktualisiert

Reichskirche: Mittelalter und NS-Zeit unterscheiden

Du lernst, was „Reichskirche“ im Mittelalter und ab 1933 bedeutete und wie du die beiden Bedeutungen sicher unterscheidest.

0 von 8 Aufgaben gelöst

Reichskirche: Mittelalter und NS-Zeit unterscheiden

Kurz gesagt

Im Mittelalter meinte „Reichskirche“ eine unmittelbar mit dem Reich verbundene kirchliche Einrichtung oder einen auf einen Herrscher bezogenen Zusammenhang von Bistümern und Abteien. Ab 1933 bezeichnete das Wort die Deutsche Evangelische Kirche und den Plan einer evangelischen Kirche unter gemeinsamer Leitung.

Dasselbe Wort kann in verschiedenen Zeiten etwas anderes bedeuten. Bei „Reichskirche“ musst du deshalb genau hinsehen. Du prüfst die Zeit, die beschriebene Einrichtung und ihre Verbindung zur Herrschaft.

Deine Lernziele

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3 Abschnitte

Im Mittelalter konnte „Reichskirche“ zweierlei meinen. Im engeren Sinn war damit eine einzelne kirchliche Einrichtung gemeint, die unmittelbar mit dem Reich verbunden war. Im weiteren Sinn bezeichnete das Wort einen Zusammenhang von Bistümern und Abteien, der auf einen Herrscher bezogen war. Ein Bistum umfasst kirchliche Gemeinden in einem Gebiet unter einem Bischof, also einem kirchlichen Leiter. Eine Gemeinde besteht aus Menschen, die vor Ort kirchlich zusammengehören. Eine Abtei ist ein selbstständiges Kloster mit einer religiösen Gemeinschaft.

Ab 1933 hatte das Wort eine andere Bedeutung: Es bezeichnete die neu geschaffene Deutsche Evangelische Kirche, kurz DEK. Dazu gehörte das Vorhaben, evangelische Kirchen unter einer gemeinsamen Leitung zusammenzufassen. Diese Reichskirche war keine Fortsetzung der mittelalterlichen Einrichtungen.

1933–1945 herrschten die Nationalsozialisten unter Adolf Hitler in Deutschland. Ihre politische Bewegung hieß Nationalsozialismus. Sie errichteten eine Diktatur: Sie beseitigten die Demokratie und unterdrückten politische Gegner. Sie verfolgten und ermordeten Menschen, besonders Juden. Die Abkürzung NS-Zeit meint diese Herrschaftszeit.

Die Gruppe der Deutschen Christen unterstützte nationalsozialistische Vorstellungen und gewann 1933 Einfluss auf Kirchenleitungen. Sie stellte rassistische Forderungen: Menschen sollten wegen ihrer angeblichen Herkunft ausgegrenzt werden. Ludwig Müller wurde Ende September 1933 Reichsbischof, also Leiter der DEK. Die Zusammenfassung unter einer Leitung gelang nicht vollständig. Die Eingliederung der evangelischen Kirchen Württembergs und Bayerns scheiterte 1934. Im Jahr 1945 begann die Neuordnung als Evangelische Kirche in Deutschland, kurz EKD.

Definition

Reichskirche

Im Mittelalter: eine unmittelbar mit dem Reich verbundene kirchliche Einrichtung oder ein auf einen Herrscher bezogener Zusammenhang von Bistümern und Abteien. Ab 1933: die DEK und das Vorhaben einer gemeinsamen evangelischen Kirche unter einer Leitung.

Merke: Ein gleicher Name bedeutet nicht, dass es sich um dieselbe Einrichtung handelt. Auch ein Vorhaben ist noch kein vollständig erreichtes Ergebnis.

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LeichtWie hängen die beiden Bedeutungen von „Reichskirche“ zusammen?

Alles auf einen Blick

Reichskirche

  • Mittelalter

    „Reichskirche“ kann eine unmittelbar mit dem Reich verbundene Einrichtung oder einen auf einen Herrscher bezogenen Zusammenhang von Bistümern und Abteien meinen.

  • Einteilung

    Bei den als Reichskirchen eingeordneten Einrichtungen zählen Bistümer und Abteien zu den höheren, Stifte und Pfarrkirchen zu den niederen.

  • Ab 1933

    „Reichskirche“ bezeichnet die DEK und das Vorhaben einer gemeinsamen evangelischen Kirche unter einer Leitung.

  • Grenze des Vorhabens

    Die Eingliederung der evangelischen Kirchen Württembergs und Bayerns scheiterte 1934.

  • Zuordnung

    Zeit, Einrichtung und Verbindung zur Herrschaft helfen dir, die passende Bedeutung zu erkennen.

Musteraufgabe · Schritt für Schritt

Das Aachener Marienstift begründet zuordnen

  1. 1Aufgabe: Ordne das mittelalterliche Aachener Marienstift zu. Es war dem Königtum unter anderem durch Gebete, die Versorgung des Hofes und Abgaben verbunden.
  2. 2Zeit prüfen: Der Fall gehört ins Mittelalter. Gemeint ist nicht die evangelische Reichskirche ab 1933.
  3. 3Einrichtung prüfen: Beschrieben wird ein bestimmtes Stift, nicht ein ganzer Zusammenhang von Bistümern und Abteien.
  4. 4Ergebnis begründen: Das Marienstift ist eine niedere Reichskirche. Der Historiker Rudolf Schieffer begründet dies mit seinem nichtbischöflichen Rang, also damit, dass es nicht den Rang eines Bistums hatte.

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Lückentext

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Die Deutsche Evangelische Kirche wurde geschaffen. Eine mittelalterliche Abtei, die als Reichskirche eingeordnet ist, zählt in der genannten Einteilung zu den Reichskirchen. Ende September 1933 wurde Reichsbischof.

Karteikasten

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Übung mit Feedback

Abschluss-Check: Reichskirche

LeichtWas zeigt die gescheiterte Eingliederung der Kirchen Württembergs und Bayerns 1934?
MittelEin mittelalterliches Bistum ist als Reichskirche eingeordnet. Welche Beschreibung passt?
SchwerEine Beschreibung nennt einen mittelalterlichen Zusammenhang von Bistümern und Abteien, der auf einen Herrscher bezogen ist. Welche Zuordnung passt?

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