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Geschichte · Klasse 9–11 · aktualisiert

Geschichte der EU: Von der EGKS zur Union

Du lernst, warum die europäische Einigung begann, wie aus ersten Gemeinschaften die EU entstand und weshalb ihre Entwicklung umstritten blieb.

0 von 9 Aufgaben gelöst

Geschichte der EU: Von der EGKS zur Union

Kurz gesagt

Die Europäische Union (EU) entstand aus der Zusammenarbeit europäischer Staaten nach dem Zweiten Weltkrieg. Auf die Gemeinschaft für Kohle und Stahl und die Wirtschaftsgemeinschaft folgte 1993 die EU. Neue Mitglieder und engere Zusammenarbeit veränderten sie.

Gemeinsam entscheiden oder selbst bestimmen: Diese Frage begleitet die europäische Einigung. Nach dem Zweiten Weltkrieg suchten Staaten Wege zu Sicherheit und wirtschaftlichem Wiederaufbau. Du untersuchst, wie daraus die EU entstand und warum gemeinsame Ziele trotzdem Streit auslösen konnten.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.

4 Abschnitte

Adolf Hitler, der nationalsozialistische Diktator, hatte im Zweiten Weltkrieg eine rassistisch geordnete Herrschaft über Europa angestrebt. Nach dem Krieg setzten sich europäische Einigungsbewegungen für einen gleichberechtigten Zusammenschluss von Staaten ein.

Auch der wirtschaftliche Wiederaufbau förderte die Zusammenarbeit. Die Vereinigten Staaten von Amerika unterstützten ihn von 1948 bis 1952 mit Geld aus dem Marshallplan, einem Hilfsprogramm. Die beteiligten westeuropäischen Staaten wurden gemeinsam an Entscheidungen über die Verwendung des Geldes beteiligt.

Die Regierungen verfolgten dabei unterschiedliche Interessen. Die Bundesrepublik Deutschland wollte ihre internationale Isolierung überwinden und sich enger mit westlichen Staaten verbinden. Bundeskanzler Konrad Adenauer suchte einen Ausgleich mit Frankreich. Frankreich wollte sich dauerhaft vor deutscher Wirtschaftsmacht und einer erneuten deutschen Bedrohung schützen.

Ein konkreter Schritt war der Schuman-Plan. Der französische Außenminister Robert Schuman stellte ihn am 9. Mai 1950 vor; entwickelt hatte ihn im Wesentlichen Jean Monnet, ein Gestalter der europäischen Einigung. Kohle- und Stahlproduktion sollten gemeinsamen Bedingungen und einer überstaatlichen Kontrolle unterliegen. So sollte die deutsche Eisen- und Stahlindustrie Frankreich künftig nicht mehr bedrohen können. Belgien, die Niederlande, Luxemburg und Italien schlossen sich trotz Sorgen um die Konkurrenzfähigkeit ihrer Stahlindustrie aus politischen Gründen an. Nicht beteiligt zu sein, erschien ihnen als das größere Risiko.

Definition

Europäische Integration

Damit ist der Prozess gemeint, in dem europäische Staaten ihre Zusammenarbeit ausbauen und Aufgaben gemeinsam regeln.

Merke: Hinter der Einigung standen mehrere Motive: Sicherheit, wirtschaftlicher Wiederaufbau und die Einbindung Deutschlands. Die beteiligten Regierungen hatten dabei eigene Interessen.

Teste dich

MittelWelche Interessen verbanden Frankreich und die Bundesrepublik mit der frühen Zusammenarbeit?

Alles auf einen Blick

Geschichte der EU

  • Motive

    Sicherheit, Wiederaufbau und die Einbindung Deutschlands förderten die europäische Einigung.

  • Entwicklung

    Auf die EGKS und die EWG folgte 1993 die Europäische Union.

  • Vertiefung

    Die Staaten arbeiten enger zusammen und regeln zusätzliche Aufgaben gemeinsam.

  • Erweiterung

    Weitere Staaten werden Mitglieder; ein Antrag allein reicht dafür nicht.

  • Konflikte

    Gemeinsame Ziele und nationale Interessen können miteinander in Streit geraten.

  • Urteil

    Ein begründetes Sachurteil nennt seinen Maßstab und berücksichtigt verschiedene Interessen.

Musteraufgabe · Schritt für Schritt

Dänemarks Entscheidung über Maastricht erklären

  1. 1Aufgabe: Erkläre, wie Dänemarks Zustimmung zum Maastricht-Vertrag zustande kam.
  2. 2Ausgangslage feststellen: Die dänischen Wähler lehnten den Vertrag zunächst in einer Volksabstimmung ab.
  3. 3Veränderung benennen: Dänische Sonderinteressen wurden berücksichtigt, darunter die Nichtbeteiligung an der Währungsunion.
  4. 4Ergebnis erklären: Danach stimmten die Wähler in einer zweiten Volksabstimmung zu.
  5. 5Schluss formulieren: Der Fall zeigt, dass europäische Einigung durch Verhandlungen über unterschiedliche Interessen vorankam.

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Lückentext

Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.

Der EGKS-Vertrag trat in Kraft. Die Römischen Verträge wurden unterzeichnet. Nach der Aufnahme von zehn Staaten am 1. Mai 2004 hatte die EU Mitgliedstaaten.

Karteikasten

Erst selbst überlegen, dann umdrehen.

Übung mit Feedback

Abschluss-Check: Geschichte der EU

MittelWarum beteiligten sich Italien und die drei kleineren Gründerstaaten trotz Sorgen um ihre Stahlindustrie?
LeichtWas geschah mit den Römischen Verträgen am 1. Januar 1958?
SchwerWelche Abwägung passt zum Vorschlag eines „Europas der unterschiedlichen Geschwindigkeiten“?

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