Zum Inhalt springen

Geschichte · Klasse 7–10 · aktualisiert

Berliner Kongokonferenz: Ablauf und Folgen

Du lernst, wer 1884/85 in Berlin verhandelte, was die Kongoakte regelte und warum sie die koloniale Expansion beschleunigte.

0 von 9 Aufgaben gelöst

Berliner Kongokonferenz: Ablauf und Folgen

Kurz gesagt

Die Berliner Kongokonferenz von 1884/85 vereinbarte Regeln für Handel, Schifffahrt und koloniale Ansprüche. Sie beschleunigte die Ausweitung fremder Herrschaft in Afrika, beschloss aber keine vollständige Aufteilung des Kontinents.

Kann eine Konferenz die Eroberung von Gebieten beschleunigen, ohne deren Grenzen vollständig festzulegen? Genau das untersuchst du an der Berliner Kongokonferenz. Dabei unterscheidest du zwischen vereinbarten Regeln und der späteren Durchsetzung kolonialer Herrschaft.

Deine Lernziele

Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.

4 Abschnitte

Vom 15. November 1884 bis zum 26. Februar 1885 trafen sich Vertreter von 14 Staaten in Berlin. Eingeladen hatte Otto von Bismarck, der als Reichskanzler die Regierung des Deutschen Reichs leitete. Zu den Teilnehmerstaaten gehörten das Deutsche Reich, Großbritannien, Frankreich und Belgien. Afrikanische Vertretungen fehlten.

Den Hintergrund bildeten anhaltende Konflikte über Handelsinteressen, besonders im Kongobecken, dem Gebiet um den Fluss Kongo. Die Teilnehmer wollten dort freien Handel vereinbaren. Auf den Flüssen Kongo und Niger sollte freie Schifffahrt gelten. Außerdem wollten die Mächte Regeln für Gebietsansprüche schaffen und Konflikte untereinander vermeiden. Bereits bestehende Streitigkeiten waren also der Hintergrund; die Vermeidung weiterer Konflikte war ein Ziel.

Einige Teilnehmerstaaten übten bereits koloniale Herrschaft aus. Damit ist die Fremdherrschaft über Gebiete und deren Bevölkerung gemeint. Frankreich errichtete etwa 1881 ein Protektorat über Tunesien: Es übte koloniale Herrschaft unter der Bezeichnung eines Schutzverhältnisses aus. Der Ausschluss afrikanischer Vertreter in Berlin bedeutet nicht, dass Afrika keine eigenen Gesellschaften, politischen Ordnungen oder Rechte hatte.

Definition

Kolonialmacht

Eine Kolonialmacht übt Fremdherrschaft über Gebiete und deren Bevölkerung aus.

Beispiel: Tunesien vor der Konferenz

  1. 1Frankreich errichtete 1881 ein Protektorat über Tunesien.
  2. 2Die Berliner Konferenz begann 1884.
  3. 3Dieses Beispiel zeigt: Koloniale Herrschaft bestand schon vor dem Treffen.

Teste dich

MittelWelche Aussage unterscheidet Hintergrund und Ziel der Konferenz?

Alles auf einen Blick

Berliner Kongokonferenz

  • Beteiligung

    Vertreter von 14 Staaten verhandelten 1884/85 in Berlin; afrikanische Vertretungen fehlten.

  • Ziele

    Die Teilnehmer wollten Handelsfreiheit im Kongobecken, freie Schifffahrt auf Kongo und Niger sowie Regeln für Gebietsansprüche.

  • Vertragsgrenze

    Die Artikel 34 und 35 betrafen Küstengebiete und enthielten keinen ausdrücklichen Eroberungsauftrag für das Binnenland.

  • Wirkung

    Der Druck zur tatsächlichen Kontrolle begünstigte die weitere koloniale Expansion.

  • Gewalt und Widerstand

    Kolonialmächte setzten Gewalt und Zwangsarbeit ein; afrikanische Bevölkerungen widersetzten sich.

  • Urteil

    Die Konferenz beschloss keine vollständige Aufteilung Afrikas, blieb aber nicht folgenlos.

Musteraufgabe · Schritt für Schritt

Die Behauptung einer vollständigen Aufteilung prüfen

  1. 1Behauptung bestimmen: Afrika sei auf der Berliner Kongokonferenz vollständig aufgeteilt worden.
  2. 2Beschlüsse prüfen: Die Kongoakte regelte Handel, Schifffahrt und koloniale Ansprüche. Eine vollständige Grenzkarte wurde nicht beschlossen.
  3. 3Wirkung unterscheiden: Der Druck zur tatsächlichen Kontrolle begünstigte die weitere Expansion. Spätere Eroberungen waren aber keine bereits beschlossenen Grenzlinien.
  4. 4Urteil formulieren: Die Behauptung ist falsch. Berlin schuf Regeln und beschleunigte die Expansion, ohne Afrika vollständig aufzuteilen.

Fehler finden

Prüfe die Aussagen zum Kongo-Freistaat In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.

Lückentext

Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.

Die Berliner Konferenz begann am 15. November . Freie Schifffahrt wollten die Teilnehmer auf Kongo und vereinbaren. Artikel 35 verlangte eine Obrigkeit in besetzten .

Karteikasten

Erst selbst überlegen, dann umdrehen.

Übung mit Feedback

Abschluss-Check: Berliner Kongokonferenz

LeichtWas zeigt die britische Besetzung Ägyptens von 1882?
MittelWelche Pflicht enthielt Artikel 34 für neue Besitzergreifungen an der afrikanischen Küste?
SchwerWie ordnest du die Niederschlagung des Nama-Widerstands 1893/94 ein?

Weiterlesen in Geschichte