Biologie · Klasse 7–8 · aktualisiert
Trophiestufen bestimmen: Nahrungsketten und Energiefluss
Zähle Ernährungsstufen vom Produzenten aus und erkenne, warum dieselbe Art in verschiedenen Wegen anders eingeordnet wird.
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Kurz gesagt
Eine Trophiestufe ist die Ernährungsposition in einer Nahrungskette. Produzenten stehen auf Stufe 1, Primärkonsumenten auf Stufe 2 und deren Fresser auf Stufe 3. In einem Nahrungsnetz kann ein Allesfresser je nach aufgenommener Nahrung auf verschiedenen Stufen stehen.
Trophiestufen ordnen Organismen nach ihrer Ernährungsposition. Starte beim Produzenten mit Stufe 1. Jeder weitere Fressschritt in einer betrachteten Nahrungskette erhöht die Stufennummer um eins. Im Nahrungsnetz kann dieselbe Art mehrere Rollen haben.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Trophisch bedeutet „die Ernährung betreffend“. Eine Trophiestufe bezeichnet die Ernährungsposition. In einer einzelnen Kette beginnt die Zählung beim Produzenten: Stufe 1. Der Primärkonsument frisst ihn und steht auf Stufe 2. Der Sekundärkonsument frisst den Primärkonsumenten und steht auf Stufe 3. Der Tertiärkonsument folgt auf Stufe 4. Weitere Fressschritte können höhere Stufen bilden. Jeder Pfeil führt von der Nahrung zum Fresser.
Produzenten wie Pflanzen und Algen bauen aus anorganischen Stoffen organische Biomasse auf. Viele nutzen dazu Licht bei der Fotosynthese; sie brauchen außerdem Mineralstoffe. Manche Bakterien nutzen stattdessen chemische Energie aus anorganischen Stoffen und können ebenfalls Produzenten sein. Biomasse meint hier organische Substanz von Lebewesen, etwa Blätter oder Muskelgewebe.
Definition
Trophiestufe
Die Trophiestufe ist die Ernährungsposition in einer betrachteten Nahrungskette. Vom Produzenten aus steigt die Stufennummer mit jedem Fressschritt um eins.
| Stufe | Rolle | Frisst im Modell |
|---|---|---|
| 1 | Produzent | Baut Biomasse auf |
| 2 | Primärkonsument | Produzenten |
| 3 | Sekundärkonsument | Primärkonsumenten |
| 4 | Tertiärkonsument | Sekundärkonsumenten |
Beispiel: Vier Stufen in einer Kette
- 1Betrachte Ringelblume → Raupe → Kohlmeise → Sperber.
- 2Ringelblume und Raupe stehen als Produzentin und Primärkonsumentin auf den Stufen 1 und 2.
- 3Kohlmeise und Sperber stehen in dieser Kette als Sekundär- und Tertiärkonsumenten auf den Stufen 3 und 4.
Teste dich
Die Zuordnung gilt für einen betrachteten Fressweg, nicht als festes Etikett einer Art. Frisst eine Kohlmeise einen Samen, nutzt sie unmittelbar pflanzliche Biomasse und ist in diesem Weg Primärkonsumentin. Frisst sie eine pflanzenfressende Raupe, ist sie Sekundärkonsumentin. Solche Allesfresser verbinden mehrere Nahrungsketten. Eine Nahrungskette zeigt einen Weg; ein Nahrungsnetz verbindet mehrere Wege.
Auch im Wasser zählt die konkrete Nahrung. Phytoplankton sind im Wasser schwebende, Fotosynthese betreibende Organismen. Zooplankton ist tierisches Plankton und ernährt sich je nach Art verschieden. Das folgende Modell legt ausdrücklich algenfressendes Zooplankton und einen Orka fest, der den dargestellten Raubfisch frisst: Phytoplankton → algenfressendes Zooplankton → kleiner Fisch → Raubfisch → Orka. Es hat fünf Stufen; der Orka ist in diesem Weg Konsument vierter Ordnung. Ein Spitzenprädator hat im betrachteten Netz keine regelmäßigen natürlichen Fressfeinde. Das letzte Glied einer gezeichneten Kette ist deshalb nicht schon sicher ein Spitzenprädator.
Merke: Die Konsumentenordnung richtet sich danach, wen ein Organismus im betrachteten Weg frisst; die Stufe ist keine feste Eigenschaft der Art.
Teste dich
Produzenten speichern einen Teil der aufgenommenen Energie in Biomasse. Ein Konsument übernimmt mit der Nahrung einen Teil davon. Nicht jedes Körperteil wird gefressen und nicht jeder gefressene Teil verdaut. Organismen nutzen Energie für Bewegung, Stoffwechsel und andere Lebensvorgänge; Energie wird schließlich als Wärme abgegeben. Nur ein Teil wird in neue Biomasse eingebaut und steht damit für die nächste Stufe bereit.
Die 10-%-Regel setzt als grobe Näherung etwa ein Zehntel für den Übergang der Energie in neu gebildeter Biomasse an. Vergleiche dieselbe Fläche und denselben Zeitraum. Rund neun Zehntel gelangen auf diesem Weg nicht in neue Biomasse der nächsten Stufe. Das heißt weder, dass jedes Tier genau 10 % seiner Nahrung als Körpermasse ansetzt, noch dass der Rest sofort Wärme wird: Ungefressene Reste können Zersetzern dienen. Die tatsächlichen Anteile unterscheiden sich. So begrenzt die Energieverfügbarkeit die Länge vieler Nahrungsketten, ohne eine feste Höchstzahl festzulegen.
Beispiel: Vier Stufen als Modellwerte
- 1Für eine erfundene Fläche und denselben Zeitraum werden 80 Energieeinheiten in neuer Produzentenbiomasse angesetzt.
- 2Das 10-%-Modell liefert 80 × 0,1 = 8 Einheiten für neue Biomasse der Primärkonsumenten.
- 3Danach folgen 8 × 0,1 = 0,8 und 0,8 × 0,1 = 0,08 Einheiten für Sekundär- und Tertiärkonsumenten.
- 4Die Zahlen sind Modellwerte. Reale Ökosysteme können andere Übertragungsanteile haben.
Teste dich
Destruenten oder Zersetzer bauen tote Biomasse und Ausscheidungen ab. Viele Pilze und Bakterien setzen beim Abbau anorganische Nährstoffe frei, die Produzenten wieder aufnehmen können. Regenwürmer können Reste fressen, zerkleinern und in den Boden einmischen. Das Freisetzen anorganischer Nährstoffe aus organischem Material heißt Mineralisierung. Weil Reste auf jeder Trophiestufe entstehen, passen Destruenten nicht bloß als letzte Stufe hinter eine Kette.
Stoffe können nach dem Abbau erneut genutzt werden und so im Ökosystem zirkulieren. Energie fließt dagegen gerichtet durch die Fressbeziehungen und wird schließlich als Wärme abgegeben. Neue Energie gelangt meist als Sonnenlicht in das System. Um eine Kette vollständig zu untersuchen, suchst du zuerst den Produzenten, folgst dann jedem Pfeil zum Fresser, zählst die Stufen und erklärst bei jedem Übergang, warum nur ein Teil der Energie in neuer Biomasse der nächsten Stufe ankommt.
Definition
Destruenten
Destruenten bauen tote Biomasse und organische Abfälle ab. Viele Pilze und Bakterien machen dabei anorganische Nährstoffe erneut verfügbar.
Teste dich
Alles auf einen Blick
Trophiestufen
Zählung
Produzent 1, Primärkonsument 2, Sekundärkonsument 3.
Nahrung
Die konkrete Fraßbeziehung bestimmt die Stufe.
Netz
Ein Allesfresser kann in mehreren Wegen anders stehen.
Energie
Nur ein Teil gelangt in neue Biomasse der nächsten Stufe.
Zersetzung
Destruenten verwerten Reste aus verschiedenen Stufen.
Stoffe
Sie können kreisen, während Energie gerichtet fließt.
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Eine Feldkette vollständig einordnen
- 1Aufgabe: Im Modell gilt Weizen → Feldmaus → Schlange → Mäusebussard. Bestimme Stufen und Übertragungen.
- 2Weizen ist Produzent auf Stufe 1; die Feldmaus ist Primärkonsumentin auf Stufe 2.
- 3Die Schlange steht als Sekundärkonsumentin auf Stufe 3; der Mäusebussard ist Tertiärkonsument auf Stufe 4.
- 4Bis zum Mäusebussard liegen drei Fressschritte. Bei jedem gelangt nur ein Teil der Energie in neue Biomasse.
Fehler finden
Stufen einer Hecken-Kette prüfen In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 3Richtig: Der Zaunkönig ist Sekundärkonsument auf Stufe 3. Die Raupe frisst den Produzenten und ist Primärkonsumentin.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Produzenten stehen in einer Kette auf Stufe . Ein Fresser des Primärkonsumenten ist . Destruenten können Reste aus Trophiestufen abbauen.
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback