Biologie · Klasse 7–10 · aktualisiert
Ökosystem einfach erklärt: Aufbau und Funktion
Entdecke, wie Lebensraum und Lebewesen zusammenwirken und wie du Veränderungen im Ökosystem untersuchst.
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Kurz gesagt
Ein Ökosystem besteht aus Biotop, Biozönose und ihren Wechselwirkungen. Zum Biotop gehören etwa Boden und Licht, zur Biozönose Pflanzen, Tiere, Pilze und Mikroorganismen. Stoffe werden umgewandelt und ausgetauscht; Energie fließt durch das offene System.
Ein Ökosystem besteht aus einem Lebensraum und der darin lebenden Lebensgemeinschaft. Beide beeinflussen einander: Licht, Wasser oder Boden wirken auf Lebewesen, während Lebewesen ihren Lebensraum verändern. Auf dieser Seite lernst du, ein Ökosystem zu beschreiben, seine Bestandteile zuzuordnen und seine Veränderungen zu erklären.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Ein Wald zeigt, wie Lebensraum und Lebewesen zusammenwirken. Boden, Wasser, Luft, Licht und Temperatur gehören zum Biotop. Pflanzen, Tiere, Pilze und Mikroorganismen bilden die Biozönose. Beide zusammen mit ihren Beziehungen bilden das Ökosystem. Auch ein Tümpel oder ein Baumstumpf lässt sich so untersuchen. Die Biosphäre kann als größtes Ökosystem betrachtet werden.
Ein Umweltfaktor beeinflusst Lebewesen. Abiotische Faktoren stammen aus der unbelebten Umwelt: Licht, Temperatur, Wasser, Luftfeuchtigkeit, Sauerstoff und Bodenbeschaffenheit. Biotische Faktoren entstehen durch Lebewesen: Nahrung, Konkurrenz, Räuber-Beute-Beziehungen und Symbiose. Pflanzen reagieren auf Licht und verändern durch Schatten zugleich die Bedingungen für andere. Auf warmem, trockenem Sand leben andere Arten als an feuchten, schattigen Orten. Die ökologische Nische beschreibt das ganze Gefüge solcher Beziehungen einer Art, nicht nur ihren Wohnort.
Definition
Biotop
Ein Biotop ist ein Lebensraum mit seinen unbelebten Bestandteilen, etwa Boden, Wasser, Licht und Temperatur.
Beispiel: Am Waldboden
- 1Boden, Licht und Feuchtigkeit gehören zum Biotop.
- 2Farne, Ameisen, Pilze und Bakterien gehören zur Biozönose.
- 3Wenig Licht begrenzt das Wachstum mancher Pflanzen; Pilze zersetzen Laub und verändern den Boden.
Merke: Ökosystem = Biotop + Biozönose + ihre Wechselwirkungen.
Teste dich
Organismen lassen sich nach ihrer Funktion in einem Nahrungsgefüge ordnen. Produzenten wie grüne Pflanzen und Algen bauen mit Licht aus anorganischen Stoffen Biomasse auf. Konsumenten nehmen organische Nahrung auf; Pflanzenfresser nutzen Produzenten, Fleischfresser andere Konsumenten. Destruenten bauen tote Organismen und Ausscheidungen ab. Pilze und Bakterien mineralisieren Bestandteile zu anorganischen Stoffen. Regenwürmer können Material zerkleinern. Manche Modelle nennen nur die mineralisierenden Organismen Reduzenten; andere fassen alle Zersetzer als Destruenten zusammen. Eine Art kann in einem Nahrungsnetz mehrere Beziehungen haben.
Stoffe können nach dem Abbau wieder aufgenommen werden, aber auch in ein Ökosystem hinein- oder hinausgelangen. Lichtenergie wird in Biomasse gebunden, über Nahrung weitergegeben und schließlich als Wärme abgegeben. Sie kehrt nicht als nutzbare Lichtenergie zum Anfang zurück. Zu höheren Ernährungsstufen steht deshalb weniger nutzbare Energie zur Verfügung.
Definition
Produzenten
Produzenten bauen aus anorganischen Stoffen organische Biomasse auf. Grüne Pflanzen und Algen nutzen dafür bei der Fotosynthese Lichtenergie.
Beispiel: Auf einer Wiese
- 1Löwenzahn und andere Pflanzen bauen mit Licht Biomasse auf.
- 2Blattläuse nehmen Pflanzensaft als Nahrung auf.
- 3Pilze und Bakterien bauen abgestorbene Reste ab und setzen anorganische Stoffe frei.
- 4Die aufgenommene Energie wird bei Lebensvorgängen umgewandelt und schließlich als Wärme abgegeben.
Merke: Stoffe können wiederverwendet werden. Energie fließt gerichtet durch das Ökosystem und wird nicht im Kreis geführt.
Teste dich
Ökosysteme sind offen: Organismen wandern, Wasser und Stoffe werden transportiert, Energie tritt ein und aus. Die Grenze hängt von der Frage ab. Du kannst einen Baumstumpf oder den ganzen Wald betrachten, wenn du die Abgrenzung begründest. Ökosysteme sind auch dynamisch: Bestände und Artenzusammensetzung ändern sich mit der Zeit. Ein völlig unveränderliches Gleichgewicht ist kein notwendiger Normalzustand.
Eine Störung kann etwa Sturmwurf, Feuer oder Überflutung sein; das Wort ist in der Ökologie zunächst wertneutral. Was als Störung gilt, hängt vom Maßstab ab: Fraß kann eine Pflanze stark treffen und zugleich zur normalen Nutzung einer Weide gehören. Wiederkehrende Mahd oder Überflutung kann bestimmte Ökosysteme erhalten. Resistenz bedeutet geringe Veränderung trotz Störung. Resilienz bedeutet Rückkehr zu einem früheren oder ähnlichen Zustand; dafür müssen Struktur, Funktion und Zeitraum benannt werden.
Definition
Störung
Eine Störung ist ein äußerer Einfluss, der ein Ökosystem verändert. Beispiele sind Waldbrand, Sturmwurf oder Überflutung. In der Ökologie ist der Begriff zunächst wertneutral.
Beispiel
- 1Nach einem Waldbrand kann sich ein Wald langfristig wieder entwickeln.
- 2Das bedeutet nicht, dass sofort dieselben Arten in derselben Anzahl vorkommen.
- 3Ob du von einer Rückkehr sprichst, hängt davon ab, welche Struktur, Funktion und Zeitspanne du untersuchst.
Teste dich
Eine Felduntersuchung verbindet Messungen am Biotop mit Beobachtungen der Biozönose. Formuliere zuerst eine Frage und wähle vergleichbare Flächen, Zeiten und Methoden. Miss zum Beispiel Licht, Temperatur und Bodenfeuchte. Notiere Arten oder erkennbare Gruppen und ihre Beziehungen. Arbeite schonend: Beschädige Lebensräume nicht unnötig, beachte örtliche Regeln und gehe mit unbekannten oder gefährlichen Organismen vorsichtig um.
Vergleiche die Daten und prüfe weitere mögliche Einflüsse. Wenn feuchtigkeitsliebende Pflanzen auf einer schattigen Fläche häufiger sind, belegt das zunächst nur ein gemeinsames Auftreten in dieser Stichprobe. Licht, Temperatur, Konkurrenz und Zufall können ebenfalls eine Rolle spielen. Fläche, Zeitpunkt, Dauer und Methode begrenzen jede Schlussfolgerung; aus wenigen Flächen folgt keine Aussage über das gesamte Ökosystem.
Beispiel
- 1Du findest auf einer kleinen, schattigen Fläche mehr feuchtigkeitsliebende Pflanzen als auf einer gleich großen sonnigen Fläche. Zugleich misst du dort eine höhere Bodenfeuchte.
- 2Du darfst festhalten, dass in deiner Stichprobe höhere Bodenfeuchte und das häufigere Auftreten dieser Pflanzen gemeinsam vorkamen. Du kannst daraus allein aber noch nicht beweisen, dass Bodenfeuchte die einzige Ursache ist. Auch Licht, Temperatur, Konkurrenz und Zufall können mitwirken.
Merke: Eine Stichprobe liefert begrenzte Hinweise. Gute Untersuchungen nennen Fläche, Zeitpunkt, Methode und mögliche weitere Einflussfaktoren.
Beispiel: So gehst du vor
- 1Lege die Frage fest. Beispiel: Unterscheiden sich ein schattiger und ein sonniger Wiesenabschnitt?
- 2Grenze die Flächen vergleichbar ab. Nutze möglichst gleich große Untersuchungsflächen und ähnliche Beobachtungszeiten.
- 3Erfasse abiotische Faktoren. Dazu können Licht, Temperatur, Bodenfeuchte oder Bodenmerkmale gehören.
- 4Dokumentiere Lebewesen. Notiere beobachtete Arten oder erkennbare Organismengruppen und mögliche Beziehungen.
- 5Arbeite schonend und sicher. Beschädige keine Lebensräume und entnimm geschützte oder unbekannte Organismen nicht unnötig. Beachte örtliche Regeln und sichere dich bei unbekannten oder gefährlichen Organismen ab.
- 6Vergleiche die Ergebnisse. Verknüpfe Unterschiede der Lebensgemeinschaft vorsichtig mit gemessenen Bedingungen.
- 7Begrenze deine Aussage. Eine Stichprobe beschreibt nur die untersuchten Flächen und Zeitpunkte, nicht automatisch das gesamte Ökosystem.
Teste dich
Alles auf einen Blick
Ökosystem
Biotop
Boden, Wasser, Licht, Temperatur
Biozönose
Pflanzen, Tiere, Pilze, Mikroorganismen
Beziehungen
Nahrung, Konkurrenz, Symbiose
Funktionen
Produktion, Konsum, Zersetzung
Prozesse
Stoffkreislauf und Energiefluss
Eigenschaften
offen, dynamisch, räumlich abgrenzbar
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Zwei Flächen am Schulhof vergleichen
- 1Frage: Unterscheiden sich die Pflanzen auf zwei gleich großen Flächen am Schulhof?
- 2Notiere an beiden Flächen zur gleichen Zeit Licht und Bodenfeuchte sowie die beobachteten Pflanzenarten.
- 3Wenn die schattige Fläche feuchter ist und andere Pflanzen zeigt, beschreibe genau diesen Zusammenhang in deiner Stichprobe.
- 4Prüfe weitere Faktoren wie Boden und Pflege; die Messung allein beweist keine einzelne Ursache.
Fehler finden
Ein Teich wird untersucht In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 3Richtig: An einer untersuchten Fläche wurde zu diesem Zeitpunkt keine Schnecke beobachtet. Die Stichprobe erlaubt keine Aussage über den ganzen Teich.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Der Lebensraum mit Boden und Wasser heißt . Die Lebewesen bilden die . Ein Einfluss durch andere Lebewesen ist .
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback