Biologie · Klasse 8–9 · aktualisiert
Stoffkreislauf einfach erklärt
Verfolge Stoffe durch Lebewesen und Umwelt und erkenne, warum Energie einen anderen Weg nimmt.
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Kurz gesagt
Ein Stoffkreislauf beschreibt, wie Stoffe zwischen Umwelt, Produzenten, Konsumenten und Destruenten aufgenommen, umgebaut und freigesetzt werden. Kohlenstoff gelangt etwa aus CO₂ in eine Pflanze und durch Zellatmung oder Zersetzung zurück. Energie fließt gerichtet und wird als Wärme abgegeben.
In einem Stoffkreislauf gelangen Stoffe aus der unbelebten Umwelt in Lebewesen, werden über Nahrung weitergegeben und schließlich wieder freigesetzt. Produzenten können sie danach erneut aufnehmen. Energie nimmt dagegen einen gerichteten Weg durch das Ökosystem und bildet keinen Kreislauf.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Ein abgefallenes Blatt verschwindet nicht einfach. Pilze, Bakterien und zerkleinernde Tiere wie Regenwürmer bauen seine Reste ab. Dabei werden Mineralstoffe im Boden und Kohlenstoffdioxid in Luft oder Wasser wieder verfügbar. Ein Stoffkreislauf beschreibt solche wiederholten Wege von Stoffen zwischen Lebewesen und unbelebter Umwelt.
Produzenten, vor allem Pflanzen und Algen, bauen mit Licht aus Kohlenstoffdioxid und Wasser organische Stoffe wie Zucker auf. Konsumenten nehmen organische Stoffe als Nahrung auf; Pflanzenfresser fressen Produzenten, Fleischfresser andere Konsumenten. Destruenten bauen tote Organismen und Ausscheidungen ab. Organische Stoffe sind hier kohlenstoffhaltige Bestandteile von Lebewesen. Wasser, Kohlenstoffdioxid und Mineralstoffe sind anorganische Stoffe, die Produzenten aufnehmen können.
Definition
Stoffkreislauf
Ein Stoffkreislauf ist der wiederholte Weg von Stoffen zwischen der unbelebten Umwelt und Lebewesen. Dabei werden Stoffe aufgenommen, umgebaut, weitergegeben und wieder freigesetzt.
Beispiel: Stoffe im Obstgarten
- 1Ein Apfelbaum nimmt Wasser und Mineralstoffe aus dem Boden sowie CO₂ aus der Luft auf.
- 2Eine Raupe frisst ein Blatt, ein Vogel frisst die Raupe.
- 3Pilze und Bakterien bauen Reste und Ausscheidungen ab.
- 4Mineralstoffe gelangen in den Boden und Kohlenstoff kann als CO₂ in die Luft zurückkehren.
- 5Der Apfelbaum kann passende freigesetzte Stoffe erneut aufnehmen.
Merke: Produzenten bauen Stoffe auf, Konsumenten geben sie über Nahrung weiter und Destruenten machen Stoffe aus Resten wieder verfügbar.
Teste dich
Kohlenstoff ist zeitweise als CO₂ in Luft oder Wasser, in Zucker und anderer Biomasse oder langfristig in Kohle und Erdöl gespeichert. Ein Speicher ist ein Bestand; ein Fluss überträgt Kohlenstoff zwischen Beständen. Bei der Fotosynthese gelangt Kohlenstoff aus CO₂ in organische Stoffe. Bei der Zellatmung wird aus organischen Stoffen wieder CO₂ frei; auch Pflanzen betreiben Zellatmung. Über Nahrung kann Kohlenstoff von einer Pflanze in einen Pflanzenfresser und weiter in einen Fleischfresser gelangen. Destruenten setzen beim Abbau verbliebener Reste ebenfalls Kohlenstoff frei.
Verbrennung von Kohle oder Erdöl bringt zusätzlich langfristig gespeicherten Kohlenstoff als CO₂ in die Atmosphäre. Das verändert ihre Kohlenstoffbilanz und verstärkt den Treibhauseffekt. Der Kohlenstoff wird dabei nicht neu erzeugt, sondern verlagert.
Definition
Kohlenstoffkreislauf
Der Kohlenstoffkreislauf beschreibt, wie Kohlenstoff zwischen Luft, Produzenten, Konsumenten, Destruenten und weiteren Speichern übertragen wird.
Beispiel: Ein möglicher Kohlenstoffweg
- 1CO₂ aus der Luft gelangt durch Fotosynthese in die Biomasse einer Wiesenpflanze.
- 2Ein Pflanzenfresser frisst Pflanzenteile und übernimmt ein Kohlenstoffatom.
- 3Ein Fleischfresser kann den Kohlenstoff durch Fraß des Pflanzenfressers übernehmen.
- 4Bei Zellatmung kann das Atom als CO₂ in die Umwelt zurückkehren.
- 5Bleibt es in totem Material, können Destruenten den Kohlenstoff später freisetzen.
Teste dich
Mit der Nahrung werden Stoffe und chemisch gebundene Energie gemeinsam weitergegeben. Pflanzen nutzen Lichtenergie, um energiereiche Stoffe aufzubauen. Konsumenten übernehmen mit der Nahrung einen Teil dieser Energie. Auf jeder Trophiestufe, also Ernährungsstufe, wird Energie für Lebensvorgänge genutzt und schließlich als Wärme abgegeben. Nicht alle Körperteile werden gefressen oder verdaut. Deshalb erreicht nur ein Teil der aufgenommenen Energie die nächste Stufe.
Als grobe Faustregel werden manchmal etwa 10 % der Energie an die nächste Trophiestufe weitergegeben. Bei 100 Energieeinheiten wären das ungefähr 10; rund 90 erreichten die nächste Stufe nicht. Der genaue Anteil hängt vom Ökosystem und den Organismen ab. Stoffe können nach Abbau erneut aufgenommen werden; nutzbare Energie muss dem System fortlaufend zugeführt werden, meist als Sonnenlicht.
Beispiel: Energie in einer Waldkette
- 1Fichte → Borkenkäfer → Specht → Sperber beschreibt die Nahrungskette aus dem Ausgangsbeispiel.
- 2Der Borkenkäfer erhält nur einen Teil der in Fichtenbiomasse gebundenen Energie.
- 3Der Specht erhält wiederum nur einen Teil der Energie aus dem Borkenkäfer.
- 4Die oft genannte 10-%-Weitergabe ist eine grobe Faustregel, kein fester Wert für diese Kette.
Merke: Stoffe können erneut aufgenommen werden. Energie fließt gerichtet durch das Ökosystem und wird als Wärme abgegeben. Neue nutzbare Energie kommt hauptsächlich als Sonnenlicht hinzu.
Teste dich
Wähle zuerst das Gebiet und den Stoff, den du verfolgen willst. Markiere seine Speicher in Luft, Wasser, Boden und Biomasse. Ordne jedem Pfeil einen Vorgang zu: Fotosynthese, Nahrungsaufnahme, Zellatmung, Zersetzung oder auch Verbrennung. Prüfe dann, wie freigesetzte Stoffe von Produzenten erneut aufgenommen werden können.
Ein Nahrungspfeil zeigt die Weitergabe an einen Fresser, nicht den ganzen Kreislauf. Destruenten bauen Reste von Produzenten und allen Konsumentenstufen ab. Pflanzen betreiben neben Fotosynthese auch Zellatmung. Das Ökosystem ist offen: Stoffe können hinein- und hinausgelangen. Auch die grobe 10-%-Faustregel ersetzt keine Untersuchung der tatsächlichen Energieübertragung.
Beispiel
- 1In einem See nehmen Algen Kohlenstoffdioxid auf. Wasserflöhe fressen die Algen, Fische fressen Wasserflöhe. Bakterien und andere Destruenten bauen tote Organismen und Ausscheidungen ab.
- 2Speicher: Kohlenstoffdioxid im Wasser sowie Kohlenstoff in Algen, Wasserflöhen, Fischen und abgestorbenem Material.
- 3Natürliche Flüsse: Fotosynthese, Nahrungsaufnahme, Zellatmung und Zersetzung.
- 4Rückführung: Zellatmung und Zersetzung setzen Kohlenstoffdioxid frei, das Algen erneut aufnehmen können.
Beispiel: So gehst du vor
- 1Lege das System fest. Entscheide, welches Ökosystem du betrachtest.
- 2Markiere Speicher. Suche Stoffe in Luft, Wasser, Boden und Biomasse.
- 3Ordne Flüsse zu. Frage bei jedem Pfeil: Welcher Vorgang überträgt den Stoff? Mögliche Antworten sind Fotosynthese, Nahrungsaufnahme, Zellatmung, Zersetzung oder Verbrennung.
- 4Prüfe die Rückführung. Zeige, wie Produzenten freigesetzte Stoffe wieder aufnehmen können.
Teste dich
Alles auf einen Blick
Stoffkreislauf
Produzenten
nehmen anorganische Stoffe auf und bilden Biomasse
Konsumenten
übernehmen Stoffe über Nahrung
Destruenten
führen Stoffe aus Resten zurück
Kohlenstoff
fließt zwischen Luft, Biomasse und weiteren Speichern
Energie
gelangt als Licht hinein und fließt gerichtet weiter
Menschlicher Zusatzfluss
Verbrennung setzt gespeicherten Kohlenstoff frei
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Stoffweg in einem Bach beschreiben
- 1Untersucht wird Kohlenstoff in einem Bachabschnitt. CO₂ in der Luft und Kohlenstoff in einem Uferbaum sind Speicher.
- 2Der Uferbaum bindet CO₂ durch Fotosynthese in seiner Biomasse.
- 3Ein Blatt fällt in den Bach. Bakterien bauen es ab; dabei kann Kohlenstoff als CO₂ im Wasser frei werden.
- 4Wasserpflanzen können dieses CO₂ aufnehmen. Bachwasser kann gelösten Kohlenstoff aus dem untersuchten Abschnitt tragen.
Fehler finden
Prüfe das Modell einer Hecke In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 3Richtig: Die Stoffe der Raupe verschwinden nicht. Sie können in anderen Organismen oder in der unbelebten Umwelt weitergegeben und umgewandelt werden.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Ein führt Stoffe wiederholt durch Umwelt und Lebewesen. Destruenten bauen ab. Energie verlässt das System schließlich als .
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback