Biologie · Klasse 8–9 · aktualisiert
Kohlenstoffkreislauf: Speicher und Flüsse verstehen
Verfolge Kohlenstoff zwischen Luft, Lebewesen, Wasser und Gestein und prüfe, wie zusätzliche Flüsse die Bilanz verändern.
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Kurz gesagt
Der Kohlenstoffkreislauf beschreibt den Austausch von Kohlenstoff zwischen Atmosphäre, Lebewesen, Gewässern und Gestein. Fotosynthese bindet CO₂ in Biomasse; Zellatmung und Zersetzung setzen es frei. Verbrennung führt Kohlenstoff aus langfristigen Speichern rasch in die Atmosphäre.
Im Kohlenstoffkreislauf wechselt Kohlenstoff ständig zwischen Luft, Lebewesen, Boden, Wasser und Gestein. Fotosynthese bindet Kohlenstoff aus Kohlenstoffdioxid, während Zellatmung, Zersetzung und Verbrennung ihn wieder freisetzen. Auf dieser Seite lernst du, Kohlenstoffspeicher und Stoffflüsse zu unterscheiden, ein Kohlenstoffatom durch ein Ökosystem zu verfolgen und menschliche Zusatzflüsse in einer Bilanz zu erkennen.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Ein Kohlenstoffspeicher ist ein Bestand, etwa Kohlenstoff in der Luft, in Pflanzen, im Boden oder im Wasser. Ein Fluss ist ein Vorgang, der Kohlenstoff zwischen Speichern transportiert. Dazu zählen Fotosynthese, Nahrung, Zellatmung, Zersetzung und Verbrennung.
Eine Senke nimmt im festgelegten Zeitraum insgesamt mehr Kohlenstoff auf, als sie abgibt. Eine Quelle gibt mehr ab, als sie aufnimmt. Beides beschreibt eine Bilanz, nicht eine feste Eigenschaft: Ein Wald kann wachsen und Kohlenstoff aufnehmen, nach Rodung und Verbrennung aber zur Quelle werden.
Definition
Kohlenstoffspeicher
Ein Kohlenstoffspeicher enthält Kohlenstoff für eine bestimmte Zeit. Beispiele sind die Atmosphäre, Pflanzen, Tiere, Böden, Gewässer, Sedimente und Gesteine.
Merke: Ein Speicher ist ein Ort oder Bestand. Ein Fluss ist ein Vorgang. Quelle und Senke beschreiben die Bilanz eines Speichers in einem bestimmten Zeitraum.
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Pflanzen und Phytoplankton nehmen CO₂ aus Luft oder Wasser auf. Mit Licht bauen sie bei der Fotosynthese Zucker und weitere Biomasse auf: 6 CO₂ + 6 H₂O → C₆H₁₂O₆ + 6 O₂. Die Energie liefert das Licht; die Kohlenstoffatome stammen aus CO₂.
Bei aerober Zellatmung gilt für die vereinfachte Stoffbilanz die umgekehrte Richtung: C₆H₁₂O₆ + 6 O₂ → 6 CO₂ + 6 H₂O. Pflanzen, Tiere und viele Mikroorganismen betreiben Zellatmung. Pflanzen atmen auch nachts, wenn ohne Licht keine Fotosynthese stattfindet. Über Nahrung gelangt Kohlenstoff zu Tieren. Aus Ausscheidungen und totem Material setzen Destruenten ihn wieder frei; bei Abbau ohne Sauerstoff kann auch Methan (CH₄) entstehen.
Beispiel: Ein Kohlenstoffatom im Schilfgürtel
- 1CO₂ aus der Luft löst sich im Uferwasser.
- 2Eine Wasserpflanze nimmt gelöstes CO₂ auf und baut dessen Kohlenstoff bei der Fotosynthese in Biomasse ein.
- 3Eine Schnecke frisst abgestorbene Pflanzenteile und übernimmt den Kohlenstoff.
- 4Bei der Zellatmung der Schnecke kann er als CO₂ ins Wasser zurückkehren.
- 5Bleibt er in Resten, bauen Destruenten diese ab und setzen Kohlenstoff frei.
Definition
Destruenten
Destruenten sind zersetzende Organismen, vor allem Bakterien und Pilze. Sie bauen Ausscheidungen und abgestorbene Biomasse ab und führen darin gebundenen Kohlenstoff in den Kreislauf zurück.
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Zwischen Luft und Wasser wird CO₂ in beide Richtungen ausgetauscht. Ob ein Gewässer insgesamt aufnimmt oder abgibt, hängt unter anderem vom Unterschied des CO₂-Partialdrucks und von der Temperatur ab. Gelöstes CO₂ kann mit Wasser reversibel Kohlensäure bilden: CO₂ + H₂O ⇌ H₂CO₃. Dazu gehören auch Hydrogencarbonat und Carbonat. Aus Carbonat und Calciumionen kann Calciumcarbonat (CaCO₃) entstehen, aus dem manche Organismen Kalkschalen bauen. Sinken Schalen ab und werden zu Sediment, kann Kohlenstoff lange gebunden bleiben. Auch Phytoplankton bindet gelöstes CO₂; ein Teil seiner Biomasse wird zersetzt, ein anderer sinkt in tiefere Schichten.
Der kurze biologische Austausch dauert Tage bis Jahre. Geologische Speicherung und Austausch können Zehntausende bis Millionen Jahre umfassen. Kohle, Erdöl und Erdgas entstanden je nach Ausgangsmaterial unter Bedingungen wie Sauerstoffabschluss und Druck über lange Zeit. Ihre Verbrennung bringt gespeicherten Kohlenstoff rasch als CO₂ in die Luft. Rodung verringert Biomasse als Speicher. Wenn die Zuflüsse in die Atmosphäre ihre Abflüsse im selben Zeitraum übersteigen, wächst ihr Kohlenstoffbestand. Mehr CO₂ im Wasser kann den pH-Wert senken und den Aufbau von Kalkschalen erschweren.
Merke: Verbrennung erzeugt keinen neuen Kohlenstoff. Sie verschiebt bereits vorhandenen Kohlenstoff sehr schnell aus einem langfristigen Speicher in die Atmosphäre.
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Wähle zuerst Gebiet, Speicher und Zeitraum. Für einen Speicher gilt: Änderung des Bestands = Zuflüsse − Abflüsse. Ohne Mengenangaben lässt sich nur eine qualitative Bilanz erstellen: Du kannst Flüsse benennen, aber die Gesamtänderung nicht berechnen.
Markiere Atmosphäre, Biomasse, Boden, Wasser, Sedimente und gegebenenfalls fossile Lagerstätten. Ordne danach Fotosynthese, Nahrung, Zellatmung, Zersetzung, Sedimentation und Luft-Wasser-Austausch zu. Ergänze menschliche Eingriffe wie Rodung oder Verbrennung. Vergleiche erst dann Zu- und Abflüsse für den gewählten Speicher. Fehlen Mengen, bleibt offen, ob sein Gesamtbestand wächst oder sinkt.
Beispiel
- 1Ein Wald liegt an einem See. Pflanzen nehmen CO₂ auf, Tiere fressen Pflanzen, tote Biomasse wird zersetzt und ein Teil des Materials gelangt in den See. Zusätzlich werden Bäume gefällt und verbrannt.
- 2Speicher: Atmosphäre, Pflanzen, Tiere, Boden, Seewasser und Sediment.
- 3Natürliche Flüsse: Fotosynthese zur Pflanzenbiomasse; Nahrung zu Tieren; Zellatmung und Zersetzung zurück zur Atmosphäre; Eintrag in den See und mögliche Sedimentation.
- 4Menschlicher Zusatzfluss: Verbrennung transportiert Kohlenstoff aus der Biomasse in die Atmosphäre.
- 5Folgerung: Der Kohlenstoffspeicher der Pflanzen nimmt durch das Fällen ab. Der atmosphärische Speicher erhält einen zusätzlichen Zufluss. Wie groß die Gesamtänderung ist, lässt sich ohne Mengenangaben nicht berechnen.
Beispiel: Gehe in fünf Schritten vor
- 1Systemgrenze festlegen: Entscheide, welches Gebiet und welchen Zeitraum du untersuchst.
- 2Speicher markieren: Suche Atmosphäre, Biomasse, Boden, Wasser, Sedimente und gegebenenfalls fossile Lagerstätten.
- 3Natürliche Flüsse einzeichnen: Ordne Fotosynthese, Nahrung, Zellatmung, Zersetzung, Sedimentation und den Luft-Wasser-Austausch zu.
- 4Menschliche Zusatzflüsse ergänzen: Prüfe Verbrennung, Rodung oder andere Eingriffe.
- 5Bilanz beurteilen: Vergleiche für jeden Speicher Zuflüsse und Abflüsse. Kennzeichne ihn im gewählten Zeitraum als zunehmend, abnehmend oder nicht entscheidbar.
Teste dich
Alles auf einen Blick
Kohlenstoffkreislauf
Speicher
Atmosphäre, Biomasse, Boden, Wasser, Sediment und Gestein
Aufnahme
Fotosynthese und Lösung im Wasser
Weitergabe
Nahrung und Transport zwischen Land und Wasser
Rückgabe
Zellatmung, Zersetzung, Ausgasung und Verbrennung
Langzeitspeicherung
Böden, Sedimente, Kalk und fossile Lagerstätten
Menschlicher Zusatzfluss
Verbrennung und Verlust von Biomasse
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Kohlenstoffbilanz eines Moorbodens
- 1In einem Moor wird Torf abgetragen und verbrannt. Lege den Torfboden als Speicher und ein Jahr als Zeitraum fest.
- 2Der Abtrag vermindert den Torfspeicher; die Verbrennung führt einen zusätzlichen Kohlenstofffluss zur Atmosphäre.
- 3Pflanzen können zugleich Kohlenstoff binden und neues Torfmaterial liefern.
- 4Ohne Mengen zu Abtrag, Neubildung und weiteren Flüssen ist die Gesamtänderung des Moors nicht berechenbar.
Fehler finden
Prüfe die Bilanz eines Stadtparks In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 3Richtig: Ob die Bäume eine Senke sind, hängt vom Vergleich aller Zuflüsse und Abflüsse im selben Jahr ab. Ein einzelner Zufluss genügt nicht.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Ein enthält Kohlenstoff. Fotosynthese ist ein . Nimmt ein Bestand im betrachteten Zeitraum mehr auf als er abgibt, ist er eine .
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
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