Biologie · Klasse 7–8 · aktualisiert
Energiefluss im Ökosystem einfach erklärt
Verfolge die Energie von den Produzenten über Konsumenten bis zu Zersetzern und prüfe die 10-%-Regel als Modell.
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Kurz gesagt
Der Energiefluss beschreibt, wie Energie meist als Sonnenlicht ins Ökosystem gelangt, in Biomasse gespeichert und über Nahrung weitergegeben wird. Bei Lebensvorgängen wird Energie schließlich als Wärme abgegeben; Stoffe können dagegen erneut genutzt werden.
Energiefluss heißt: Energie gelangt meist als Licht ins Ökosystem. Produzenten speichern einen Teil in organischen Stoffen. Konsumenten und Destruenten nutzen diese Stoffe. Bei Lebensvorgängen wird Energie schließlich als Wärme abgegeben. Neue Energie muss deshalb von außen kommen.
Deine Lernziele
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4 Abschnitte
Pflanzen, Algen und manche Bakterien nutzen bei der Fotosynthese Lichtenergie. Sie bauen aus anorganischen Stoffen organische Stoffe wie Zucker auf. In diesen Stoffen ist chemische Energie gespeichert. Pflanzen und Algen benötigen zum Wachsen auch Mineralstoffe. Die meisten Nahrungsketten beginnen bei solchen Produzenten; manche Bakterien nutzen statt Licht chemische Energie aus anorganischen Stoffen.
Frisst ein Tier einen Produzenten, gelangt ein Teil der gespeicherten Energie mit der Nahrung zu ihm. In einer Nahrungskette zeigen die Pfeile von der Nahrung zum Fresser. Die Position eines Organismus heißt Trophiestufe: Produzenten stehen auf Stufe 1, Pflanzenfresser als Primärkonsumenten meist auf Stufe 2 und ihre Fresser auf Stufe 3.
Definition
Produzenten
Produzenten bauen aus anorganischen Ausgangsstoffen organische Biomasse auf. Pflanzen und Algen nutzen dazu meist Lichtenergie.
Beispiel: Energie in einer Waldkette
- 1Betrachte Baum → Raupe → Singvogel → Greifvogel. Das Sonnenlicht ist die Energiequelle, aber kein gefressenes Glied der Kette.
- 2Der Baum ist Produzent; Raupe, Singvogel und Greifvogel sind nacheinander Primär-, Sekundär- und Tertiärkonsumenten.
- 3Jeder Pfeil zeigt, zu welchem Fresser chemisch gespeicherte Energie mit Nahrung gelangt.
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Ein Organismus baut nur einen Teil der aufgenommenen Energie in neue eigene Biomasse ein. Er nutzt Energie für Zellatmung, Stoffwechsel, Bewegung und Wachstum; dabei wird Energie schließlich als Wärme abgegeben. Außerdem werden nicht alle Körperteile gefressen und nicht alle gefressenen Bestandteile verdaut. „Energieverlust“ bedeutet also nicht, dass Energie verschwindet: Sie steht nur der nächsten Stufe nicht als chemische Energie in neuer Biomasse zur Verfügung. Ungefressene Reste können Zersetzern noch Energie liefern.
Die 10-%-Regel ist eine grobe Modellannahme. Sie setzt die Energie in neu gebildeter Biomasse aufeinanderfolgender Stufen im selben Gebiet und Zeitraum ins Verhältnis: Etwa ein Zehntel wird in neue Biomasse der nächsten Stufe überführt. Der wirkliche Anteil kann je nach Ökosystem abweichen. Das Modell sagt weder, dass jedes Tier genau ein Zehntel seiner Nahrung als Körpermasse ansetzt, noch dass die übrige Energie vollständig und sofort zu Wärme wird.
Merke: Zu höheren Trophiestufen steht gewöhnlich weniger Energie in neuer Biomasse bereit. Das begrenzt die Länge vieler Nahrungsketten, legt aber keine feste Höchstzahl fest.
Beispiel: Zwei Übergänge im Modell
- 1Setze für die neu gebildete Produzentenbiomasse 100 Energieeinheiten im selben Gebiet und Zeitraum an.
- 2Nach einem Übergang ergeben sich im 10-%-Modell 100 × 0,1 = 10 Energieeinheiten in neuer Biomasse der Primärkonsumenten.
- 3Nach dem zweiten Übergang ergeben sich 10 × 0,1 = 1 Energieeinheit in neuer Biomasse der Sekundärkonsumenten.
- 4Die Zahlen sind Modellwerte, keine Messwerte für einen bestimmten Wald.
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Energie fließt auch über Detritus: tote Organismen, abgefallene Blätter und Ausscheidungen. Destruenten wie viele Pilze und Bakterien bauen diese Reste ab; Bodentiere können sie zerkleinern. Dabei nehmen die Zersetzer chemische Energie auf und nutzen sie für ihre Lebensvorgänge. Auch bei ihnen wird Energie schließlich als Wärme abgegeben.
Der Weg über lebende Nahrung und der Weg über Detritus sind verbunden. Tote Reste und Ausscheidungen können von Produzenten und Konsumenten verschiedener Stufen stammen. Destruenten stehen deshalb nicht bloß als letztes Glied hinter einer einzigen Kette.
Definition
Destruenten
Destruenten zersetzen organische Reste. Viele Pilze und Bakterien gehören dazu; Bodentiere können das Material zerkleinern.
| Weg | Energie geht weiter zu |
|---|---|
| Lebende Nahrung | Produzent → Pflanzenfresser → dessen Fresser |
| Detritus | Tote Reste und Ausscheidungen → Destruenten |
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Mit Nahrung gelangen Stoffe und Energie zu Konsumenten. Destruenten führen Stoffe aus organischen Resten in anorganische Formen über. Produzenten können solche Stoffe erneut aufnehmen. Energie aus der Nahrung wird dagegen bei Lebensvorgängen umgewandelt und schließlich als Wärme abgegeben. Sie fließt nicht als nutzbare Energie zu Produzenten zurück; meist liefert Sonnenlicht neue Energie.
In einem Nahrungsnetz verteilt sich Energie auf mehrere Wege. Welche Rolle ein Tier dabei hat, hängt von der betrachteten Nahrung ab: Frisst ein Vogel eine pflanzenfressende Raupe, ist er in diesem Weg Sekundärkonsument. Frisst er eine Eidechse, die zuvor die Raupe gefressen hat, ist er in diesem anderen Weg Tertiärkonsument. Entscheidend ist die konkrete Fraßbeziehung.
| Energiefluss | Stoffkreislauf |
|---|---|
| Neue Energie gelangt meist als Licht hinein. | Stoffe stammen aus Ökosystem und Umgebung. |
| Chemische Energie wird mit Nahrung übertragen. | Stoffe werden aufgenommen und umgebaut. |
| Energie wird schließlich als Wärme abgegeben. | Durch Zersetzung werden Stoffe erneut nutzbar. |
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Alles auf einen Blick
Energiefluss
Eingang
Licht liefert meist neue Energie.
Speicherung
Produzenten binden einen Teil in organischen Stoffen.
Weitergabe
Nahrung und Detritus führen zu Konsumenten und Destruenten.
Abnahme
Nur ein Teil gelangt in neue Biomasse der nächsten Stufe.
Abgrenzung
Energie fließt gerichtet, Stoffe können kreisen.
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Energie in einem Wiesenmodell berechnen
- 1Aufgabe: In einem Modell enthalten neu gebildete Gräser 200 Energieeinheiten. Rechne mit 10 % je Übergang.
- 2Für pflanzenfressende Feldmäuse ergibt das 200 × 0,1 = 20 Energieeinheiten in neuer Biomasse.
- 3Für einen Fresser der Feldmäuse ergibt das 20 × 0,1 = 2 Energieeinheiten.
- 4Das Ergebnis gilt für das Modell; die wirkliche Weitergabe kann abweichen.
Fehler finden
Energie eines Bachmodells prüfen In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 3Richtig: Die 5 Energieeinheiten sind nur ein Modellwert. Die 10-%-Regel ist eine Näherung, kein exakter Messwert für jeden Bach.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
speichern Lichtenergie zuerst in organischen Stoffen. Für die nächste Stufe wird nur ein Teil in neue eingebaut. Destruenten machen erneut für Produzenten verfügbar.
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback