Biologie · Klasse 8–9 · aktualisiert
Sukzession: Arten, Stadien und Beispiele
Verfolge, wie Lebensgemeinschaften nach einem Neubeginn oder einer Störung wechseln und weshalb ein Wald in Bewegung bleibt.
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Kurz gesagt
Sukzession ist der Wandel der Lebensgemeinschaft an einem Standort über längere Zeit. Auf neuem Untergrund ohne entwickelten Boden beginnt eine Primärsukzession; nach einer Störung mit erhaltenem Boden oder biologischen Resten eine Sekundärsukzession. Die Abfolge hängt von den Bedingungen vor Ort ab.
Auf einer gestörten Fläche können erst kleine Pflanzen, später Sträucher und Bäume wachsen. Sukzession beschreibt den Wechsel der gesamten Lebensgemeinschaft an einem Standort. Du lernst, den Ausgangszustand zu prüfen, Stadien zu ordnen und Veränderungen durch Licht, Boden und neue Störungen zu erklären.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Nach einem Brand, Sturm oder Vulkanausbruch können sich die Organismen an einem Ort über längere Zeit verändern. Es geht um die Lebensgemeinschaft aus Populationen verschiedener Arten: Pflanzen, Tiere, Pilze und Mikroorganismen. Licht, Wasser, Temperatur und Boden sind dagegen Einflüsse der unbelebten Umwelt.
Arten besiedeln den Standort und verändern ihn, etwa durch Schatten oder abgestorbenes Material. Dadurch entstehen Bedingungen für weitere Arten; frühere Bewohner können zurückgehen. Entscheidend ist der Wechsel der Artenzusammensetzung, nicht bloß eine steigende Artenzahl.
Definition
Sukzession
Sukzession bezeichnet den Wandel der Lebensgemeinschaft an einem Standort über längere Zeit. Er kann auf einer neuen Fläche oder nach einer Störung beginnen und hängt von den jeweiligen Umweltbedingungen ab.
Merke: Bei Sukzession ändert sich die Artenzusammensetzung. Mehr Arten in jedem Schritt sind keine Voraussetzung.
Beispiel: Wie Organismen den Standort verändern
- 1Zuerst besiedeln geeignete Arten den Standort.
- 2Die Organismen verändern Licht, Boden oder Feuchtigkeit am Ort.
- 3Unter den neuen Bedingungen können weitere Arten hinzukommen.
- 4Andere Arten verlieren geeignete Bedingungen und gehen möglicherweise zurück.
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Frage zuerst, was vor der Besiedlung vorhanden ist. Auf frischer Lava oder einer nach Gletscherrückzug freigelegten Fläche fehlen eine frühere Lebensgemeinschaft und ein entwickelter Boden. Die ersten Organismen müssen mit wenig entwickelten Standortbedingungen zurechtkommen.
Nach Waldbrand, Sturmwurf oder Kahlschlag bleibt dagegen meist Boden zurück. Samen, Wurzeln, Mikroorganismen oder überlebende Tiere können die Wiederbesiedlung erleichtern. Die Unterscheidung richtet sich nach der Ausgangslage, nicht nach der Größe der ersten sichtbaren Pflanzen.
Definition
Primärsukzession
Primärsukzession ist die Erstbesiedlung eines neu entstandenen oder zuvor weitgehend unbelebten Standorts ohne frühere Lebensgemeinschaft und ohne entwickelten Boden.
Definition
Sekundärsukzession
Sekundärsukzession ist die Wiederbesiedlung eines gestörten Standorts, an dem Boden, Organismen oder andere biologische Reste geblieben sind.
Beispiel: Lavafeld und Sturmwurf
- 1Auf einem frischen Lavafeld fehlen eine frühere Lebensgemeinschaft und entwickelter Boden. Das ist Primärsukzession.
- 2Nach einem Sturmwurf bleiben im Wald gewöhnlich Boden und Organismen erhalten. Dort beginnt eine Sekundärsukzession.
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Das Grundmodell unterscheidet Initialstadium, Folgestadien und Klimaxstadium. Die Übergänge sind fließend; manche Darstellungen unterteilen die Folgestadien weiter oder ergänzen eine Zerfallphase. Ein Übergangsstadium ist ein genauer beschriebenes Folgestadium, keine andere Grundentwicklung.
Im Initialstadium besiedeln Pionierarten die Fläche. Je nach Ort können das Mikroorganismen, Pilze, Flechten, Moose, Gräser oder Farne sein. Häufig gibt es zunächst wenig Biomasse, wenige Arten und einfache Nahrungsbeziehungen. Abgestorbenes Material kann zum Bodenaufbau beitragen; Pflanzen können Feuchtigkeit halten und Licht sowie Nährstoffangebot verändern.
In Folgestadien siedeln weitere Pflanzen und Tiere. Biomasse, Vernetzung, Konkurrenz und Artenvielfalt nehmen häufig zu. Höhere Pflanzen beschatten kleinere. Frühe Arten können dadurch wieder zurückgehen. Unter annähernd gleichbleibenden äußeren Bedingungen kann eine relativ stabile, vernetzte Gemeinschaft entstehen: das Klimaxstadium. Dort laufen Wachstum, Tod und Zersetzung weiter; nur die Zusammensetzung des Gesamtsystems ändert sich vergleichsweise wenig.
Nach Brand oder Kahlschlag kann auf erhaltenem Boden zuerst eine offene Vegetation aus Gräsern, Moosen, Farnen und Kräutern entstehen. Darauf können Sträucher wie Brombeeren oder Holunder, ein Pionierwald mit Birken oder Kiefern und später größere Bäume wie Buchen oder Eichen folgen. Ein dichteres Kronendach lässt weniger Licht zum Boden; lichtbedürftige Kräuter können zurückgehen. Das ist eine mögliche Folge, kein fester Artenplan oder Zeitplan. Klima, Wasser, Boden, verbliebene Organismen und neue Störungen verändern sie.
Merke: Die Stadien sind ein Modell mit fließenden Grenzen und ohne feste Dauer. Der Verlauf hängt vom Standort und weiteren Störungen ab.
Beispiel: Mögliche Entwicklung nach Waldbrand
- 1Auf erhaltenem Boden erscheinen Gräser, Moose, Farne und Kräuter.
- 2Sträucher wie Brombeeren oder Holunder werden höher und verstärken die Konkurrenz um Licht.
- 3Birken oder Kiefern können einen Pionierwald bilden.
- 4Wenn das Kronendach dichter wird, erreicht weniger Licht den Boden; lichtbedürftige Kräuter gehen zurück.
- 5Später können Buchen oder Eichen die Gemeinschaft prägen. Die tatsächliche Artenfolge hängt vom Standort ab.
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Ein Klimaxstadium ist ein relativ stabiler Zustand unter annähernd gleichbleibenden Bedingungen, kein Stillstand. Organismen wachsen und sterben; Stoffe werden aufgebaut und zersetzt. Fällt ein Baum um, erreicht mehr Licht den Boden. Auf dieser Lichtung können Gräser, Farne oder Sträucher wachsen, bevor wieder größere Bäume nachkommen. So können Teilflächen eines Waldes gleichzeitig in verschiedenen Stadien sein.
Auch Seen können sich verändern. Sedimente und abgestorbene Pflanzen lagern sich ab und machen das Becken allmählich flacher. Wasser- und Uferpflanzen können sich ausbreiten; ihre Reste liefern weiteres Material. Unter passenden Bedingungen können Sumpf- oder Moorflächen und später auf dem ehemaligen Seegrund ein anderes Ökosystem, etwa ein Wald, entstehen. Diese Verlandung ist ein möglicher Weg ohne überall gleiche Dauer oder feste Endform. Beobachtet man Schilf, kleiner werdende freie Wasserflächen und abgelagerte Pflanzenreste, passt das zu dieser Deutung; es belegt keinen festen Zeitplan.
Sukzession führt nicht zwangsläufig zu mehr Arten oder größerer Komplexität. Nach starker Beeinträchtigung kann eine einfacher aufgebaute Gemeinschaft eine zuvor entwickelte ersetzen. Das nennt man regressive Sukzession.
Definition
Fließgleichgewicht
Im Fließgleichgewicht laufen Aufbau und Abbau weiter und gleichen sich ungefähr aus. Eine relativ stabile Gesamtgemeinschaft steht deshalb nicht still.
Definition
Mosaik-Zyklus-Konzept
Das Mosaik-Zyklus-Konzept beschreibt nebeneinanderliegende Teilflächen in verschiedenen Entwicklungsstadien. Lokale Störungen können auf einzelnen Flächen einen neuen Sukzessionsverlauf anstoßen.
Beispiel: Beobachtung am See und mögliche Deutung
- 1Über längere Zeit breitet sich Schilf vom Ufer aus; offene Wasserflächen werden kleiner und Pflanzenreste lagern sich ab.
- 2Die Beobachtungen passen zu einer Verlandung. Material und Bewuchs verändern den Lebensraum, sodass andere Gemeinschaften möglich werden.
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Alles auf einen Blick
Sukzession
Ausgangslage
neue unbelebte Fläche: Primärsukzession; gestörter Standort mit Resten: Sekundärsukzession
Grundverlauf
Initialstadium mit Pionierarten; Folgestadien mit wachsender Konkurrenz; relativ stabiles Klimaxstadium
Ursachen der Veränderung
Licht, Wasser, Boden und Nährstoffe; Beschattung, Biomasseaufbau und Konkurrenz; Feuer, Sturm und menschliche Eingriffe
Dynamik
Fließgleichgewicht statt Stillstand; lokale Neuanfänge im Waldmosaik
Beispiele
Waldentwicklung nach Brand oder Kahlschlag; Verlandung eines Sees
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Eine verlassene Gartenfläche einordnen
- 1Ein Garten wird nicht mehr genutzt. Der Boden bleibt, ebenso Wurzeln und Samen im Boden.
- 2Prüfe zuerst die Ausgangslage: Ein entwickelter Boden und biologische Reste sind vorhanden.
- 3Damit kann eine Sekundärsukzession beginnen. Zunächst erscheinen auf der offenen Fläche Kräuter und Gräser.
- 4Unter passenden Bedingungen können später Sträucher aufkommen; die tatsächliche Folge hängt von Licht, Wasser, Boden und weiteren Störungen ab.
Fehler finden
Freigelegter Fels nach Gletscherrückzug In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 3Die Pflanzengröße ist kein Unterscheidungsmerkmal. Richtig: Ohne entwickelte Böden und Reste einer früheren Gemeinschaft ist diese Erstbesiedlung Primärsukzession.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Robuste erste Besiedler heißen . Sie prägen das . Wenn weitere Arten hinzukommen und die Konkurrenz zunimmt, befinden wir uns in den . Eine relativ stabile spätere Gemeinschaft wird dem Klimaxstadium zugeordnet.
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback