Biologie · Klasse 8–9 · aktualisiert
Umweltfaktoren: biotisch und abiotisch erklärt
Du lernst, Einflüsse aus der belebten und unbelebten Umwelt zu unterscheiden und ihre gemeinsame Wirkung zu erklären.
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Kurz gesagt
Umweltfaktoren sind Einflüsse auf Lebewesen. Licht und Temperatur sind abiotisch, weil sie zur unbelebten Umwelt gehören. Konkurrenz und Parasitismus sind biotisch, weil Lebewesen daran beteiligt sind.
Umweltfaktoren sind Einflüsse der Umwelt auf Lebewesen. Sie können Wachstum, Entwicklung, Verhalten, Verbreitung und Überleben fördern oder beeinträchtigen. Entscheidend ist die Unterscheidung: Abiotische Faktoren stammen aus der unbelebten Umwelt, biotische Faktoren aus der belebten Umwelt. Auf dieser Seite lernst du, Umweltfaktoren zuzuordnen und ihre gemeinsame Wirkung in einem Ökosystem zu erklären.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Ein See wird nicht nur durch die Lebewesen geprägt, die du dort siehst. Auch Temperatur, Licht, Sauerstoffgehalt und Salzgehalt beeinflussen, welche Arten vorkommen und wie sie leben können. Umweltfaktoren können direkt oder indirekt wirken. Temperatur kann zum Beispiel unmittelbar die Aktivität eines Tieres beeinflussen. Sie kann zugleich den Sauerstoffgehalt eines Gewässers verändern und dadurch indirekt auf Wasserorganismen wirken.
Definition
Umweltfaktor
Ein Umweltfaktor ist ein Einfluss der lebenden oder unbelebten Umwelt, der auf ein Lebewesen wirkt. Die Bezeichnungen ökologischer Faktor und Ökofaktor bedeuten dasselbe.
Merke: Frage bei der Einteilung nach dem Ursprung des Einflusses: Stammt er aus der unbelebten Natur oder geht er von einem Lebewesen aus?
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Abiotisch bedeutet „unbelebt“. Abiotische Umweltfaktoren sind physikalische oder chemische Bedingungen. An Land sind oft Licht, Wasser, Temperatur, Wind und Bodeneigenschaften wichtig. In Gewässern wirken unter anderem Temperatur, Sauerstoffgehalt, Salzgehalt, Strömung und pH-Wert.
Pflanzen benötigen Licht für die Fotosynthese. Der Wechsel von Licht und Dunkelheit beeinflusst die Aktivitätszeiten vieler Tiere. Temperatur beeinflusst bei Pflanzen Keimung, Wachstum, Atmung und Transpiration. Bei Tieren kann sie Aktivität, Verhalten und Entwicklung verändern. Wasser ist Bestandteil von Zellen und Lebensräumen; Bodenfeuchtigkeit und Luftfeuchtigkeit beeinflussen Organismen.
Abiotisch bedeutet nicht unveränderbar. Menschen können durch Abwasser den pH-Wert eines Sees verändern. Der pH-Wert bleibt eine chemische Bedingung der unbelebten Umwelt und damit abiotisch.
Definition
Abiotischer Umweltfaktor
Ein abiotischer Umweltfaktor stammt aus der unbelebten Natur. Beispiele sind Licht, Wasser, Temperatur, Wind, Luftfeuchtigkeit, pH-Wert, Sauerstoffgehalt und Bodenbeschaffenheit.
Beispiel
- 1Ein Lurch besitzt eine nackte, feuchte Haut.
- 2Deshalb ist er auf Lebensräume mit ausreichend hoher Luftfeuchtigkeit angewiesen.
- 3Die Luftfeuchtigkeit ist hier der abiotische Faktor.
- 4Seine Hautbeschaffenheit erklärt, warum dieser Faktor für das Tier wichtig ist.
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Biotisch bedeutet „belebt“. Ein biotischer Faktor geht von einem Lebewesen derselben oder einer anderen Art aus.
Konkurrenz entsteht, wenn Organismen dieselben begrenzten Ressourcen nutzen. Sie können um Nahrung, Lebensraum, Licht oder Fortpflanzungspartner konkurrieren. Das ist innerhalb einer Art und zwischen Arten möglich. Bei einer Räuber-Beute-Beziehung frisst der Räuber seine Beute. Ein Parasit profitiert und schädigt seinen Wirt. Bei einer Symbiose profitieren Individuen verschiedener Arten voneinander.
Definition
Biotischer Umweltfaktor
Ein biotischer Umweltfaktor entsteht durch Lebewesen oder durch ihre Wechselwirkungen. Dazu gehören Konkurrenz, Räuber-Beute-Beziehungen, Parasitismus und Symbiose.
Beispiel
- 1Eine Biene erhält an einer Blüte Pollen als Nahrung.
- 2Beim Blütenbesuch unterstützt sie die Bestäubung der Pflanze.
- 3Beide Arten profitieren: Ihre Beziehung ist eine Symbiose und damit ein biotischer Faktor.
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In einem Ökosystem wirkt ein Faktor selten allein. Abiotische Bedingungen beeinflussen Lebewesen. Diese beeinflussen einander und verändern auch die unbelebte Umwelt. Zwei Arten mit verschiedenen Temperaturvorlieben können unterschiedliche Bereiche nutzen. So begegnen sie sich seltener und konkurrieren weniger direkt.
Ordne ein Beispiel in drei Schritten ein: Benenne zuerst den Einfluss auf den Organismus. Prüfe dann, ob er aus der belebten oder unbelebten Umwelt stammt. Erkläre zuletzt die Folge für Wachstum, Verhalten, Entwicklung, Verbreitung oder Überleben. Entscheidend ist der wirkende Einfluss, nicht allein das betroffene Lebewesen.
Beispiel
- 1Wie hängen Licht, Wärme und Wasserangebot bei einer Pflanze zusammen?
- 2Bei hoher Lichtintensität kann die Umgebungstemperatur steigen. Dadurch kann die Wasserabgabe durch Transpiration zunehmen.
- 3Wird Wasser knapp, kann die Pflanze ihre Spaltöffnungen schließen. Dann ist auch die Fotosynthese eingeschränkt.
- 4Wenn zugleich wenig Wasser verfügbar ist, kann die Wirkungskette lauten: mehr Licht → höhere Temperatur → stärkere Transpiration → Wassermangel → Schließen der Spaltöffnungen → eingeschränkte Fotosynthese.
Merke: Eine Wirkungskette verbindet Umweltbedingung, Reaktion des Organismus und ökologische Folge.
Beispiel: Aufgabe: Ordne Wind, einen Parasiten und Bodenfeuchtigkeit ein.
- 1Wind: abiotisch, weil Luftbewegung eine physikalische Bedingung ist. Wind kann die Transpiration einer Pflanze erhöhen.
- 2Parasit: biotisch, weil ein Lebewesen auf Kosten eines Wirts lebt.
- 3Bodenfeuchtigkeit: abiotisch, weil sie eine Bedingung der unbelebten Umwelt beschreibt. Sie beeinflusst die Wasserversorgung von Pflanzen.
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Alles auf einen Blick
Umweltfaktoren
Abiotisch
Licht, Wasser, Temperatur, pH-Wert
Biotisch
Konkurrenz, Räuber-Beute, Parasitismus, Symbiose
Wirkungen
Wachstum, Entwicklung, Verhalten, Verbreitung
Zusammenspiel
Bedingungen, Reaktionen und Folgen
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Wind, Parasit und Bodenfeuchtigkeit zuordnen
- 1Aufgabe: Ein Gartenbeet ist windig, die Erde ist feucht und eine Pflanze trägt einen Parasiten. Ordne die drei Einflüsse ein.
- 2Wind ist eine Luftbewegung und daher abiotisch. Er kann die Transpiration der Pflanze erhöhen.
- 3Bodenfeuchtigkeit ist eine Bedingung der unbelebten Umwelt und daher abiotisch. Sie beeinflusst die Wasserversorgung.
- 4Der Parasit ist ein Lebewesen. Seine schädigende Beziehung zur Wirtspflanze ist biotisch.
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Fehler in Zeile 4Richtig: Auch von Bäumen verringerte Lichtmenge bleibt ein abiotischer Faktor. Die Konkurrenz um Licht ist biotisch; das Licht selbst ist unbelebt.
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Licht ist ein Faktor. Konkurrenz ist ein Faktor. Verändert ein Mensch den pH-Wert eines Sees, bleibt der pH-Wert ein Faktor.
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