Biologie · Klasse 12–13 · aktualisiert
Stickstoffkreislauf einfach erklärt
Verfolge Stickstoff von der Luft über Boden und Lebewesen zurück zur Atmosphäre und erkenne Folgen zusätzlicher Einträge.
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Kurz gesagt
Im Stickstoffkreislauf wird Luftstickstoff N₂ durch Fixierung in nutzbare Verbindungen überführt. Pflanzen nehmen Ammonium oder Nitrat auf; über Nahrung und Zersetzung wandert Stickstoff weiter. Nitrifikation bildet Nitrat, Denitrifikation kann bei Sauerstoffmangel Stickstoff an die Atmosphäre zurückgeben.
Der Stickstoffkreislauf zeigt, wie Stickstoff zwischen Atmosphäre, Boden oder Wasser und Lebewesen umgewandelt wird. Pflanzen können den Luftstickstoff N₂ nicht direkt nutzen. Erst Mikroorganismen überführen ihn in nutzbare Verbindungen; andere Mikroorganismen geben ihn später wieder als N₂ an die Atmosphäre zurück.
Deine Lernziele
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4 Abschnitte
Etwa 78 % des Volumens trockener Luft bestehen aus molekularem Stickstoff N₂. Lebewesen benötigen Stickstoff für Aminosäuren, Proteine und Nukleinsäuren wie DNA. Die starke Dreifachbindung macht N₂ reaktionsträge. Die meisten Pflanzen können es daher nicht direkt nutzen.
Reaktiver Stickstoff umfasst leichter umsetzbare Verbindungen wie Ammonium (NH₄⁺), Nitrit (NO₂⁻) und Nitrat (NO₃⁻). Pflanzen nehmen vor allem Ammonium oder Nitrat auf. Dass Stickstoff in der Luft reichlich vorkommt, sagt also noch nichts über seine Verfügbarkeit für Pflanzen aus.
Definition
Reaktiver Stickstoff
Als reaktiven Stickstoff bezeichnet man Stickstoffverbindungen, die leichter an chemischen und biologischen Reaktionen teilnehmen als N₂. Dazu gehören Ammonium NH₄⁺, Nitrit NO₂⁻ und Nitrat NO₃⁻. Pflanzen nehmen vor allem Ammonium und Nitrat auf.
Merke: Vorhanden bedeutet nicht nutzbar: Erst die Umwandlung von N₂ macht Luftstickstoff für Pflanzen zugänglich.
Teste dich
Die fünf Vorgänge bilden ein Netz, keine starre Einbahnstraße. Fixierung: Bestimmte frei lebende Bakterien und Knöllchenbakterien an Leguminosen wie Klee überführen N₂ in Ammoniak (NH₃) beziehungsweise Ammonium (NH₄⁺). Nitrifikation: Bei Sauerstoff oxidieren spezialisierte Mikroorganismen Ammonium erst zu Nitrit, dann zu Nitrat: NH₄⁺ → NO₂⁻ → NO₃⁻.
Assimilation: Pflanzen nehmen Ammonium oder Nitrat auf und bauen Stickstoff in organische Stoffe ein; Konsumenten übernehmen ihn über Nahrung. Ammonifikation: Pilze und Bakterien setzen aus Ausscheidungen und toter Biomasse Ammoniak beziehungsweise Ammonium frei. Denitrifikation: Bei Sauerstoffmangel nutzen Mikroorganismen Nitrat und geben Stickstoff unter anderem als N₂ an die Atmosphäre zurück.
Definition
Stickstofffixierung
Stickstofffixierende Bakterien wandeln N₂ in Ammoniak NH₃ beziehungsweise Ammonium NH₄⁺ um. Dazu gehören frei lebende Mikroorganismen und Knöllchenbakterien an den Wurzeln von Leguminosen wie Klee.
Definition
Nitrifikation
Unter sauerstoffreichen Bedingungen oxidieren spezialisierte Bakterien Ammonium zuerst zu Nitrit und danach zu Nitrat: NH₄⁺ → NO₂⁻ → NO₃⁻
Beispiel: Ein Stickstoffatom im Kleefeld
- 1Ein Weg durch den ganzen Kreislauf: Knöllchenbakterien an einer Kleewurzel fixieren N₂ und bilden Ammonium.
- 2Der Klee baut den Stickstoff in Proteine ein.
- 3Ein Hase frisst den Klee und übernimmt den organisch gebundenen Stickstoff.
- 4Aus Kot oder nach dem Tod des Tieres setzen Destruenten wieder Ammonium frei.
- 5Bei genügend Sauerstoff entsteht durch Nitrifikation Nitrat.
- 6Gelangt dieses Nitrat in einen sauerstoffarmen Bodenbereich, können denitrifizierende Bakterien daraus wieder N₂ bilden.
- 7So kehrt Stickstoff in die Atmosphäre zurück.
Teste dich
Produzenten wie Pflanzen und Algen bauen aufgenommenen Stickstoff in Biomasse ein. Konsumenten übernehmen organisch gebundenen Stickstoff durch Pflanzen oder andere Tiere. Destruenten zerlegen Ausscheidungen und tote Biomasse. Die entscheidenden chemischen Umwandlungen leisten spezialisierte Mikroorganismen: Fixierer erschließen N₂, Nitrifizierer bilden Nitrit und Nitrat, Denitrifizierer führen Stickstoff in die Atmosphäre zurück.
Knöllchenbakterien und Leguminosen leben in einer Symbiose: Die Bakterien liefern nutzbare Stickstoffverbindungen, die Pflanze liefert organische Kohlenstoffverbindungen.
Definition
Symbiose
Eine Symbiose ist ein Zusammenleben, von dem beide Partner profitieren. Knöllchenbakterien liefern einer Leguminose nutzbare Stickstoffverbindungen. Die Pflanze versorgt die Bakterien dafür mit organischen Kohlenstoffverbindungen.
Beispiel: Stickstoff in einer Nahrungskette
- 1Klee baut aufgenommenen Stickstoff in organische Stoffe ein.
- 2Eine Feldmaus frisst Klee und übernimmt den gebundenen Stickstoff.
- 3Eine Eule frisst die Maus; der Stickstoff kann in ihren Körper gelangen.
- 4Ausscheidungen und tote Reste werden von Destruenten abgebaut.
Teste dich
Sauerstoffreiche und sauerstoffarme Bereiche begünstigen verschiedene Schritte. Nitrifikation braucht Sauerstoff; Denitrifikation wird bei Sauerstoffmangel begünstigt. Darum können Bodenbereiche oder Wasserschichten verschiedene Umwandlungen ermöglichen.
Düngung bringt reaktiven Stickstoff auf Felder. Wenn Einträge die Aufnahme und Rückführung übersteigen, kann ein Überschuss entstehen. Nitrat kann in Grundwasser und Gewässer ausgewaschen werden. In Gewässern können zusätzliche Nährstoffe das Algenwachstum fördern. Stirbt viel Biomasse, steigt beim Abbau der Sauerstoffverbrauch; Fische und andere Organismen können gefährdet werden. Stickstoff kann auch als treibhauswirksames Lachgas entweichen. Bei der Verbrennung fossiler Brennstoffe entstehen Stickoxide. Ein Kreislauf führt zusätzliche Mengen nicht automatisch vollständig zurück; Eintragsmenge, Speicher, Umwandlungsraten und Bedingungen bestimmen die Bilanz.
Merke: Viel Sauerstoff: Nitrifikation zu Nitrat. Wenig Sauerstoff: Denitrifikation zurück zu gasförmigem Stickstoff.
Beispiel
- 1Nach einem starken Nährstoffeintrag wächst in einem See zunächst mehr Biomasse.
- 2Später fällt mehr totes Material an.
- 3Dessen Abbau erhöht den Sauerstoffverbrauch.
- 4Die sichtbare Zunahme von Pflanzen oder Algen bedeutet daher nicht automatisch, dass das Ökosystem dauerhaft mehr Leben tragen kann.
Teste dich
Alles auf einen Blick
Stickstoffkreislauf
Atmosphäre
N₂ als großer, schwer nutzbarer Vorrat
Fixierung
N₂ wird zu Ammoniak oder Ammonium
Nitrifikation
Ammonium wird bei Sauerstoff zu Nitrat
Assimilation
Pflanzen bauen Stickstoff in Biomasse ein
Nahrungskette
Konsumenten übernehmen organischen Stickstoff
Ammonifikation
Destruenten setzen Ammonium frei
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Ein Stickstoffatom durch Boden und Pflanze verfolgen
- 1Ausgangspunkt ist N₂ in der Luft über einem Kleefeld.
- 2Knöllchenbakterien fixieren es zu Ammoniak beziehungsweise Ammonium; Klee baut den Stickstoff in Biomasse ein.
- 3Nach dem Absterben setzen Destruenten durch Ammonifikation wieder Ammonium frei.
- 4Bei Sauerstoff oxidieren Nitrifizierer dieses über Nitrit zu Nitrat.
- 5In einem sauerstoffarmen Bodenbereich können Denitrifizierer daraus gasförmigen Stickstoff bilden.
Fehler finden
Prüfe die Umwandlung im Boden In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 3Richtig: Nitrifikation wandelt Ammonium bei ausreichendem Sauerstoff über Nitrit zu Nitrat um. Sauerstoffmangel begünstigt stattdessen Denitrifikation.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Bakterien Luftstickstoff zu nutzbaren Verbindungen. Bei Sauerstoff entsteht durch aus Ammonium Nitrat. Bei Sauerstoffmangel kann Stickstoff zur Luft zurückführen.
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback