Biologie · Klasse 12–13 · aktualisiert
Ökologische Nische einfach erklärt
Du beschreibst, wie eine Art Ressourcen nutzt, und erklärst Fundamentalnische, Konkurrenz und Nischenteilung.
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Kurz gesagt
Die ökologische Nische beschreibt die Umweltansprüche, Beziehungen und Ressourcennutzung einer Art. Ein See ist ein Lebensraum; wann und wo ein Vogel dort Nahrung sucht, gehört zu seiner Nische. Konkurrenz kann die tatsächlich genutzte Nische einschränken.
Eine ökologische Nische ist kein bestimmter Ort. Sie umfasst alle Ansprüche einer Art an ihre Umwelt, ihre Beziehungen zu anderen Lebewesen und die Art, wie sie Ressourcen nutzt. Auf dieser Seite lernst du, eine Nische anhand von Umweltfaktoren zu beschreiben. Du unterscheidest außerdem Fundamental- und Realnische und erklärst, wie Konkurrenz zur Aufteilung von Ressourcen führen kann.
Deine Lernziele
Hake ab, was du schon kannst. Löst du alle Aufgaben eines Abschnitts, hakt Mela das Ziel für dich ab.
4 Abschnitte
Enten und Schwäne können im selben See leben. Der See ist ihr Lebensraum. Daraus weißt du noch nicht, wo und wann sie Nahrung suchen, was sie fressen oder mit welchen Arten sie konkurrieren. Ein Habitat bezeichnet ebenfalls den räumlichen Lebensbereich; ein Biotop ist ein abgrenzbarer Lebensraum einer Lebensgemeinschaft.
Die Nische beschreibt, unter welchen Bedingungen und auf welche Weise eine Art dort lebt. Dazu gehören Nahrung, Fressfeinde, Temperaturansprüche, Aktivitätszeiten, Nistplätze und Nahrungssuche. Zwei Arten im selben Lebensraum können verschiedene Nischen haben.
Abiotische Faktoren wie Temperatur, Licht, Wasser, Luftfeuchtigkeit und pH-Wert kommen aus der unbelebten Umwelt. Biotische Einflüsse gehen von Lebewesen aus, etwa Beute, Fressfeinde, Parasiten und Konkurrenten. Auch Körperbau und Verhalten der betrachteten Art entscheiden mit, welche Ressourcen sie nutzen kann.
Definition
Ökologische Nische
Die ökologische Nische ist das Beziehungsgefüge zwischen einer Art und den für sie wichtigen Umweltfaktoren. Dazu gehören ihre Ansprüche, ihre Ressourcennutzung und ihre Wechselwirkungen mit anderen Lebewesen.
Merke: Der Lebensraum ist der Ort. Die ökologische Nische beschreibt die Ansprüche, Beziehungen und Ressourcennutzung einer Art.
Beispiel
- 1Ein Eichhörnchen nutzt den Kronenbereich von Bäumen, frisst dort pflanzliche Nahrung und kann dank seiner Kletterfähigkeit Äste erreichen.
- 2Temperatur und Wasser sind abiotische Einflüsse.
- 3Nahrung, Fressfeinde und Konkurrenten sind biotische Einflüsse.
- 4Das Klettern und das Anlegen von Vorräten sind Verhaltensweisen beziehungsweise Fähigkeiten des Eichhörnchens – keine abiotischen Faktoren.
Teste dich
Eine Art könnte unter günstigen Bedingungen mehr Umweltbereiche und Ressourcen nutzen, als sie in der Natur tatsächlich nutzt. Deshalb werden zwei Nischenbegriffe unterschieden. Die Fundamentalnische beschreibt also eine Möglichkeit. Die realisierte Nische beschreibt die tatsächliche Nutzung in der Natur. Sie ist gewöhnlich nur ein Ausschnitt der Fundamentalnische. Fundamental- und Realnische bestehen nicht nur aus einem einzigen Faktor. Temperatur, Feuchtigkeit, Nahrung und weitere Nischendimensionen wirken gemeinsam. Ein einzelner Toleranzbereich zeigt daher nur einen Ausschnitt der gesamten Nische.
Definition
Fundamentalnische
Die Fundamentalnische ist der theoretisch mögliche Bereich, in dem eine Art aufgrund ihrer Eigenschaften und physiologischen Toleranzen leben und sich fortpflanzen könnte, wenn sie nicht durch zwischenartliche Konkurrenz eingeschränkt würde.
Definition
Realisierte Nische
Die realisierte Nische ist der unter natürlichen Bedingungen tatsächlich genutzte Teil. Biotische Einflüsse – besonders Konkurrenz – und die realen Umweltbedingungen können diesen Bereich einschränken.
Beispiel
- 1Eine Pflanzenart verträgt theoretisch sonnige und halbschattige Standorte. An sonnigen Stellen wird sie jedoch von einer anderen Art verdrängt. In der Natur wächst sie deshalb vor allem im Halbschatten.
- 2Der verträgliche Bereich aus Sonne und Halbschatten gehört zur Fundamentalnische. Der tatsächlich genutzte Halbschatten gehört zur realisierten Nische. Entscheidend ist hier die Einschränkung durch Konkurrenz.
Teste dich
Nutzen zwei Arten dieselbe begrenzte Ressource auf dieselbe Weise, entsteht interspezifische Konkurrenz zwischen den Arten. Sie kann Wachstum, Überleben und Fortpflanzung beeinträchtigen. Das Konkurrenzausschlussprinzip beschreibt die Bedingungen: Haben Arten dieselbe ökologische Nische und nutzen dieselben begrenzten Ressourcen, ist dauerhaft stabiles Zusammenleben im selben Lebensraum nicht zu erwarten. Langfristig kann eine Art verdrängt werden oder die Ressourcennutzung unterscheidet sich.
Arten können Ressourcen räumlich, zeitlich oder funktionell aufteilen. Eine vollständige Trennung ist nicht nötig: Eine Überschneidung bei einer Ressource kann mit Unterschieden bei anderen Nischendimensionen einhergehen. Wirksam wird Konkurrenz, wenn die gemeinsam genutzte Ressource begrenzt ist.
Definition
Nischendifferenzierung
Bei der Nischendifferenzierung teilen Arten Ressourcen nach Raum, Zeit oder Nutzungsweise auf. Dadurch überlappen ihre Nischen weniger und die Konkurrenz nimmt ab.
| Begriff | Bedeutung |
|---|---|
| räumlich | Arten suchen an unterschiedlichen Orten nach Nahrung. |
| zeitlich | Arten sind zu verschiedenen Tages- oder Jahreszeiten aktiv. |
| funktionell | Arten nutzen verschiedene Nahrung, Techniken oder Anpassungen. |
Beispiel
- 1Enten und Schwäne können in demselben See Unterwasserpflanzen und Kleintiere fressen.
- 2Suchen sie ihre Nahrung in unterschiedlichen Bereichen des Sees, nutzen sie die gemeinsame Ressource räumlich verschieden.
- 3Die Nischen überlappen weniger, sodass beide Arten nebeneinander leben können.
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Arten unterscheiden sich darin, wie viele Ressourcen sie nutzen. Generalisten nutzen viele verschiedene Ressourcen und besitzen eine große Nischenbreite. Spezialisten sind auf wenige oder besondere Ressourcen ausgerichtet. Fällt ein Konkurrent aus, kann eine Art zusätzliche Ressourcen nutzen und ihre realisierte Nische erweitern. Ein neuer Konkurrent kann die tatsächlich genutzte Nische einengen.
Im Nischenmodell nach Hutchinson ist jeder wichtige Umweltfaktor eine Dimension. Eine Toleranzkurve beschreibt nur eine davon, etwa Temperatur. Weitere Faktoren wie Feuchtigkeit, Boden und Nahrung ergeben gedanklich einen mehrdimensionalen Raum möglicher Bedingungen. Eine vollständige Nische lässt sich kaum erfassen; Untersuchungen beschreiben oft Teilnischen wie die Nahrungsnische. Ein Toleranzbereich für einen Faktor belegt darum noch nicht, dass alle übrigen Bedingungen für Überleben und Fortpflanzung passen.
Definition
Nischenbreite
Die Nischenbreite beschreibt die Vielfalt der von einer Art genutzten Ressourcen, etwa Nahrung oder Nistplätze.
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Alles auf einen Blick
Ökologische Nische
Nische
Umweltansprüche, Beziehungen und Ressourcennutzung einer Art
Lebensraum
räumlicher Bereich, in dem eine Art lebt
Fundamentalnische
mögliche Nutzung ohne zwischenartliche Konkurrenz
Realisierte Nische
unter natürlichen Bedingungen tatsächlich genutzter Teil
Konkurrenz
kann die Nutzung begrenzen und Nischendifferenzierung fördern
Nischenbreite
Vielfalt der genutzten Ressourcen
Musteraufgabe · Schritt für Schritt
Nische zweier Waldvögel vergleichen
- 1Aufgabe: Zwei Vogelarten leben im selben Wald. Eine sucht am Boden, die andere in Baumkronen nach Nahrung. Was ist gleich, was verschieden?
- 2Der Wald ist der gemeinsame Lebensraum; er legt die Nische noch nicht fest.
- 3Der Ort der Nahrungssuche ist eine räumliche Nischendimension und unterscheidet sich.
- 4Nutzen beide eine begrenzte Nahrung, kann die räumliche Trennung ihre Konkurrenz verringern. Über andere Nischendimensionen ist damit noch nichts entschieden.
Fehler finden
Zwei Arten am Waldrand In einer Zeile steckt ein Fehler. Tippe sie an.
Fehler in Zeile 4Richtig: Die unterschiedliche Zeit der Nahrungssuche ist ein Unterschied zwischen ihren Nischen. Ein gemeinsamer Lebensraum belegt keine gleiche Nische.
Lückentext
Wähl in jeder Lücke das passende Wort und prüf dann deine Antworten.
Temperatur ist ein Faktor. Ein Fressfeind ist ein Faktor. Die Kletterfähigkeit eines Eichhörnchens ist eine .
Karteikasten
Erst selbst überlegen, dann umdrehen.
Übung mit Feedback