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Hans-Jürgen Pandel
Hans-Jürgen Pandel (* 2. Dezember 1940 in Oppeln) ist ein deutscher Historiker, Geschichtsdidaktiker und emeritierter Professor an der …
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Person und fachliche Bedeutung
Hans-Jürgen Pandel (* 2. Dezember 1940 in Oppeln) ist ein deutscher Historiker, Geschichtsdidaktiker und emeritierter Professor der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Geschichtsdidaktik bezeichnet die wissenschaftliche Beschäftigung damit, wie Geschichte gelernt, gelehrt und vermittelt wird. Pandels Forschung verbindet Geschichtstheorie, Historiographiegeschichte und Geschichtsdidaktik. Historiographiegeschichte untersucht, wie Geschichtsschreibung entsteht und sich verändert.
Pandel gehört zu den Vertretern einer kritisch-kommunikativen Geschichtsdidaktik. Im Mittelpunkt steht dabei weniger ein festgelegtes Überblickswissen, das Lernende nur auswendig reproduzieren, sondern ihr eigenes historisches Denken. Deshalb lehnt Pandel die Forderung nach festen Katalogen von Jahreszahlen für Lernende und den vorherrschenden Unterricht an Schulen weitgehend als reines Reproduktionslernen ab. Historisches Lernen soll sich somit stärker auf eigenständige Auseinandersetzung und Kommunikation über Geschichte stützen.
Ausbildung und akademische Laufbahn
Pandel studierte Geschichte, Politikwissenschaft und Germanistik an den Universitäten Gießen und Frankfurt am Main. Danach legte er das erste und zweite Staatsexamen für das Lehramt ab. Von 1965 bis 1973 arbeitete er als Lehrer auf verschiedenen Schulstufen und an verschiedenen Schulformen.
Von 1971 bis 1978 war Pandel pädagogischer Mitarbeiter von Klaus Bergmann am Seminar für Didaktik der Geschichte der Universität Gießen. Anschließend arbeitete er von 1978 bis 1984 als Wissenschaftlicher Assistent an der Universität Osnabrück. Seine Promotion schrieb er über die deutsche Geschichtswissenschaft in Aufklärung und Frühhistorismus. In Osnabrück habilitierte er sich für Neueste Geschichte und Didaktik der Geschichte.
Seit 1985 verwaltete Pandel die Professur für Didaktik der Geschichte an der Universität Osnabrück. Außerdem übernahm er Lehrstuhlvertretungen an der Universität Bochum in den Jahren 1987/88 und 1989 sowie an der Universität Bielefeld 1993. Von 1994 bis zu seiner Emeritierung war er Professor für Geschichte und ihre Didaktik an der Universität Halle-Wittenberg.
Seit 1990 bearbeitete Pandel im DFG-Sonderforschungsbereich „Sozialgeschichte des neuzeitlichen Bürgertums: Deutschland im internationalen Vergleich“ der Universität Bielefeld das Teilprojekt „Gefühlskultur des Bürgertums in Deutschland und England am Beispiel von Historikern und ihren Familien“.
Beiträge zum historischen Lernen
Pandel gab mehrere Schulbücher mit heraus und wirkte an den Lehrplänen für Geschichte in Sachsen-Anhalt mit. Ein besonderer Ansatz war sein Methoden-Curriculum, das parallel zu den historischen Inhalten aufgebaut werden sollte. Ein Curriculum ist eine systematische Ordnung von Lernzielen, Inhalten und Methoden. Bei Pandel sollten Lernende daher nicht nur historische Inhalte kennenlernen, sondern zugleich Methoden des historischen Arbeitens erwerben.
2005 stellte Pandel ein eigenes Kompetenzmodell für das historische Lernen vor, das sich deutlich von anderen Kompetenzmodellen unterschied. Kompetenzen sind dabei Fähigkeiten, die Lernende beim Umgang mit Geschichte entwickeln sollen. Der Artikel nennt keine einzelnen Bestandteile dieses Modells, hebt aber seine eigenständige und von anderen Modellen stark abweichende Ausrichtung hervor.
Pandel war beziehungsweise ist Herausgeber und Mitherausgeber der Zeitschriften „Geschichtsdidaktik“ (1976–1987) und „Geschichte lernen“. Außerdem gab er Geschichts- und Politikbücher für den Unterricht in der Sekundarstufe I und der gymnasialen Oberstufe heraus, beispielsweise die „Tempora-Lesehefte Geschichte“ für die Sekundarstufe I.
Zu seinen ausgewählten Werken gehören „Historik und Didaktik. Das Problem der Distribution historiographisch erzeugten Wissens in der deutschen Geschichtswissenschaft von der Spätaufklärung zum Frühhistorismus (1765–1830)“ (Stuttgart-Bad Cannstatt 1990), „Quelleninterpretation. Die schriftliche Quelle im Geschichtsunterricht“ (Wochenschau, Schwalbach/Ts. 2003, ISBN 3-89974-103-X), „Geschichtsunterricht nach PISA“ (Schwalbach/Ts. 2005, ISBN 3-89974-171-4) und „Geschichtsdidaktik. Eine Theorie für die Praxis“ (Schwalbach/Ts. 2013, ISBN 978-389974670-9).