Zum Inhalt springen
L

Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Synopse

... synoptische Gegenüberstellung zum Vergleich ihrer Gemeinsamkeiten, Ähnlichkeiten und Unterschiede anbietet. In der Evangelienforschung werden diese drei …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Grundidee
  2. 2. Vergleich von Texten
  3. 3. Bedeutung in der Bibelforschung
  4. 4. Nutzung in Organisation und Lernen
  5. 5. Weitere Fachbereiche

Grundidee

Eine Synopse oder Synopsis ist eine zusammenfassende und vergleichende Übersicht. Sie stellt gleichartige Daten oder Texte aus zwei oder mehr Dokumenten gegenüber, damit Gemeinsamkeiten, Ähnlichkeiten und Unterschiede schnell erkennbar werden. Weniger gebräuchlich ist dafür auch der Ausdruck Synoptik; in der Meteorologie ist Synoptik jedoch der übliche Begriff.

Bei digitalen Texten wird zur Gegenüberstellung oft eine Diff-Darstellung genutzt. Sie zeigt zum Beispiel Unterschiede zwischen zwei Versionen eines Software-Quelltexts oder eines anderen digitalen Textes.

Vergleich von Texten

In der Literaturwissenschaft und in verwandten Gebieten dient eine Synopse dazu, verschiedene Fassungen ähnlicher Texte nebeneinander darzustellen. Meist geschieht das in Spalten oder Tabellen. So lässt sich erkennen, ob bestimmte Themen in den Quellen unterschiedlich erfasst sind und worin diese Unterschiede bestehen.

Der Nutzen liegt darin, dass man die Textfassungen nicht aus mehreren Büchern oder Dokumenten zusammensuchen muss. Die Synopse macht vergleichende Untersuchungen einfacher, weil die relevanten Stellen direkt nebeneinander stehen.

Bedeutung in der Bibelforschung

In der Bibelforschung ist die Synopse besonders wichtig für die biblische Exegese, also die wissenschaftliche Auslegung biblischer Texte, vor allem in der Evangelienforschung. Die ersten drei Evangelien des Neuen Testaments, nämlich die nach Matthäus, nach Markus und nach Lukas, enthalten so viel gemeinsames Material, dass sich eine synoptische Gegenüberstellung anbietet. Sie werden deshalb synoptische Evangelien genannt; die drei Evangelisten heißen Synoptiker.

Die parallele Anordnung dieser Evangelien wird kurz Synopse genannt. Die Frage nach den genauen Beziehungen zwischen ihnen heißt Synoptische Frage. Als wichtiges Werkzeug der Evangelienforschung etablierte sich die Synopse durch Johann Jakob Griesbachs separat veröffentlichte Evangeliensynopse von 1776, die neben seiner kritischen Ausgabe des Neuen Testamentes erschien.

Heute gibt es Evangeliensynopsen nicht nur auf Griechisch, sondern auch in modernen Sprachen wie Englisch oder Italienisch. Manche Ausgaben schließen alle vier Evangelien ein, also auch das Evangelium nach Johannes. Beispiele sind Kurt Aland 1963, Bernard Orchard 1982/83 und Angelico Poppi 1990. Neben gedruckten Fassungen gibt es viele Internetausgaben. Fast alle Evangeliensynopsen ordnen die zu vergleichenden Texte in vertikalen Spalten an.

Evangeliensynopsen sind nicht dasselbe wie Evangelienharmonien. Eine Synopse ermöglicht den Vergleich der einzelnen Evangelien, wobei jeder Evangeliumstext seine eigene Spalte behält. Eine Evangelienharmonie verarbeitet dagegen die kanonischen Evangelien zu einem Mischtext und versucht, eine einzige harmonisierte Fassung zu präsentieren.

Nutzung in Organisation und Lernen

In der Organisationslehre wird die Synopse praktisch eingesetzt, zum Beispiel bei der Problemanalyse. Sie kann helfen, verschiedene Informationen, Aussagen oder Positionen übersichtlich gegenüberzustellen.

Auch beim Studium dient sie als Lern- und Arbeitshilfe, etwa bei der fachübergreifenden Analyse eines bestimmten Lernstoffes. In der Forschung kann eine Synopse unterschiedliche Aussagen in Gutachten zu einer Problematik vergleichen. In der Politik kann sie Wahlprogramme verschiedener Parteien zu einem bestimmten Thema gegenüberstellen.

Weitere Fachbereiche

In der Filmproduktion bedeutet Synopsis eine kurze, prägnante Zusammenfassung der Handlungsstränge einer Geschichte. Sie umreißt außerdem die Hauptfiguren sowie Prämisse, Konflikt und Ziel der Filmerzählung.

In der Meteorologie bezeichnet synoptische Meteorologie den Teilbereich, der aus Wetterbeobachtungen eine Gesamtschau meteorologisch relevanter Faktoren erstellt. Dazu gehören Wetterdaten, Witterungsdaten und Klimadaten. Auf dieser Grundlage werden Prognosen erstellt. Eine Synopse beziehungsweise Synoptik ist damit die Basis der Wettervorhersage.

In den Rechtswissenschaften sind Synopsen ebenfalls üblich. Wenn ein Gesetz geändert wird, zeigt eine Gegenüberstellung der alten und der neuen Fassung schnell, worin die Änderungen bestehen. Diese Form wird besonders bei umfangreicheren Gesetzesänderungen gewählt; andernfalls wäre ein Maßgabebeschluss wahrscheinlicher. Das Handbuch der Rechtsförmlichkeit des Bundesministeriums der Justiz in Deutschland legt rechtsförmliche und redaktionelle Vorgaben fest. Um deren Einhaltung zu erleichtern, wird seit 2005 ein Add-in zu Microsoft Word namens eNorm angeboten.

Weiterlesen