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Wirtschaft Simbabwes
Simbabwe ist derzeit eine der ärmsten Volkswirtschaften der Welt, die vor allem durch eine sehr hohe Arbeitslosigkeit, niedriges Bruttoinlandsprodukt …
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Lage und wirtschaftliche Entwicklung
Simbabwe zählt derzeit zu den ärmsten Volkswirtschaften der Welt. Kennzeichnend sind sehr hohe Arbeitslosigkeit, ein niedriges Bruttoinlandsprodukt (BIP, Wert aller im Land erzeugten Waren und Dienstleistungen), Devisenknappheit, fehlende Investitionen und Energie sowie brachliegende Wirtschaftsbereiche.
Nach der Unabhängigkeit 1980 entwickelte sich die Wirtschaft bis zur Mitte der 1990er Jahre zu einer der stärksten Afrikas. Besonders Tourismus, Landwirtschaft und Bergbau wuchsen deutlich. Die landwirtschaftliche Produktion stieg 1985 um 30 %, das BIP zwischen 1980 und 1981 um 20 %. Das Investitionsklima galt als vergleichsweise günstig: Die Regierung war nicht besonders korrupt, und Eigentum war nicht schutzlos einer Kleptokratie, also einer auf persönliche Bereicherung ausgerichteten Herrschaft, ausgesetzt.
Gegen Ende der 1990er Jahre wurde das wirtschaftliche Potenzial nicht mehr ausreichend genutzt. Zugleich stieg die Inflation, also der allgemeine Preisanstieg. Sie betrug 1980 7 %, 1985 10 %, 1990 17 %, 1995 28 % und 1999 56,9 %. 2001 lag sie bei 112,1 %, 2002 bei 198,93 % und 2003 bei 598,75 %; 2004 sank sie vorübergehend auf 132,75 %. Als Ursache nennt der Text auch die Währungspolitik der Zentralbank, die bewusst überproportional Geld in Umlauf brachte.
Ab 2005 beschleunigte sich die Preissteigerung erneut: 2006 erreichte sie 1.281,11 %, 2007 66.212,3 %. Diese Hyperinflation, eine extrem hohe Inflation, führte 2009 zur vorläufigen Abschaffung des Simbabwe-Dollars. Zuletzt betrug die Inflation 231.150.888,87 %; die Währung war praktisch wertlos, und selbst Grundnahrungsmittel waren nicht mehr verfügbar. 2019 wurde der Simbabwe-Dollar wieder eingeführt. Auch nach der Wahl Emmerson Mnangagwas zum Präsidenten 2018 blieb die Wirtschaft laut Artikel in schlechtem Zustand; Hunger und Armut bestehen fort.
Folgen der Krise und gesamtwirtschaftliche Daten
Hohe Inflation, die unvollkommene Umstellung von planwirtschaftlicher auf marktwirtschaftliche Politik und weitere Faktoren ließen die Wirtschaftsleistung seit Ende der 1990er Jahre um mehr als 50 % einbrechen. Die Arbeitslosigkeit wurde auf 94 % geschätzt. 2008 betrug das BIP 3,19 Mrd. US-Dollar und lag damit 14,8 % unter dem Vorjahreswert. Die Währungsreserven beliefen sich auf nur 0,2 Mio. US-Dollar. Der Staatshaushalt hatte ein Defizit von 8,6 % des BIP; die Staatsschulden lagen bei 6 Mrd. US-Dollar beziehungsweise 189 % des BIP.
Die Tabelle mit Kaufkraftparitätswerten, also Werten, die unterschiedliche Preisniveaus berücksichtigen, zeigt zunächst einen starken Rückgang: Das BIP sank von 25,7 Mrd. US-Dollar 1998 auf 15,9 Mrd. US-Dollar 2008. Das BIP pro Kopf fiel im selben Zeitraum von 2.185 auf 1.315 US-Dollar. Besonders stark waren die jährlichen Rückgänge 2003 mit −16,2 % und 2008 mit −16,3 %.
Ab 2009 weist die Tabelle wieder Wachstum aus: 2009 7,4 %, 2010 15,4 %, 2011 16,3 % und 2012 13,6 %. Das BIP stieg auf 27,7 Mrd. US-Dollar im Jahr 2012 und auf 34,0 Mrd. US-Dollar 2017. Das BIP pro Kopf erreichte 2017 2.283 US-Dollar. Danach verlangsamte sich das Wachstum: 2013 betrug es 5,3 %, 2014 2,8 %, 2015 1,4 %, 2016 0,7 % und 2017 3,0 %.
Landwirtschaft und Versorgung
Simbabwe verfügt über fruchtbare Böden und besaß vor der Landreform ein so großes landwirtschaftliches Potenzial, dass es als „Kornkammer Afrikas“ bezeichnet wurde. Angebaut wurden auf 850.000 Hektar Mais sowie auf weiteren 400.000 Hektar Soja und Tabak. Bedeutende weitere Produkte waren Baumwolle, Erdnüsse und Jute.
Mit der schrittweisen Übertragung von Farmen an Einheimische im Rahmen der Landreform begann die Landwirtschaft laut Artikel langsam zu zerfallen. Felder liegen brach, und es wird kaum noch produziert. Dürreperioden verschärfen die geringe Produktion und führen zusätzlich zu Nahrungsmittelengpässen. Ein Teil der Bevölkerung ist deshalb auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen.
Rohstoffe, Energie und Finanzmarkt
Der Bergbau und der Energiesektor sind nahezu vollständig zum Erliegen gekommen, obwohl Simbabwe über Gold, Platin, Nickel, Kupfer, Zinn, Diamanten, Kohle und Tonminerale verfügt. Die Goldförderung sank von 27,114 Tonnen 1998 auf 7,017 Tonnen 2007. Beim Goldabbau wird Quecksilber freigesetzt, was zunehmende Umweltprobleme verursacht.
Fachleute schreiben dem Land ein großes Diamantenpotenzial zu, vor allem im Osten. Dort liegen die 68.500 Hektar großen Marange-Diamantenfelder; ihr Potenzial wird auf 1,7 Mrd. US-Dollar pro Jahr beziffert.
Der Energiebedarf kann bei weitem nicht gedeckt werden. Im Jahr 2003 importierte Simbabwe 3,3 Mrd. kWh Strom: 43 % aus Südafrika, 28,5 % aus Sambia, 19 % aus Mosambik und 9,5 % aus der DR Kongo. Die tägliche Erdölimportmenge lag im selben Jahr bei 23.000 Barrel.
Im Dienstleistungsbereich besteht eine Wertpapierbörse, die Zimbabwe Stock Exchange. Ihr Leitindex, also der wichtigste Börsenindex des Landes, ist der Zimbabwe Industrial Index.