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Weltkarte
Als Weltkarte bezeichnet man eine Karte, die die gesamte Erdoberfläche abbildet. Die Kartengrundlage kann aus Vermessungszeichnungen, aber auch aus …
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Definition und Grundlagen
Eine Weltkarte bildet die gesamte Erdoberfläche ab. Ihre Kartengrundlage kann aus Vermessungszeichnungen, Satellitendaten oder Luftbildern bestehen. Satelliten- und Luftbilddaten werden meist aus vielen Einzelaufnahmen zusammengesetzt, sodass atmosphärische Störungen wie Wolken nicht sichtbar sind.
Weltkarten dienen dazu, die Erde in ihrer Gesamtheit auf einer ebenen Fläche zu überblicken. Sie werden auf Papier, etwa in Atlanten und auf Postern, sowie auf Bildschirmen verwendet. Eine Alternative ist der Globus, der die Erdoberfläche unverzerrt darstellen kann. Eine flache Weltkarte muss dagegen immer mindestens eine der Eigenschaften Längentreue, Flächentreue oder Winkeltreue verletzen.
Projektionen und Orientierung
Bei Weltkarten ist die Wahl der Kartenprojektion besonders wichtig, weil die vollständige Kugeloberfläche der Erde auf eine Ebene übertragen werden muss. Dadurch sind die Verzerrungen an den Kartenrändern stärker als bei kleinräumigen Karten. Deshalb gibt es viele Kartennetzentwürfe, die je nach Zweck eingesetzt werden.
Für allgemeine Veranschaulichungen verwendet man häufig Projektionskompromisse. Sie verzerren weder Flächen noch Winkel zu stark. Beispiele sind die Robinson-Projektion und die Winkel-Tripel-Projektion. Am 4. September 2026 stimmte die Generalversammlung der Vereinten Nationen bei einer Gegenstimme der USA dafür, künftig die Equal-Earth-Projektion anstelle der bis dahin üblichen Mercator-Projektion zu verwenden. Mit Equal Earth werden die tatsächlichen Ausmaße der Kontinente besser dargestellt.
Weltkarten sind gewöhnlich nach Norden ausgerichtet; der obere und untere Rand entsprechen meist Nord- und Südpol. Diese Konvention entstand in Europa zu einer Zeit, als Australien und die Antarktika dort noch unbekannt waren. Eine Gegenposition sind nach Süden ausgerichtete Karten, zum Beispiel die 1979 erschienene Universal Corrective Map of the World des Australiers Stuart McArthur.
Die horizontale Zentrierung richtet sich meist nach der Anwendungsregion. Der notwendige vertikale Kartenschnitt soll möglichst nicht durch Landflächen verlaufen. Daher sind heute vor allem zwei Zentrierungen üblich: Der Schnitt verläuft entweder durch den Pazifik oder durch den Atlantik.
Anwendung und symbolische Bedeutung
Wie andere Karten erfüllen Weltkarten mehrere Funktionen. Ihre wichtigste Funktion ist die Orientierung. In dieser Größenordnung ist sie besonders für die See-, Luft- und Raumfahrt bedeutsam; Straßenkarten sind dagegen meist kleinräumiger.
Die häufigsten Typen sind:
- Physische Karten zeigen natürliche Gegebenheiten wie Gebirge und Gewässer.
- Politische Karten stellen Staatsgrenzen und Städte dar.
- Allgemein-geographische Karten verbinden physische und politische Inhalte.
Weltkarten können außerdem weltweit erhobene Daten darstellen oder großräumige Verteilungen, Zusammenhänge und Kreisläufe sichtbar machen. Beispiele im Artikel sind Karten der Klimazonen, der globalen Meeresströmungen, der Telefonvorwahlen nach Staat und des Index der menschlichen Entwicklung nach Staat. Auch die UN-Flagge verwendet eine Weltkartendarstellung mit mittabstandstreuer Azimutalprojektion.
Neben ihrer praktischen Funktion besitzen Weltkarten eine symbolische Bedeutung. Sie können die Gesamtheit der Weltbevölkerung sowie die Verteilung von Völkern und Staaten versinnbildlichen. Als Darstellung des „blauen Planeten“ Erde können sie außerdem für die gesamte Biosphäre und die Natur stehen.
Historische Entwicklung
Die historische Übersicht nennt frühe Weltkarten, die den Anspruch hatten, die gesamte bekannte Welt darzustellen. Sie reicht bis zu einer Karte, die nach der Entdeckung Amerikas die Neue Welt zeigt. Genannt werden unter anderem:
- die Babylonische Weltkarte aus dem Jahr 600 v. Chr. aus Babylon im heutigen Irak;
- Orbis Terrarum (Agrippa), datiert auf etwa 1;
- die Tabula Peutingeriana aus dem Jahr 375, deren älteste erhaltene Überlieferung mit 1150 angegeben wird;
- die Weltkarte des Kosmas Indikopleustes aus 550 aus Alexandria in Ägypten;
- die Hereford-Karte von 1290 aus England;
- die Ebstorfer Weltkarte von 1300 aus Deutschland, deren Autor mit „?“ angegeben wird;
- die Kangnidokarte beziehungsweise Honil Gangni Yeokdae Gukdo Ji Do von 1402 aus Korea;
- die De-Virga-Weltkarte von 1411;
- die Weltkarte des Andreas Walsperger von 1448;
- die Genuesische Weltkarte von 1457;
- Fra Mauros Weltkarte von 1459;
- die Cantino-Planisphäre von 1502;
- eine Weltkarte von Martin Waldseemüller aus dem Jahr 1507;
- die Karte des Piri Reis von 1513 aus dem Osmanischen Reich.
Zu den wichtigen Weltkartenprojekten des 20. Jahrhunderts zählen die Internationale Weltkarte, die ab 1913 entstand, und die Weltkarte 1:2.500.000, deren Erarbeitung ab 1956 begann.
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