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Was Gott tut, das ist wohlgetan, BWV 100

Was Gott tut, das ist wohlgetan (BWV 100) ist eine Kirchen-Kantate von Johann Sebastian Bach. Er komponierte die Choralkantate nach dem Choral Was Gott tut, …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Überblick
  2. 2. Text und Form
  3. 3. Besetzung und Sätze
  4. 4. Musikalische Gestaltung
  5. 5. Arien und Schlusschoral
  6. 6. Einspielungen

Überblick

Was Gott tut, das ist wohlgetan, BWV 100, ist eine Kirchen-Kantate von Johann Sebastian Bach. Sie ist eine Choralkantate, also eine Kantate, die auf einem Kirchenlied, einem sogenannten Choral, beruht. Bach komponierte sie zwischen 1732 und 1735 in Leipzig; die erste Aufführung fand um 1734 statt. Der genaue Anlass ist unbekannt. Das Werk gilt als eine der letzten erhaltenen Kirchenkantaten Bachs.

Die Kantate basiert auf dem Choral Was Gott tut, das ist wohlgetan von Samuel Rodigast aus dem Jahr 1674. Anders als in vielen Choralkantaten bearbeitete Bach den Text hier nicht frei, sondern ließ den Choraltext unverändert. Alle sechs Strophen beginnen mit derselben Zeile: „Was Gott tut, das ist wohlgetan“. Der Choral bezieht sich allgemein auf das Evangelium.

Text und Form

Bach übernahm die Strophenstruktur des Chorals direkt in den Aufbau der Kantate. Jede der sechs Strophen entspricht einem Satz der Kantate. Wie bei seinen Choralkantaten üblich stehen am Anfang und am Ende Chorsätze: zuerst eine Choralfantasie, am Schluss ein Choral. Eine Choralfantasie ist ein größer angelegter Chorsatz, in dem die Choralmelodie verarbeitet wird.

Zwischen Anfangs- und Schlusschor stehen vier Arien. Eine Arie ist ein solistischer Gesangssatz; hier ist der erste dieser Mittelsätze ein Duett für Alt und Tenor. Bach führte die Kantate später noch einmal in den Jahren 1737 und 1742 auf.

Besetzung und Sätze

Die Kantate ist für vier Vokalsolisten besetzt: Sopran, Alt, Tenor und Bass. Dazu kommt ein vierstimmiger Chor, also SATB: Sopran, Alt, Tenor und Bass. Das Instrumentalensemble besteht aus zwei Hörnern, Pauken, Flauto traverso, Oboe d’amore, zwei Violinen, Viola, Violoncello, Violone und Basso continuo. Der Basso continuo ist die durchgehende Bass- und Harmoniestimme, die in Barockmusik das musikalische Fundament bildet.

Da alle Sätze mit „Was Gott tut, das ist wohlgetan“ beginnen, werden die Sätze durch die jeweils zweite Strophenzeile unterschieden: 1. Choralfantasie für Chor: „Es bleibt gerecht sein Wille“; 2. Aria als Duett für Alt und Tenor: „Er wird mich nicht betrügen“; 3. Aria für Sopran: „Er wird mich wohl bedenken“; 4. Aria für Bass: „Er ist mein Licht, mein Leben“; 5. Aria für Alt: „Muß ich den Kelch gleich schmecken“; 6. Choral für Chor: „Darbei will ich verbleiben“.

Musikalische Gestaltung

Nur der Eingangs- und der Schlusschor verwenden die Choralmelodie direkt. Die inneren Sätze arbeiten dagegen mit „sorgfältig gestuften Klangfarben“. Ein wichtiges musikalisches Merkmal ist die steigende Quarte am Anfang der Choralmelodie; eine Quarte ist ein Tonschritt über vier Tonstufen. Dieses Intervall erscheint wiederholt in der Komposition.

Die eröffnende Choralfantasie entspricht im Wesentlichen dem Eingangssatz von BWV 99. Für BWV 100 fügte Bach jedoch Hörner und Pauken hinzu, wodurch der Satz festlicher wirkt. Der Satz beginnt mit zwei Instrumentalthemen. Diese kehren wieder, wenn der Sopran mit der Choralmelodie einsetzt. Die Instrumentallinien sind im Vergleich zum vokalen Teil komplexer.

Das Duett für Alt und Tenor ähnelt einem italienischen Kammerduett. Auffällig sind die motettische Anordnung des Textes und die verwobene Imitation der Stimmen. Imitation bedeutet, dass eine Stimme ein Motiv aufgreift, das zuvor in einer anderen Stimme erklungen ist. Auch hier beginnt die Melodie mit einer steigenden Quarte.

Arien und Schlusschoral

Die Sopranarie wird von einem Flöten-Obligato begleitet. Ein Obligato ist eine eigenständige, wichtige Instrumentalstimme, die nicht bloß Begleitung ist. John Eliot Gardiner beschreibt diese Flötenstimme als technisch in höchstem Maß herausfordernd; sie enthält Rouladen aus 24 Zweiunddreißigstel-Noten.

Die Bassarie ist besonders wegen ihres schließenden absteigenden Motivs bemerkenswert. Auch ihre Form ist auffällig: Nach dem A- und B-Teil folgt keine Wiederholung des A-Teils, sondern ein abschließendes Ritornell. Ein Ritornell ist ein wiederkehrender instrumentaler Abschnitt.

Die Altarie steht im ^{12}⁄_{8}-Takt, ist in Moll gesetzt und wird von Oboe d’amore und Continuo begleitet. Thematisch stellt sie Verbitterung dar. Der Schlusschoral gleicht dem Choral, der zweimal in Die Elenden sollen essen, BWV 75 vorkommt, Bachs erster Kantate als Thomaskantor. Für BWV 100 fügte Bach auch hier Hörner und Pauken hinzu. Dadurch wirkt der Schluss feierlicher und bildet eine Symmetrie zum ersten Satz.

Einspielungen

Die Kantate wurde mehrfach aufgenommen. Genannt werden unter anderem Einspielungen mit der Kantorei St. Jacobi Hamburg und dem Hamburger Kammerorchester unter Heinz Wunderlich aus dem Jahr 1961 sowie mit dem Münchener Bach-Chor und Münchener Bach-Orchester unter Karl Richter aus dem Jahr 1977.

Weitere Aufnahmen stammen von der Gächinger Kantorei mit dem Württembergischen Kammerorchester Heilbronn unter Helmuth Rilling aus dem Jahr 1985, vom Holland Boys Choir und Netherlands Bach Collegium unter Pieter Jan Leusink aus dem Jahr 2000, vom Monteverdi Choir und den English Baroque Soloists unter John Eliot Gardiner aus dem Jahr 2000, vom Amsterdam Baroque Orchestra & Choir unter Ton Koopman aus dem Jahr 2003 und vom Bach Collegium Japan unter Masaaki Suzuki aus dem Jahr 2013.

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