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Von Mäusen und Menschen

Von Mäusen und Menschen (englisch Of Mice and Men) ist ein Roman des US-amerikanischen Schriftstellers John Steinbeck. Das Buch erschien 1937 und wurde …

Inhalt6 Abschnitte
  1. 1. Werk und Aufbau
  2. 2. Figuren und Konflikte
  3. 3. Traum von einem eigenen Leben
  4. 4. Tragischer Ausgang
  5. 5. Übersetzungen und Bearbeitungen
  6. 6. Zensur

Werk und Aufbau

„Von Mäusen und Menschen“ (englisch „Of Mice and Men“) ist ein Roman des US-amerikanischen Schriftstellers John Steinbeck. Er erschien 1937 und erzählt von zwei Wanderarbeitern in Kalifornien, die während einer von harter Arbeit und Unsicherheit geprägten Existenz von einem eigenen Stück Land träumen. Damit behandelt das Werk den American Dream, also die Hoffnung, durch eigene Anstrengung ein besseres und selbstbestimmtes Leben zu erreichen.

Steinbeck plante den Roman zugleich als Schauspiel und Drehbuch. Seine Dialoge sollten unmittelbar auf der Bühne verwendet werden können, während die Erzählpassagen wie Regieanweisungen funktionieren. Die sechs Kapitel spielen deshalb jeweils an klar begrenzten Orten: am Fluss, zweimal in der Mannschaftsunterkunft, im Verschlag des Stallknechts Crooks, im Stall und zum Schluss erneut am Fluss.

Figuren und Konflikte

Lennie Small ist geistig zurückgeblieben und besitzt nahezu unbändige körperliche Kraft. Ohne seinen Freund George kann er sein Leben kaum meistern. Lennie berührt besonders gern weiche und schöne Dinge, kontrolliert dabei seine Kraft jedoch nicht. Sein größter Wunsch ist es, auf einer gemeinsamen Farm Kaninchen zu versorgen und zu streicheln.

George Milton ist klug, gewandt und teilweise zynisch, kümmert sich aber beständig um Lennie. Er muss ihn immer wieder aus schwierigen Situationen retten. Obwohl ihn diese Verantwortung belastet, hält er an der Freundschaft und am Traum einer gemeinsamen Farm fest.

Candy ist ein alter Farmarbeiter, der eine Hand verloren hat und nicht mehr richtig zur Gemeinschaft gehört. Er will sich George und Lennie anschließen und seine Ersparnisse von 350 Dollar in die geplante Farm investieren. Slim ist ein umsichtiger, charismatischer Vorarbeiter, dessen Urteil unter den Arbeitern großes Gewicht hat. Carlson ist dagegen unsensibel und rücksichtslos; dennoch wird er wegen seiner Stärke respektiert.

Curley, der Sohn des Farmbesitzers, ist ein erfolgreicher Leichtgewichtsboxer und provoziert andere Männer, um seine Härte zu beweisen. Seine junge Frau ist die einzige Frau auf der Farm. Sie träumte von einer Karriere als Filmstar, ist mit ihrem einsamen Leben unzufrieden und sucht die Aufmerksamkeit der Arbeiter. Ihr Name wird im Roman nicht genannt.

Crooks ist ein gebildeter schwarzer Stallknecht, der wegen seiner Hautfarbe von den anderen isoliert wird. Aufgrund einer Wirbelsäulenverletzung ist er körperlich behindert. Hinter seiner abweisenden Haltung verbirgt sich der Wunsch nach Gesellschaft. Er besitzt eine Ausgabe des „California Civil Code“ von 1905. Der nur kurz auftretende Arbeitgeber bleibt unpersönlich und wird lediglich „der Chef“ genannt.

Traum von einem eigenen Leben

George und Lennie ziehen von Farm zu Farm und von Ernte zu Ernte. Nachdem Lennie das Kleid eines Mädchens gestreichelt hat und dies als sexuelle Belästigung verstanden worden ist, verlieren sie ihre Arbeit. Auf dem Weg zu einer neuen Farm erklärt George, wie anstrengend Lennies Betreuung für ihn sei. Als Lennie anbietet, allein weiterzuziehen, nimmt George seine Klage jedoch zurück. Anders als die meist einsamen Wanderarbeiter wollen beide zusammenbleiben und ihren Verdienst eines Tages in Land, ein Haus und Nutztiere investieren.

Auf der neuen Farm warnt Candy sie vor Curley und dessen Frau. Lennie ist von der jungen Frau fasziniert, während George sie sofort als Gefahr betrachtet. Gegenüber Slim erklärt George später, Lennie sei für ihn wie ein Kind, das er nicht mehr missen wolle. Slim schenkt Lennie einen Hundewelpen.

Der Traum vom eigenen Land wird erstmals greifbar, als Candy seine 350 Dollar anbietet. Er möchte später Hausarbeit und Gartenarbeit übernehmen. Crooks bezweifelt zunächst, dass der Plan gelingen kann, weil er viele Wanderarbeiter mit ähnlichen, niemals verwirklichten Träumen erlebt hat. Dennoch wünscht auch er sich zeitweise, auf der Farm mitzuarbeiten. Die gemeinsame Hoffnung verbindet damit Menschen, die wegen Behinderung, Alter, Hautfarbe oder ihrer Lebensweise ausgegrenzt und einsam sind.

Mehrere Ereignisse zeigen zugleich ihre Abhängigkeit und Machtlosigkeit. Carlson erschießt Candys alten, gebrechlichen Hund gegen Candys eigentlichen Wunsch. Curley greift Lennie an und schlägt ihm das Gesicht blutig. Erst auf Georges Befehl wehrt Lennie sich und bricht Curley unabsichtlich die Hand. Slim überzeugt Curley, den wahren Ablauf zu verschweigen, damit George und Lennie ihre Arbeit und damit ihre Aussicht auf die Farm nicht sofort verlieren.

Tragischer Ausgang

Als die meisten Männer in der Stadt sind, besucht Lennie Crooks. Curleys Frau unterbricht das Gespräch von Lennie, Candy und Crooks. Sie spricht über ihre eigene Einsamkeit und erfährt, dass Lennie Curleys Hand verletzt hat. Als Crooks sie aus seinem Verschlag weisen will, demütigt sie ihn wegen seiner Hautfarbe und seiner niedrigen Stellung in der Farmhierarchie.

Später tötet Lennie versehentlich seinen Welpen, weil er ihn zu stark liebkost und unkontrolliert schlägt. Er versteckt das Tier im Stall, da er fürchtet, George werde ihm nun die Pflege der erträumten Kaninchen verbieten. Curleys Frau kommt hinzu und erzählt von ihrem Leben und ihren unerfüllten Träumen. Sie erlaubt Lennie, ihr weiches Haar zu berühren. Als sie sich losreißen will und zu schreien beginnt, hält Lennie ihr den Mund zu und bricht ihr dabei versehentlich das Genick.

Lennie flieht zu dem Versteck am Fluss Salinas, das George zuvor für einen Notfall bestimmt hat. Curley führt eine Gruppe von Männern an, die Lennie verfolgen und lynchen wollen. George weiß, dass er sie kaum aufhalten kann. Am Fluss erzählt er Lennie ein letztes Mal von ihrem Land, dem Haus und den Kaninchen. Während Lennie über das Wasser blickt und sich das zukünftige Zuhause vorstellt, erschießt George ihn mit Carlsons zuvor entwendeter Luger in den Hinterkopf, bevor die Verfolger eintreffen. Damit scheitert der Traum vom gemeinsamen, selbstbestimmten Leben endgültig.

Übersetzungen und Bearbeitungen

Die erste deutsche Übersetzung von Elisabeth Rotten erschien 1940 im Humanitas Verlag in Zürich. Es folgten Georg Hofers Übertragung von 1955 beim Diana Verlag in Stuttgart und Konstanz sowie Otto Kyburgs erstmals 1969 veröffentlichte Fassung. Kyburgs Übersetzung erschien 1986 auch in der DDR. Mirjam Pressler legte 2002 beim Deutschen Taschenbuch Verlag in München eine Neuübersetzung vor.

Der Roman wurde mehrfach für Film, Fernsehen und Hörspiel bearbeitet. Zu den Verfilmungen gehören Lewis Milestones Kinofilm von 1939, deutsche und US-amerikanische Fernsehfassungen von 1968, eine US-Fernsehfassung von 1981 sowie Gary Sinises Film von 1992 mit Sinise als George und John Malkovich als Lennie. Radio Bremen produzierte 1948 ein Hörspiel unter der Regie von Gert Westphal; 1956 folgte eine weitere Hörspielfassung des Südwestfunks, ebenfalls unter Westphals Regie.

Schon ab 1940 entstanden Cartoon-Parodien, deren Figuren George und Lennie nachempfunden waren. 2016 parodierte auch die Serie „Family Guy“ den Roman. Stephen King veröffentlichte 2007 unter dem Pseudonym Richard Bachman mit „Qual“ eine Hommage an Steinbecks Werk.

Zensur

In den USA war das Buch häufig von Zensur bedroht; besonders seine Verwendung als Schullektüre sollte verhindert werden. Als Gründe wurden die vulgäre Sprache, Darstellungen von Gewalt und Sexualität, Kritik am Kapitalismus sowie Beschimpfungen von Afroamerikanern, Frauen und Menschen mit Behinderungen genannt. In Irland wurde der Roman 1953 zensiert.

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