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Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Voiceover

Voiceover (englisch; kurz: VO) ist ein Fachbegriff aus der Studiotechnik des Hörfunks und beim Film. Er bezeichnet die Tonaufnahme einer Stimme (engl.

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Grundbegriff
  2. 2. Einsatz im Hörfunk
  3. 3. Voiceover im Film
  4. 4. Erzählerische Funktionen
  5. 5. Synchronisation

Grundbegriff

Voiceover (kurz: VO) ist ein Fachbegriff aus der Studiotechnik des Hörfunks und aus dem Film. Gemeint ist die Tonaufnahme einer Stimme, die über eine andere Tonaufnahme oder über eine Filmszene gelegt wird. Die Stimme wird also zusätzlich zu vorhandenem Ton oder Bild eingesetzt.

Im Deutschen wird manchmal auch „Overvoice“ gesagt. Der Artikel weist darauf hin, dass dies ein Scheinanglizismus ist, also ein Ausdruck, der englisch wirkt, im Englischen aber so nicht üblich ist.

Einsatz im Hörfunk

Im Hörfunk wird Voiceover vor allem bei der Übersetzung fremdsprachiger Originaltöne und bei Interviews genutzt. Die Originalaufnahme bleibt hörbar, damit ihre Authentizität erkennbar bleibt. Darüber wird eine von einem Studiosprecher gesprochene Übersetzung gelegt. Im Idealfall hat der Hörer den Eindruck, das fremdsprachige Original zu verstehen, obwohl er die Sprache nicht kennt.

Damit dieser Eindruck entsteht, muss die Produktion dem Originalton genug Raum lassen. Im täglichen Sendebetrieb ist dafür aber oft keine Zeit, und ein fein eingesetztes Voiceover macht Beiträge länger. Deshalb verdecken Radio-Voiceovers im Alltag den Originalton meistens fast vollständig; er klingt oft nur am Anfang und am Ende durch. In der digitalen Produktionstechnik gibt es dafür eine spezielle Funktion namens Ducking: Dabei wird ein Ton, zum Beispiel der Originalton, automatisch leiser gemacht, während eine andere Stimme darüberliegt.

International wird Voiceover unterschiedlich verwendet. Skandinavische Sender verzichten bei englischen Originaltönen häufig ganz auf Übersetzung und lassen den Inhalt nur vorher oder nachher zusammenfassen, weil sie verbreitete Englischkenntnisse voraussetzen. Im deutschen Rundfunk wird fremdsprachiger Originalton meist mit einer Voiceover-Stimme übersetzt. Ausnahmen gibt es manchmal bei Liveinterviews und in dialogischen TV-Formaten, wo Fragen und Antworten nachträglich vom Moderator zusammengefasst werden.

Im britischen Rundfunk sind Voiceovers oft besonders inszeniert, zum Beispiel indem ein gut Englisch sprechender Araber ein arabisches Interview mit entsprechendem Akzent übersetzt. Im Deutschen ist das nicht erwünscht. Hier soll die Voiceover-Stimme besonders neutral klingen, vor allem in hochwertigen Produktionen. Meist wird aber das Geschlecht der sprechenden Person beibehalten; möglichst auch das Alter, wobei Kinderstimmen nicht immer passend nachgebildet werden können.

Voiceover im Film

Im Film wurde Voiceover in den 1940er Jahren populär. Dort bezeichnet der Begriff einen Kommentar, Monolog oder Dialog einer oder mehrerer Figuren oder eines Erzählers, der nicht in der Szene selbst gesprochen wird, sondern über die Szene gelegt ist.

Davon unterscheidet der Artikel die „Off-Stimme“. Dieser Ausdruck wird oft fälschlich gleichgesetzt. Eine Off-Stimme gehört zu einer Figur, die in der Szene als Sprecher handelt, aber in der aktuellen Einstellung nicht im Bild zu sehen ist. Beim Voiceover kommt die Stimme dagegen als übergeordnete Erzählebene oder Kommentar hinzu.

Ein Voiceover kann das Geschehen auf der Leinwand verdeutlichen, ironisieren oder bewusst in Kontrast dazu setzen. Es kann Gedanken einer abwesenden Person wiedergeben oder die unausgesprochenen Gedanken einer anwesenden Person darstellen; letzteres nennt man innerer Monolog. Außerdem kann es der rückblickenden Reflexion dienen, etwa wenn eine junge Person im Bild zu sehen ist und dieselbe Figur im Alter das Geschehen kommentiert. Als Beispiele nennt der Artikel Little Big Man und Stardust Memories.

Erzählerische Funktionen

In Literaturverfilmungen hilft Voiceover dabei, Inhalte eines Romans in eine kürzere Spielfilmform zu übertragen. Es kann historische Hintergründe, die Vorgeschichte einer Szene, eine Charakterbeschreibung oder eine kurze Biografie einer neu eingeführten Figur liefern.

Das Genre Film noir nutzte Voiceover häufig, um die Ausweglosigkeit einer Situation oder eines Protagonisten zu zeigen. Dabei konnte schon am Anfang des Films der fatale Ausgang der Geschichte vorweggenommen werden.

Voiceover kann auch nach Fertigstellung eines Films ergänzt werden, selbst wenn es ursprünglich nicht im Drehbuch stand. Das geschieht zum Beispiel, wenn Regisseur oder Produktionsstudio meinen, dadurch Unklarheiten im Handlungsverlauf erklären zu können. Als Beispiel nennt der Artikel die erste Verleihfassung von Blade Runner.

Im Dokumentarfilm ist Voiceover in Form eines Kommentars ein gängiges Stilmittel. Manche Spielfilme nutzen Voiceover, um einen pseudodokumentarischen Eindruck zu erzeugen. Genannt werden Filme von Peter Watkins wie The War Game und Punishment Park sowie It Happened Here von Kevin Brownlow und Andrew Mollo.

Synchronisation

Auch in der Synchronisation wird Voiceover eingesetzt. Dabei wird der gesprochene Originalton nicht vollständig ersetzt. Stattdessen werden eingesprochene Übersetzungen über den Originalton gelegt, während dieser im Hintergrund leise hörbar bleibt.

Diese Form unterscheidet sich von einer vollständigen Synchronfassung, weil die ursprüngliche Stimme und Klangumgebung noch wahrnehmbar bleiben. Dadurch bleibt ein Bezug zum Original erhalten, während die Übersetzung verständlich gemacht wird.

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