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Visual History Archive
Das Visual History Archive ist das internetbasierte Videoarchiv der USC Shoah Foundation an der University of Southern California (USC).
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Aufgabe und Umfang
Das Visual History Archive ist das internetbasierte Videoarchiv der USC Shoah Foundation an der University of Southern California (USC). Es umfasst mehr als 55.000 Interviews mit Überlebenden und Zeugen von Genoziden, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und damit verbundenen Verfolgungen. Damit ist es zurzeit das weltweit größte Interviewarchiv.
Das Archiv geht auf die 1994 von Steven Spielberg gegründete Shoah Foundation zurück. Es bewahrt persönliche Erinnerungen als Videoaufnahmen und macht sie für Recherche, Bildung und wissenschaftliche Arbeit zugänglich.
Interviews zum Holocaust
In den 1990er Jahren zeichnete die Shoah Foundation Erinnerungen an den Holocaust in 56 Ländern und 32 Sprachen auf. Befragt wurden Opfer: Juden, Homosexuelle, Sinti und Roma, Zeugen Jehovas, politisch Verfolgte und „Euthanasie-Opfer“.
Außerdem wurden Zeugen interviewt, darunter Helfer, Retter, Befreier, Zeugen der Befreiung sowie Personen, die an Kriegsverbrecherprozessen beteiligt waren. Das Shoah Foundation Institute digitalisierte und verschlagwortete die Interviews. Verschlagworten bedeutet, Aufnahmen mit Begriffen zu versehen, damit Inhalte gezielt gefunden werden können.
Recherche und Erweiterung
Ein Archivierungssystem stellt die Interviews über das Visual History Archive bereit. Die Software erlaubt eine differenzierte Recherche, also eine genaue Suche mit verschiedenen Filtern sowie thematischen und geografischen Schlagworten.
Seit 2006 sammelt die USC Shoah Foundation auch Interviews zu anderen Genoziden und Verbrechen gegen die Menschlichkeit, beispielsweise zum Genozid in Ruanda. Außerdem ergänzt sie das Archiv durch Sammlungen anderer Institutionen, etwa zum Genozid an den Armeniern.
Zugang und Nutzung im deutschsprachigen Raum
Einrichtungen bieten Zugang zu themenspezifischen Teilsammlungen. Im Jüdischen Museum in Berlin sind beispielsweise die deutschsprachigen Interviews verfügbar. Den vollständigen Zugriff auf alle Interviews erhalten nur Institutionen mit einer Nutzungslizenz.
Im deutschsprachigen Raum ermöglichen unter anderem die Freie Universität Berlin seit Ende 2006, die Deutsche Nationalbibliothek in Leipzig und Frankfurt am Main, die Justus-Liebig-Universität Gießen und die Leibniz Universität in Hannover den Zugang. Seit 2017 besteht Zugang auch an der Goethe-Universität Frankfurt am Main sowie am Institut für Zeitgeschichte München-Berlin. Die Fachinformationsdienste „Geschichtswissenschaft“ und „Jüdische Studien“ bieten registrierten Nutzern Zugang über eine FID-Lizenz.
Einsatz im Schulunterricht
An der Freien Universität Berlin entstanden im Projekt „Zeugen der Shoah“ Materialien für den deutschen Schulunterricht. Sie sollen die Arbeit mit lebensgeschichtlichen Video-Interviews der USC Shoah Foundation ermöglichen.
Gemeinsam mit der Bundeszentrale für politische Bildung wurde unter anderem die DVD-Edition „Zeugen der Shoah“ herausgegeben.