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Wikipedia · einfach zusammengefasst · Stand

Unterföhring

Unterföhring ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis München und liegt am nordöstlichen Stadtrand Münchens. Sie ist einer der wichtigsten …

Inhalt5 Abschnitte
  1. 1. Überblick und Lage
  2. 2. Entwicklung der Gemeinde
  3. 3. Politik und Zusammenarbeit
  4. 4. Wirtschaft, Medien und Klima
  5. 5. Verkehr, Sport und Ziele

Überblick und Lage

Unterföhring ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis München am nordöstlichen Stadtrand der Landeshauptstadt. Sie liegt auf 508 m ü. NHN, umfasst 12,79 km² und hatte am 31. Dezember 2025 11.729 Einwohner. Damit beträgt die Bevölkerungsdichte 917 Einwohner je km². Unterföhring ist besonders als einer der wichtigsten Medienstandorte Deutschlands bedeutsam.

Nachbarn sind München, Ismaning im Norden und Aschheim im Osten. Die Isar begrenzt das Gemeindegebiet im Westen. Weitere Gewässer und Wasserflächen sind Poschinger Weiher, Mittlerer-Isar-Kanal, Feringasee und Teile des Ismaninger Speichersees. Es gibt nur einen Gemeindeteil, das Pfarrdorf Unterföhring. Teile des Gebiets gehören zu Landschafts- und Naturschutzräumen an der Isar sowie zum FFH-Gebiet Isarauen von Unterföhring bis Landshut und zum EU-Vogelschutzgebiet Ismaninger Speichersee und Fischteiche.

Entwicklung der Gemeinde

Der Ort geht zusammen mit Oberföhring auf Föhring zurück, das 750 erstmals als „Feringas“ erwähnt wurde. Schon vor der Gründung Münchens um 1158 gab es mit der Föhringer Brücke einen bedeutenden Isarübergang. Unterföhring ist 1180 als selbstständiger Ort „inferius Feringin“ und 1319 deutsch als „ze Niedernfergen“ belegt; bis ins 17. Jahrhundert hieß es Niederföhring. Im 14. Jahrhundert wurde es Teil der ehemaligen Grafschaft Ismaning des Hochstifts Freising, 1803 bayerisch und 1818 durch das Gemeindeedikt zur heutigen Gemeinde.

Nach 1945 prägten Wohnungsbau, Industrieansiedlungen und Infrastruktur den Ort. 1971 verhinderte Unterföhring seine Eingemeindung nach München, 1973 erhielt es S-Bahn-Anschluss. Die Bahnstrecke wurde von 2002 bis 2006 zweigleisig ausgebaut und nach einem Bürgerentscheid von 1996 großteils in einen Tunnel verlegt; auch der S-Bahnhof liegt seitdem im Tunnel. 2008 bis 2010 entstanden Bürgerhaus und Gemeindebücherei. Die Volkshochschule in der neuen Ortsmitte wurde 2019 fertig, musste wegen eines Wasserschadens zunächst fast ein Jahr saniert werden. Ein Schulcampus mit fünfzügigem Gymnasium, vierzügiger Grundschule, Sporthalle und Kinderhort wurde ab 2018 gebaut; das Gymnasium eröffnete zum Schuljahr 2020/2021.

Die Einwohnerzahl stieg von 5.049 im Jahr 1988 auf 11.296 im Jahr 2018, also um 6.247 Personen beziehungsweise 123,7 %; dies war im genannten Zeitraum der höchste prozentuale Zuwachs im Landkreis. Im Juni 2024 waren 27 % katholisch, 9 % evangelisch und 64 % konfessionslos oder Angehörige anderer Glaubensgemeinschaften.

Politik und Zusammenarbeit

Erster Bürgermeister ist Florian Klietsch (SPD), zweite Bürgermeisterin Simone Spratter (PWU), dritter Bürgermeister Philipp Schwarz (SPD). Der Gemeinderat hat 24 Sitze. Seit 2023 entfallen davon 6 auf die SPD, 9 auf die PWU, 4 auf die CSU, 4 auf die Grünen und 1 auf die FDP. Drei frühere Mitglieder der Grünen-Fraktion gründeten im September 2024 die Fraktion UFG; Anfang Mai 2025 schloss sie sich Volt Deutschland an und heißt seither Volt.

Partnerschaften bestehen seit dem 26. März 1993 mit Kamsdorf in Thüringen und seit dem 1. Juni 2008 mit Tarcento in Friaul. Unterföhring ist Mitglied der NordAllianz – Metropolregion München Nord. Das Wappen zeigt einen blauen Schrägwellenbalken als Isar, einen gekrönten Mohrenkopf als Bischof von Freising sowie acht rote Backsteine. Diese erinnern an frühere Ziegelbrennereien und den Tonabbau, durch den viele Felder tiefer liegen als ihre Umgebung.

Wirtschaft, Medien und Klima

Unterföhring entwickelte sich seit den 1950er Jahren zu einem Medienstandort. Nach RIVA, deren Studios 1962 von Bayerischem Rundfunk und ZDF übernommen wurden, folgte 1972 Taurus-Film, die spätere Kirch-Gruppe. Seit 2000 sitzt die ProSiebenSat.1 Media SE in Unterföhring. Weitere genannte Unternehmen sind neue deutsche Filmgesellschaft, 123tv, Paramount Pictures Germany, Sky Deutschland GmbH, Astra Deutschland GmbH und Vodafone Deutschland. Die Bayerische Akademie für Fernsehen und Digitale Medien (BAF) bildet jährlich etwa 60 Medienschaffende in Kamera, Schnitt, Fernsehjournalismus und VFX aus.

Im Gewerbegebiet östlich der Flughafen-Bahnlinie arbeiten mehr als 22.000 Menschen. Größter Arbeitgeber ist die Allianz SE mit rund 10.000 Mitarbeitern. Die Gemeinde war im Dezember 2017 schuldenfrei und hatte Rücklagen von 442 Millionen Euro, mehr als 35.000 Euro je Einwohner; dies ermöglicht unter anderem kostenlose Kinderbetreuung.

Das Geothermieheizwerk Unterföhring liefert 22 MW thermische Leistung. 2016 versorgte sein Nahwärmenetz über 2.000 Privathaushalte und etwa 50 Gewerbekunden mit Erdwärme und Kälte. Die Gemeinde strebt bis 2035 energetische Treibhausgas-Neutralität ohne Verkehr und bis 2040 vollständige Klimaneutralität an. Ein zentraler Emittent ist Block 2 des Heizkraftwerks Nord: 2022 verursachte das Kohlekraftwerk etwa 1,2 Millionen Tonnen CO₂. Es soll nach dem Bürgerentscheid „Raus aus der Steinkohle“ auf Gasbetrieb umgestellt werden; Umweltinitiativen befürchten dadurch eine längere Laufzeit und höhere CO₂-Emissionen.

Verkehr, Sport und Ziele

Wichtige Straßen sind die Staatsstraße 2088 („Föhringer Ring“) mit Verbindungen nach München, zur A 9, zum Mittleren Ring und zur B 11 sowie die Staatsstraße 2340 zur B 471, zum Autobahnring und nach Aschheim. Die S-Bahnlinie 8 verbindet Unterföhring über München mit Herrsching und dem Flughafen München. Zusätzlich verkehren die Metrobuslinie 50, die Expressbuslinie X205 und mehrere Regional- und Ortsbuslinien. Seit 2018 gibt es sechs MVG-Rad-Stationen.

Sportlich bestehen der Rugby Club Unterföhring e. V. mit Herrenmannschaften in der 2. Bundesliga Süd und der Verbandsliga Bayern, der FC Unterföhring in der sechstklassigen Landesliga sowie der Ringerverein SC Isaria Unterföhring in der Bayernliga. 2022 wurde Unterföhring Host Town für die 63-köpfige Delegation von Special Olympics Neuseeland bei den Special Olympics World Summer Games 2023.

Zu den Sehenswürdigkeiten zählen die 2008 eingeweihte Metallskulptur „Westhang“ vor dem S-Bahnhof, die denkmalgeschützte barocke Pfarrkirche St. Valentin und das Heimatmuseum „Feringer Sach“ mit Ortsgeschichte und Wechselausstellungen.

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